Start vom Kosmodrom Baikonur; Landung 200 km
südwestlich von Kustanai / 25 km südöstlich von Shitikara.
Es erfolgte eine Kopplung mit der einen Tag vorher gestarteten
Sojus 4, wobei
Sojus 4 die aktive Rolle übernahm.
Es war damit das erste Docking von zwei bemannten Raumschiffen, die sowohl
mechanisch als auch elektrisch miteinander verbunden waren. Es gab aber keine
Durchstiegsluke zum jeweils anderen Raumschiff. Der Umstieg der Kosmonauten
Jewgeni
Chrunow und Alexej
Jelissejew am 16. Januar 1969 musste durch einen
Weltraumspaziergang (0h 37m) zu
Sojus 4
erfolgen. Dazu musste die
Sojus
4-Kapsel zunächst drucklos gestellt werden, damit die beiden
Kosmonauten auch einsteigen konnten.
Das sowjetische Fernsehen
übertrug die Vorbereitungen zum Weltraumausstieg live. Jewgeni
Chrunow und Alexej
Jelissejew zogen ihre Jastreb-Anzüge im
Orbitalmodul von Sojus 5 mit Hilfe des Kommandanten Boris
Wolynow an. Mit der Entwicklung der
Jastreb-Raumanzüge wurde 1965 kurz nach Alexej
Leonows ersten problematischen Weltraumausstieg begonnen.
Alexej
Leonow wirkte als Berater während der Entwicklung mit,
die 1966 abgeschlossen wurde. Die Herstellung und der Test erfolgte 1967 aber
der Unfall mit
Sojus 1 und die
Kopplungsprobleme von Sojus 2 und
Sojus
3 im Oktober 1968 verschoben den ersten Einsatz im Weltraum bis zu dieser
Mission. Um die Probleme zu beseitigen, die den Ausstieg Alexej
Leonows so problematisch haben werden lassen, nutzten die
Jastreb-Anzüge ein Seil-Rollen-Gelenksystem. Große
Metallringe um den aus Nylonstoff gefertigten Unteranzug dienten als Anker
für die oberen Gelenke. Der Anzug hatte ein sich regenerierendes
Lebenserhaltungssystem in einer weißen Metallkiste auf dem Bauch des
Anzugs. Boris
Wolynow überprüfte die Lebenserhaltungs- und
Kommunikationssysteme beider Kosmonautenanzüge bevor er ins Kommandomodul
zurückkehrte, die Verbindungsluke schloss und das Orbitalmodul
dekomprimierte. Beim Ausstieg verhedderten sich Jewgeni
Chrunow Halteleinen, und er schaltete versehentlich seine
Anzugslüftung aus. Dies lenkte Alexej
Jelissejew ab und er vergaß, die Filmkamera
anzuschalten bevor er das Orbitalmodul verließ. Daher gibt es von diesem
historischen Weltraumausstieg nur eine schlechte Videoaufzeichnung und keine
Filmaufnahmen. Jewgeni
Chrunow bewegte sich danach als Erster zum Orbitalmodul von
Sojus 4 als die beiden Raumschiffe
über Südamerika und damit außerhalb des Funkkontaktes zur
Bodenstation waren. Alexej
Jelissejew stieg um als der Komplex sich über der
Sowjetunion befand.
Erst nachdem sie im Raumschiff waren konnte wieder
der Druck hergestellt werden. Jewgeni
Chrunow und Alexej
Jelissejew brachten Zeitungen, Briefe und Telegramme mit, die
nach Wladimir
Schatalows Start gedruckt worden sind, als Beweis, dass der
Transfer wirklich stattgefunden hatte.
Während des Fluges wurden
zudem wissenschaftliche (medizinische und biologische) und technische
Experimente durchgeführt. Letztlich waren dieses aber alles Tests für
die beabsichtigte sowjetische Mondlandung. Nach einem gemeinsamen Flug von 4
Stunden und 35 Minuten trennten sich die beiden Raumschiffe wieder.
Diese Mission bewies die Möglichkeit, dass die für das
sowjetische Mondprogramm nötigen Schritte im Weltraum ausführbar
waren. Der Plan sah einen einzelnen Kosmonauten vor, der über einen
Weltraumaustieg vom Landemodul wieder in das Raumschiff gelangen sollte. Anders
als die Apollo-Raumschiffe hatte das sowjetische Modell keinen
Verbindungstunnel zwischen Lande- und Kommandomodul.
