Bemannte Raumflüge

Internationale Flug-Nr. 142

Sojus TM-13

Donbas

UdSSR

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Start-, Bahn- und Landedaten

Startdatum:  02.10.1991
Startzeit:  05:59 UTC
Startort:  Baikonur
Startrampe:  1
Bahnhöhe:  350 km
Inklination:  51,6°
Ankopplung MIR:  04.10.1991, 07:42 UTC
Abkopplung MIR:  25.03.1992, 05:26 UTC
Landedatum:  25.03.1992
Landezeit:  08:52 UTC
Landeort:  85 km NO von Arkalyk

Crew auf dem Weg zum Start

hochauflösende Version (1,24 MB)

alternatives Crewfoto

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Besatzung

Nr.   Name Vorname Position Flug-Nr. Flugdauer Erdorbits
1  Wolkow  Alexander Alexandrowitsch  Kommandant 3 175d 02h 52m  2771 
2  Aubakirow  Toktar Ongarbajewitsch  Forschungskosmonaut 1 7d 22h 12m  125 
3  Viehböck  Franz Artur  Forschungskosmonaut 1 7d 22h 12m  125 

Sitzverteilung der Besatzung

Start
1  Wolkow
2  Aubakirow
3  Viehböck
Landung
1  Wolkow
2  Krikaljow
3  Flade

Animationen: Sojus

(erfordert Macromedia Flash Player)
mit freundlicher Genehmigung von www.marscenter.it

Double-Besatzung

Nr.   Name Vorname Position
1  Wiktorenko  Alexander Stepanowitsch  Kommandant
2  Mussabajew  Talgat Amangeldijewitsch  Forschungskosmonaut
3  Lothaller  Clemens  Forschungskosmonaut

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Flugverlauf

Start vom Kosmodrom Baikonur; Landung 85 km nordöstlich von Arkalyk.

Nach zweitägigem Alleinflug koppelte Sojus TM-13 am 04. Oktober 1991 an die Orbitalstation Sojus TM-12-Kwant1-MIR-Kwant2-Kristall an. Franz Viehböck wurde der erste Österreicher im Weltraum. Im Rahmen des Programms AUSTROMIR 91 erfolgten zunächst gemeinsame wissenschaftliche Arbeiten mit der neunten Stammbesatzung. Ungewöhnlich war, dass diesmal kein Bordingenieur zur Besatzung gehörte. Österreich zahlte für den Besuch von Franz Viehböck auf der MIR 7 Millionen Dollar. Toktar Aubakirow erhielt möglicherweise die Fluggelegenheit, damit das seit kurzem unabhängige Kasachstan, dessen Staatsangehörigkeit Toktar Aubakirow hat, auch zukünftig die Starts vom Kosmodrom Baikonur zulässt.

Zunächst wurde das umfangreiche österreichische Forschungsprogramm absolviert, für das bereits vorher viele Ausrüstungsgegenstände zur Raumstation MIR gebracht worden waren. Es umfasste medizinische Untersuchungen zur Blutdruck- und Blutkreislaufregulation sowie zur Verteilung der Blutströme in der Schwerelosigkeit (Experiment Pulstrans), zur Ermittlung des Einflusses der Schwerelosigkeit auf Mikrovibrationen am Arm mittels einer speziell entwickelten Sensorjacke (nichtinvasiv) und zu Erkenntnissen über die Funktionsweise der Arm- und Beinmuskulatur. Dabei sollten die gewonnenen Erkenntnisse das Wissen über grundsätzliche Funktionsweisen des menschlichen Körpers verbessern und waren nicht auf kosmische Anwendungen ausgerichtet. Dazu trugen auch die Experimente Audimir zur Erforschung des Orientierungsvermögens über Klänge und Untersuchungen zur Blutzusammensetzung und Lungenfunktion bei. Viel Beachtung fand auch das physikalische Experiment Logion, bei dem die Funktionsfähigkeit von Flüssigmetall-Feldionenmittern unter Weltraumbedingungen studiert wurde. Solche Feldionenmitter sollen Spannungsüberschläge verhindern, die bisher häufig zu Ausfällen in der Energieversorgung von Raumfahrzeugen geführt hatten. An den dafür entwickelten technischen Geräten (Massenspektrometer, Bordcomputer, Ionenmikroskop) sind sowohl die ESA als auch die NASA interessiert. Weitere Experimente im Rahmen des Programmes Austromir betrafen die Fernerkundung mit einer Spezialkamera und einem Mehrkanal-Spektrometer (Reflexionseigenschaften verschiedener Boden- und Vegetationsflächen), die Datenerfassung, -speicherung und -übertragung über eine spezielle Kommunikationseinheit (Datamir) sowie Videokonferenzen und Amateurfunkkontakte mit Schulen in Österreich und der Sowjetunion. Einige der Experimente wurden durch die Stammbesatzung (Alexander Wolkow, Sergej Krikaljow) fortgeführt.

Wesentliche Aufgabe des Fluges war ein teilweiser Besatzungsaustausch der MIR. Alexander Wolkow und Sergej Krikaljow bildeten die zehnte MIR-Stammbesatzung. Die einzige EVA während dieser Mission wurde durch Alexander Wolkow und Sergej Krikaljow am 20. Februar 1992 (4h 12m) unternommen. Dabei wurde eine Plattform demontiert und Experimente geborgen.

Später widmeten sich die beiden Langzeitkosmonauten materialwissenschaftlichen, biologischen und astronomischen Untersuchungen (Untersuchungen von Röntgenstrahlungsquellen, z. B. Cygnus X-1 und SN Cassiopeia A). So wurden mit der Schmelzanlage SPLAW hochreine Monokristalle hergestellt. Ebenso wurden mit Hilfe der Anlage TAWRIJA hochreine, biologisch aktive Substanzen gewonnen, die bei der Produktion von Medikamenten sowie in der Lebensmittelindustrie und der genetischen Forschung zum Einsatz kommen sollen. Erfolgreich getestet wurde auch eine halbindustrielle Anlage zur Züchtung neuer Futterantibiotika (Experiment ROBOT).

Nachschub an Versorgungs- und Forschungsmaterial erhielt die zehnte Stammbesatzung der Raumstation MIR über die Transportraumschiffe Progress M-10 und M-11. Progress M-10 verfügte über einen Landeapparat, mit dem 350 kg Forschungsmaterial zur Erde transportiert wurden.

Anmerkung

Toktar Aubakirow und Franz Viehböck am 10. Oktober 1991 um 04:12 UTC mit Sojus TM-12 gelandet.

Fotos / Zeichnungen

Crew Sojus TM-13 an Bord der MIR Crew Sojus TM-13 an Bord der MIR
Crew Sojus TM-13 an Bord der MIR Crew Sojus TM-13 an Bord der MIR

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Letztes Update am 26. April 2013.