Stammbesatzungen der MIR

MIR: Expedition 17
(EO-17)

hochauflösende Version (450 KB)

Besatzung, Start- und Landedaten

Nr.: 1 2 3
Nation:
Name:  Wiktorenko  Kondakowa  Poljakow
Vorname:  Alexander Stepanowitsch  Jelena Wladimirowna  Waleri Wladimirowitsch
Position:  Kommandant  Bordingenieur  Arzt-Kosmonaut
Raumschiff (Start):  Sojus TM-20  Sojus TM-20  Sojus TM-18
Startdatum:  03.10.1994  03.10.1994  08.01.1994
Startzeit:  22:42 UTC  22:42 UTC  10:05 UTC
Raumschiff (Landung):  Sojus TM-20  Sojus TM-20  Sojus TM-20
Landedatum:  22.03.1995  22.03.1995  22.03.1995
Landezeit:  04:04 UTC  04:04 UTC  04:04 UTC
Flugdauer:  169d 05h 21m  169d 05h 21m  437d 17h 58m
Erdorbits:  2677  2677  6927

Double Crew

Nr.: 1 2 3
Nation:
Name:  Gidsenko  Awdejew  Arsamasow
Vorname:  Juri Pawlowitsch  Sergej Wassiljewitsch  German Semjonowitsch
Position:  Kommandant  Bordingenieur  Arzt-Kosmonaut

Expeditionsverlauf

Start vom Kosmodrom Baikonur; Landung 54 km nordöstlich von Arkalyk.

Nach zweitägigem Alleinflug koppelte Sojus TM-20 am 06. Oktober 1994 an die Raumstation MIR an. Wesentliches Ziel der Mission war der planmäßige teilweise Austausch der MIR-Stammbesatzung. Nach der Übergabe der Station durch die 16. Stammbesatzung bildeten Alexander Wiktorenko und Jelena Kondakowa zusammen mit dem Langzeit-Kosmonauten Waleri Poljakow die 17. MIR-Stammbesatzung.

Während des automatischen Annäherungsmanövers zum Vorderstutzen der MIR kam das Raumschiff ins Trudeln. Kommandant Alexander Wiktorenko dockte daraufhin das Raumschiff manuell und ohne weitere Probleme an. Deshalb wurde später am 11. Januar 1995 mit der Mannschaft Alexander Wiktorenko / Jelena Kondakowa / Waleri Poljakow eine Testtrennung mit Wiederankopplung durch das automatische Annäherungssystem Kurs durchgeführt (Abkopplung 08.59 UTC, Ankopplung am gleichen Platz 09.27 UTC).

Im Rahmen des europäischen Programms EUROMIR 94 arbeitete die Stammbesatzung zusammen mit Ulf Merbold an einem wissenschaftlichen Forschungsprogramm. Wissenschaftlicher Schwerpunkt des Flugprogramms waren dabei medizinische Tests. So wurden die Anpassung an die Schwerelosigkeit, Muskelschwund und Gewichtsverlust sowie die Umstellung der inneren Uhr untersucht. Darüber hinaus widmete man sich aber auch der Strahlenbelastung im Erdorbit. Um den allgemeinen Gesundheitszustand einschätzen zu können, nahm Ulf Merbold täglich Blut-, Urin- und Gewebeproben. Erstmals wurden von Bord der russischen Raumstation auch Videokonferenzen abgehalten. So hielt Ulf Merbold am 19. Oktober 1994 eine Unterrichtsstunde, in der er Fragen von Kindern beantwortete.

Im Verlaufe der Mission kam es mehrfach zu Energieengpässen, so dass das Untersuchungsprogramm umgestellt werden musste. Einmal führte eine extensive Experimentiertätigkeit sogar zu einer weitgehenden Entladung der Batterien auf der Station, wodurch eine kritische Situation eintrat. Energieintensiv waren auch die fünf geplanten materialwissenschaftlichen Experimente, die deshalb nicht mehr ausgeführt werden konnten. Während der Mission konnten die europäischen Wissenschaftler ihre automatischen Experimente weitgehend selbst überwachen.

Während der Flugzeit der Stammbesatzung wurden die Versorgungsraumschiffe Progress M-25 (Start 11. November 1994) und Progress M-26 (Start 15. Februar 1995) empfangen. Am 06. Februar 1995 (19.23 UTC) wurde eine Annäherung der US-Fähre Discovery (STS-63) bis auf 11,3 m erprobt.

Bei der Landung war Waleri Poljakow mit an Bord, der mit 438 Tagen einen neuen Raumflug-Rekord aufgestellt hatte.

Fotos / Zeichnungen

 

©      

Letztes Update am 08. August 2012.