Boris
Wolynow blieb allein an Bord des Sojus 5-Raumschiffes. Seine
Landung hätte sich aber fast zu einem Desaster entwickelt. Nach dem
Zünden der Düsen für den Wiedereintritt in die
Erdatmosphäre löste sich das
PAO Service Modul nicht gleich von der Landekapsel und
Boris
Wolynow raste in seinem Raumschiff mit der Nase voran
Richtung Erde. Dies hätte seinen sicheren Tod durch Verglühen
bedeutet. Als die Sojus-Landekapsel in die Atmosphäre eintauchte, suchte
sich das noch teilweise zusammenhängende Raumschiff die aerodynamisch
stabilste Lage - mit der Nase voran. Das bedeutet, dass das schwere
Rückkehrmodul mit der ungeschützten Seite voran dem Luftwiderstand
ausgesetzt war. Die Dichtungen der vorn liegenden Luke begannen zu brennen und
füllten die Landekapsel mit giftigen Dämpfen. Die Bremsbeschleunigung
drückte Boris
Wolynow, der keinen Druckanzug trug, gegen die Gurte, anstatt
in seinen gepolsterten Sitz. Dieser versuchte in dieser Situation noch die
wichtigen Aufzeichnungen vom Kopplungsverlauf zu retten, indem er diese in
seinen Sitz stopfte in der Hoffnung, dass diese bei der vermuteten kommenden
Katastrophe dort überlebten. Auf den Tonbandaufzeichnungen mit Boris
Wolynows Protokoll war als nächstes das Krachen der
Explosion der Treibstofftanks der Gerätesektion zu hören, was die
Luke nach innen ausbeulte, sie jedoch dennoch standhielt. Auch die Bremsraketen
des Rückkehrmoduls, die normalerweise den Wiedereintritt verlangsamen
sollten, arbeiteten nicht (obwohl die Automatik dies anzeigte), da deren
Treibstoff vom Computer bei dem vergeblichen Versuch, die Taumelbewegungen
auszugleichen, verbraucht worden war.
Glücklicherweise schmolzen durch
die enorme Hitzeeinwirkung aber auch die Bolzen, die Landekapsel und Service
Modul miteinander verbanden. Das war zwar im Grunde ebenfalls ein
Konstruktionsfehler, erwies sich hier aber als glückliche Fügung.
Quasi im letzten Moment drehte sich dadurch die Kapsel, so dass nun das
Hitzeschild vorne war. Da inzwischen auch sämtliche Energievorräte
erschöpft waren, ließen sich auch die Landeraketen nicht
zünden. Boris
Wolynow überstand dann eine unkontrollierte Landung mit
einer Belastung von 9g. Ein weiteres Problem für Boris
Wolynow bestand darin, dass die Fallschirmseile teilweise
verheddert waren, sich der Schirm aber dennoch zumindest partiell entfaltete
und die (wahrscheinlich bei dem unglücklichen Abstieg beschädigten)
Landeraketen nicht richtig arbeiteten. Er landete sehr weit vom vorgesehenen
Ziel und brach sich dabei den Kiefer und verlor auch einige Zähne. Es war
eine der härtesten und schwierigsten Landungen in der Geschichte der
bemannten Raumfahrt.
Am 24. Januar 1969 sollten die Besatzungen beider
Raumschiffe den damaligen KPdSU-Generalsekretär Leonid Breschnew
während einer Willkommenszeremonie vor dem Moskauer Kreml treffen. Dies
wurde aber durch ein Attentat auf den Sowjetführer verhindert. Der
Unterleutnant Wiktor Iljin schoss acht Mal auf den Konvoi, zielte aber
irrtümlich nicht auf Brechnews Auto, sondern auf das, in dem die bereits
früher in den Weltraum geflogenen Kosmonauten Georgi
Beregowoi, Alexej
Leonow, Andrijan
Nikolajew und Walentina
Tereschkowa saßen. Der Fahrer des Wagen wurde
getötet, ein Fahrer der Motorradeskorte, Georgi
Beregowoi und Andriyan
Nikolajew wurden leicht verletzt, letzterer konnte das
Fahrzeug anhalten. Der Wagen Breschnews fuhr daraufhin an den auf der
Tribüne wartenden
Sojus 4 und
Sojus 5-Besatzungen vorbei.