Start vom Kosmodrom Baikonur; Landung 136 km
östlich von Dsheskasgan.
Es handelte sich um die Mission MIR`92.
Nach zweitägigem Alleinflug koppelte Sojus TM-14 am 19. März 1992 an
den Komplex
Sojus
TM-13-Kwant1-MIR-Kristall-Kwant2 an. Im Rahmen der Mission MIR`92 folgten
wissenschaftliche Arbeiten mit der
zehnten
MIR-Stammbesatzung, an denen besonders Klaus-Dietrich
Flade beteiligt war. Er unternahm 14 deutsche Experimente als
Teil der Vorbereitung für die zukünftigen Raumstationsprojekte und
Columbus aus den Bereichen Medizin, Biologie, Physik und Materialforschung. So
wurden im physikalischen Versuchsprogramm TES thermodynamische Eigenschaften
verschiedener Substanzen erforscht. Medizinische Untersuchungen betrafen
Veränderungen im Erbgut (Chromosomenanalyse), den Schlaf-Wach-Rhythmus und
die Einschätzung der physischen sowie psychischen Leistungsfähigkeit,
die Erforschung der Funktion des Gleichgewichtsorgans und das
Orientierungsvermögen unter anderem über die Aufzeichnung der
Augenbewegungen bei Lageänderungen, die Merkleistung des
Kurzzeitgedächtnisses, die Verteilung von Körperflüssigkeit in
Muskeln und Gefäßen (Einsatz des Unterdruck-Anzuges TSCHIBIS) sowie
die Hormonregulation im menschlichen Organismus (Blut- und Speichelproben).
Materialwissenschaftliche Tests bestanden vor allem in der Züchtung reiner
Kristalle.
Hauptziel der Mission war der planmässige Austausch der
Stammbesatzung. Alexander
Wiktorenko und Alexander
Kaleri bildeten die
elfte Stammbesatzung.
Es war der erste Raumflug seit Ende der UdSSR und der erste russische Raumflug.
Auch war es der erste gemeinsame Raumflug Russland - Deutschland.
Die
einzige
EVA während dieser Mission erfolgte durch
Alexander
Wiktorenko und Alexander
Kaleri am 08. Juli 1992 (2h 03m), um zwei seit Januar 1992
defekte Stabilisationskreisel am Modul Kwant2 auszutauschen. Es handelte sich
auch um einen Inspektionsausstieg zur Begutachtung der Raumstation
MIR.
Die
elfte
Stammbesatzung der Raumstation MIR führte während ihrer fast
fünfmonatigen Mission Experimente zur Werkstoffforschung,
Raumfahrttechnologie, Astrophysik und Erderkundung durch. So züchteten sie
superreine Galliumarsenidkristalle mit der neuen Anlage GRANAT an Bord des
Kristall-Moduls, beobachteten über einen längeren Zeitraum hinweg die
genaue Zusammensetzung der Kabinenluft und studierten den Einfluss von
Bewegungen der Raumfahrer auf die Mikrogravitation. Weiterhin führten sie
astronomische Beobachtungen im ultravioletten und im
Röntgenstrahlungsbereich durch. Im Rahmen des Forschungsprogrammes ERDE
wurden Aufnahmen von Nordafrika, Nord- und Südamerika, dem pazifischen
Raum, Australien mit der Kamera KFA 1000 gemacht. Mit der topografischen
Dreikanal-Kamera KATE 140 fertigten sie außerdem fotografische Aufnahmen
von Teilen Russlands, Kasachstans und der Ukraine an. Im Zusammenhang mit
geologischen Untersuchungen im Süden der Ukraine fand auch das
Mehrkanalspektrometer MKS 2M (19 Kanäle im Wellenlängenbereich
zwischen 415 nm und 1030 nm) Verwendung. Weitere wissenschaftliche
Untersuchungen fanden zur Kristallzüchtung, zur Erosion verschiedener
Werkstoffe durch atomaren Sauerstoff, zur Schädigung lebender Zellen durch
kosmische Strahlung, zur Kristallisation biologischer Makromoleküle und
zum Einfluss künstlicher Schwerkraft auf das Wachstum von Pflanzen statt.
Mit der Multispektralkamera
MKF
6MA wurden hochauflösende Aufnahmen der Erdoberfläche gemacht. Durch
solche Aufnahmen werden Aussagen über Umweltverschmutzungen, vermutliche
Lagerstätten bestimmter Bodenschätze oder Erntevorhersagen
möglich.
Nachschub und neue Experimentiereinrichtungen wurde mit
den Transportraumschiffen Progress M-12 und M-13 geliefert.
Bei der
Landung gab es ein Problem, so dass die Landekapsel kopfüber zu liegen
kam. Die Kapsel musste von der Bergungsmannschaft erst gedreht
werden.