Start vom Kosmodrom Baikonur; Landung 85 km
nordöstlich von Arkalyk.
Nach zweitägigem Alleinflug koppelte
Sojus TM-13 am 04. Oktober 1991 an die Orbitalstation
Sojus
TM-12-Kwant1-MIR-Kwant2-Kristall an. Franz
Viehböck wurde der erste Österreicher im Weltraum.
Im Rahmen des Programms AUSTROMIR 91 erfolgten zunächst gemeinsame
wissenschaftliche Arbeiten mit der
neunten Stammbesatzung.
Ungewöhnlich war, dass diesmal kein
Bordingenieur zur Besatzung gehörte.
Österreich zahlte für den Besuch von Franz
Viehböck auf der MIR 7 Millionen Dollar. Toktar
Aubakirow erhielt möglicherweise die Fluggelegenheit,
damit das seit kurzem unabhängige Kasachstan, dessen
Staatsangehörigkeit Toktar
Aubakirow hat, auch zukünftig die Starts vom Kosmodrom
Baikonur zulässt.
Zunächst wurde das umfangreiche
österreichische Forschungsprogramm absolviert, für das bereits vorher
viele Ausrüstungsgegenstände zur Raumstation MIR gebracht worden
waren. Es umfasste medizinische Untersuchungen zur Blutdruck- und
Blutkreislaufregulation sowie zur Verteilung der Blutströme in der
Schwerelosigkeit (Experiment Pulstrans), zur Ermittlung des Einflusses der
Schwerelosigkeit auf Mikrovibrationen am Arm mittels einer speziell
entwickelten Sensorjacke (nichtinvasiv) und zu Erkenntnissen über die
Funktionsweise der Arm- und Beinmuskulatur. Dabei sollten die gewonnenen
Erkenntnisse das Wissen über grundsätzliche Funktionsweisen des
menschlichen Körpers verbessern und waren nicht auf kosmische Anwendungen
ausgerichtet. Dazu trugen auch die Experimente Audimir zur Erforschung des
Orientierungsvermögens über Klänge und Untersuchungen zur
Blutzusammensetzung und Lungenfunktion bei. Viel Beachtung fand auch das
physikalische Experiment Logion, bei dem die Funktionsfähigkeit von
Flüssigmetall-Feldionenmittern unter Weltraumbedingungen studiert wurde.
Solche Feldionenmitter sollen Spannungsüberschläge verhindern, die
bisher häufig zu Ausfällen in der Energieversorgung von
Raumfahrzeugen geführt hatten. An den dafür entwickelten technischen
Geräten (Massenspektrometer, Bordcomputer, Ionenmikroskop) sind sowohl die
ESA als auch die
NASA interessiert. Weitere Experimente im Rahmen des
Programmes Austromir betrafen die Fernerkundung mit einer Spezialkamera und
einem Mehrkanal-Spektrometer (Reflexionseigenschaften verschiedener Boden- und
Vegetationsflächen), die Datenerfassung, -speicherung und
-übertragung über eine spezielle Kommunikationseinheit (Datamir)
sowie Videokonferenzen und Amateurfunkkontakte mit Schulen in Österreich
und der Sowjetunion. Einige der Experimente wurden durch die
Stammbesatzung
(Alexander
Wolkow, Sergej
Krikaljow) fortgeführt.
Wesentliche Aufgabe des
Fluges war ein teilweiser Besatzungsaustausch der MIR. Alexander
Wolkow und Sergej
Krikaljow bildeten die
zehnte
MIR-Stammbesatzung. Die einzige
EVA während dieser Mission wurde durch Alexander
Wolkow und Sergej
Krikaljow am 20. Februar 1992 (4h 12m) unternommen. Dabei
wurde eine Plattform demontiert und Experimente geborgen.
Später
widmeten sich die beiden Langzeitkosmonauten materialwissenschaftlichen,
biologischen und astronomischen Untersuchungen (Untersuchungen von
Röntgenstrahlungsquellen, z. B. Cygnus X-1 und SN Cassiopeia A). So wurden
mit der Schmelzanlage SPLAW hochreine Monokristalle hergestellt. Ebenso wurden
mit Hilfe der Anlage TAWRIJA hochreine, biologisch aktive Substanzen gewonnen,
die bei der Produktion von Medikamenten sowie in der Lebensmittelindustrie und
der genetischen Forschung zum Einsatz kommen sollen. Erfolgreich getestet wurde
auch eine halbindustrielle Anlage zur Züchtung neuer Futterantibiotika
(Experiment ROBOT).
Nachschub an Versorgungs- und Forschungsmaterial
erhielt die
zehnte
Stammbesatzung der Raumstation MIR über die Transportraumschiffe
Progress M-10 und M-11. Progress M-10 verfügte über einen
Landeapparat, mit dem 350 kg Forschungsmaterial zur Erde transportiert
wurden.