Stammbesatzungen der MIR

MIR: Expedition 14
(EO-14)

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Besatzung, Start- und Landedaten

Nr.: 1 2
Nation:
Name:  Ziblijew  Serebrow
Vorname:  Wassili Wassiljewitsch  Alexander Alexandrowitsch
Position:  Kommandant  Bordingenieur
Raumschiff (Start):  Sojus TM-17  Sojus TM-17
Startdatum:  01.07.1993  01.07.1993
Startzeit:  14:32 UTC  14:32 UTC
Raumschiff (Landung):  Sojus TM-17  Sojus TM-17
Landedatum:  14.01.1994  14.01.1994
Landezeit:  08:18 UTC  08:18 UTC
Flugdauer:  196d 17h 45m  196d 17h 45m
Erdorbits:  3113  3113

Double Crew

Nr.: 1 2
Nation:
Name:  Afanassjew  Ussatschow
Vorname:  Wiktor Michailowitsch  Juri Wladimirowitsch
Position:  Kommandant  Bordingenieur

Expeditionsverlauf

Start vom Kosmodrom Baikonur; Landung 215 km westlich von Karaganda / 180 km südwestlich von Zelinograd.

Es war die französische Mission ALTAIR. Nach zweitägigem Alleinflug koppelte Sojus TM-17 am 03. Juli 1993 an die Raumstation MIR an. Es folgten zunächst gemeinsame wissenschaftliche Arbeiten mit der 13. Stammbesatzung. Die Experimente der ALTAIR-Mission betrafen die Kategorien Medizin, Biologie, Astrophysik, Materialforschung und Technik. Die französische Mission war auf Wunsch der russischen Raumfahrtorganisation um ein Jahr vorverlegt worden. Trotz der verkürzten Vorbereitungszeit war sie das bis dahin anspruchsvollste gemeinsame Unternehmen. Erstmals wurde ein Großteil der wissenschaftlichen Daten über den Kommunikationssatelliten LUTSCH direkt ins französische Kontrollzentrum nach Toulouse übermittelt. Hier saßen Experten, die auf die Experimente direkt einwirken konnten. Die Experimente der Altair-Mission betrafen die Kategorien Medizin, Biologie, Astrophysik, Materialforschung und Technik. Die notwendigen Apparaturen waren bereits mehrere Wochen vor dem Start von Sojus TM-17 mit dem Frachtraumschiff Progress M-18 zur Station gebracht worden.

Im Vordergrund standen Untersuchungen, welche die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf den Menschen zum Gegenstand hatten. Astrophysikalische Forschungen betrafen die Aufnahme von UV-Spektren ausgewählter Sterne sowie die Erstellung einer Himmelskarte von Röntgenstrahlungsquellen. Werkstofftechnische Experimente behandelten Probleme der Benetzung von Keramikkörpern durch Legierungsschmelzen und die Erforschung ihrer Erstarrung. Außerdem wurden verschiedene Halbleiterkristalle hergestellt. Mit physikalischen Problemen beschäftigte man sich in einer Versuchsreihe, bei der die Kraftübertragung beim Aufprallen von Kugeln auf ebene Flächen untersucht wurde. Hier sollten vor allem Zusammenhänge zwischen Oberflächenkräften, Grenzflächenenergien, Oberflächenbeschaffenheiten, Elastizität und Temperatur erforscht werden.

Nach der Rückkehr der 13. Stammbesatzung (zusammen mit Jean-Pierre Haigneré) bildeten Wassili Ziblijew und Alexander Serebrow die 14. MIR-Stammbesatzung. Sie unternahmen überwiegend materialwissenschaftliche Versuche.

Die 14. Stammbesatzung der Raumstation MIR absolvierte auch weiterhin ein umfangreiches Forschungs- und Arbeitsprogramm. Bereits am 24. Juli 1993 wurde die Rückkehrkapsel von Progress M-17, mit Forschungsergebnissen beladen, auf die Heimreise geschickt. Am 11. August 1993 wurde das unbemannte Transportschiff von der Station abgekoppelt und in eine tiefere Umlaufbahn gebracht. Hier soll im Auftrag der NASA über einen längeren Zeitraum die aerodynamische Abbremsung durch die Hochatmosphäre gemessen werden. Wenige Tage später brachte Progress M-19 Versorgungsgüter und Geräte zur Station.

Wissenschaftliche Experimente wurden auf den Gebieten Biomedizin, Astrophysik, Erderkundung und Werkstoffforschung ausgeführt. So wurden im Modul Kristall Halbleiterkristalle höchster Reinheit aus Galliumarsenid hergestellt. Ebenfalls der Produktion reiner Halbleiter diente ein Experiment im Auftrag der amerikanischen Firma Boeing, welches im Oktober mit Progress M-20 in die Station gelangte. Die fertigen Kristalle wurden mit der Rückkehrkapsel des Transporters sechs Wochen später auf die Erde gebracht.

Nach dem Abflug des Franzosen Jean-Pierre Haigneré mit dem Raumschiff Sojus TM-16 führten Wassili Ziblijew und Alexander Serebrow fünf Außenbordeinsätze durch.

Die erste EVA unternahmen die beiden Kosmonauten am 16. September 1993 (4h 18m). Dabei begannen sie mit dem Zusammenbau des Rapana-Segments. Hierbei handelt es sich um den experimentellen Zusammenbau eines Mastes, der auch für eine mögliche zweite Raumstation MIR von Bedeutung gewesen wäre.

Am 20. September 1993 (3h 14m) vollendeten die Kosmonauten den Zusammenbau von Rapana während einer zweiten EVA.

Den dritten Außenbordeinsatz führten Wassili Ziblijew und Alexander Serebrow am 28. September 1993 (1h 52m) durch. Nach dem Verlassen der Raumstation führten sie verschiedene Aufgaben aus, zu denen die Inspektion der MIR im Rahmen der ersten Phase des Programms Panorama gehörte. Sie stellten ein 5 Millimeter großes Loch auf einer der Solarzellen fest. In der Umgebung dieses Lochs fanden sich weitere Beschädigungen mit Größen von mehreren Zentimetern.

Die vierte EVA wurde am 22. Oktober 1993 (0h 38m) durch die beiden Kosmonauten unternommen. Sie setzten die Inspektion der MIR im Rahmen des Programms Panorama fort und führten kleinere Aufgaben aus.

Für die Durchführung der fünften und letzten EVA verließen Wassili Ziblijew und Alexander Serebrow am 29. Oktober 1993 (4h 12m) die Raumstation. Neben anderen Arbeiten wurde erneut die MIR im Rahmen des Programms Panorama inspiziert. Am Ende des Programms war die Oberfläche der MIR vollständig überprüft. Panorama offenbarte zahlreiche kleinere Einschläge, von denen jedoch keiner die Hülle der MIR durchschlagen hatte.

Nach Beendigung ihres Arbeitsprogramms versagte beim Abkoppeln des Raumschiffs die Automatik, so dass auf Handbetrieb umgeschaltet werden musste. Die anschließende, kurze Berührung der Kopplungsadapter verursachte jedoch weder an der Kapsel noch an der Raumstation eine Beschädigung.

Fotos / Zeichnungen

 

© CNES / Christian BARDOU, 1993

 

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Letztes Update am 28. August 2012.