Start vom Kosmodrom Baikonur; Landung 54 km
nordöstlich von Arkalyk.
Nach zweitägigem Alleinflug koppelte
Sojus TM-20 am 06. Oktober 1994 an die Raumstation MIR an. Wesentliches Ziel
der Mission war der planmäßige teilweise Austausch der
MIR-Stammbesatzung. Nach der Übergabe der Station durch die
16. Stammbesatzung
bildeten Alexander
Wiktorenko und Jelena
Kondakowa zusammen mit dem Langzeit-Kosmonauten Waleri
Poljakow die
17. MIR-Stammbesatzung.
Während des automatischen Annäherungsmanövers zum
Vorderstutzen der MIR kam das Raumschiff ins Trudeln. Kommandant Alexander
Wiktorenko dockte daraufhin das Raumschiff manuell und ohne
weitere Probleme an. Deshalb wurde später am 11. Januar 1995 mit der
Mannschaft Alexander
Wiktorenko / Jelena
Kondakowa / Waleri
Poljakow eine Testtrennung mit Wiederankopplung durch das
automatische Annäherungssystem Kurs durchgeführt (Abkopplung 08.59
UTC, Ankopplung am gleichen Platz 09.27
UTC).
Im Rahmen des europäischen Programms
EUROMIR 94 arbeiteten die Stammbesatzung zusammen mit Ulf
Merbold an einem wissenschaftlichen Forschungsprogramm.
Wissenschaftlicher Schwerpunkt des Flugprogramms waren dabei medizinische
Tests. So wurden die Anpassung an die Schwerelosigkeit, Muskelschwund und
Gewichtsverlust sowie die Umstellung der inneren Uhr untersucht. Darüber
hinaus widmete man sich aber auch der Strahlenbelastung im Erdorbit. Um den
allgemeinen Gesundheitszustand einschätzen zu können, nahm Ulf
Merbold täglich Blut-, Urin- und Gewebeproben. Erstmals
wurden von Bord der russischen Raumstation auch Videokonferenzen abgehalten. So
hielt Ulf
Merbold am 19. Oktober 1994 eine Unterrichtsstunde, in der er
Fragen von Kindern beantwortete.
Im Verlaufe der Mission kam es mehrfach
zu Energieengpässen, so dass das Untersuchungsprogramm umgestellt werden
musste. Einmal führte eine extensive Experimentiertätigkeit sogar zu
einer weitgehenden Entladung der Batterien auf der Station, wodurch eine
kritische Situation eintrat. Energieintensiv waren auch die fünf geplanten
materialwissenschaftlichen Experimente, die deshalb nicht mehr ausgeführt
werden konnten. Während der Mission konnten die europäischen
Wissenschaftler ihre automatischen Experimente weitgehend selbst
überwachen.
Während der Flugzeit der Stammbesatzung wurden die
Versorgungsraumschiffe Progress M-25 (Start 11. November 1994) und Progress
M-26 (Start 15. Februar 1995) empfangen. Am 06. Februar 1995 (19.23
UTC) wurde eine Annäherung der US-Fähre
Discovery (
STS-63) bis auf 11,3 m
erprobt.
Bei der Landung war Waleri
Poljakow mit an Bord, der mit 438 Tagen einen neuen
Raumflug-Rekord aufgestellt hatte.