Start vom Kosmodrom Baikonur; Landung 202 km
südöstlich von Dsheskasgan.
Nach zweitägigem Alleinflug
koppelte die Sojus am 23.12.1987 an die Raumstation MIR an. Es war die
Ablösebesatzung für die
2. Stammbesatzung der
MIR.
Titow und
Manarow bildeten die
3. Stammbesatzung. Eine
erste
EVA
erfolgte durch
Titow und
Manarow am 26.02.1988 (4h 25m). Dabei wurde ein Segment an
einer Solarflächenzelle ausgetauscht. Die zweite
EVA
unternahmen die Kosmonauten am 30.06.1988 (5h 10m). Das Auswechseln eines
Detektorblocks am astrophysikalischen Modul Kwant scheiterte jedoch
zunächst. Nach Anlieferung neuer Werkzeuge gelang bei einem weiteren
Ausstieg am 20.10.1988 (4h 12m) auch die Demontage des Detektorblockes am
Röntgenteleskop der Station. Gleichzeitig wurden Vorbereitungen für
weitere Montagearbeiten zur Erweiterung der Station getroffen.
Während der ersten Flugwoche wurden zusammen mit der
bisherigen Stammbesatzung
biologische Experimente mit Teepflanzen, Guppys und Zwiebeln durchgeführt,
die Anpassung des Menschen an die Schwerelosigkeit studiert, ein spezielles
Bewegungstraining ausgeführt und Eiweißstrukturen für den
medizinischen Einsatz hergestellt.
Weitere Aufgaben beinhalteten die
Erderkundung (u.a. zur Ermittlung von Umweltverschmutzungen), Materialforschung
(Züchtung von Halbleiterkristallen), Meteorologie,
Atmosphärenforschung, Weltraumtechnologie, Physiologie, Psychologie und
Medizin und insbesondere auch astronomische Forschungen. Neben Beobachtung der
Großen Magellanschen Wolke, der Supernova 1987-A und verschiedenen
Sternbildern, wurden mit der Anlage Marija mehrere Messserien an Elektronen-
und Positronenströmen vorgenommen.
Mit dem Raumschiff
Sojus TM-6 kam auch der Arzt Waleri
Poljakow zur Besatzung dazu. Das brachte eine Intensivierung
der medizinischen Experimente mit sich. So wurden Untersuchungen des
Blutkreislaufes angestellt, Knochen- und Gelenkveränderungen studiert,
Blutanalysen vorgenommen, die Muskelentwicklung beobachtet, der Zusammenhang
von Stress, Ernährung und Gewicht erforscht und regelmäßig
Elektrokardiogramme angefertigt. Es gehörten aber auch psychologische
Tests zum Arbeitsprogramm.
Am Ende der Langzeitmission hatten die
Kosmonauten mehr als 2000 verschiedene Experimente
durchgeführt.