Start vom Kosmodrom Baikonur; Landung 100 km
nordwestlich von Arkalyk.
Nach zweitägigem Alleinflug koppelte
Sojus TM-15 am 29. Juli 1992 an die Raumstation MIR an. Es folgten
zunächst wissenschaftliche Arbeiten mit der
elften Stammbesatzung.
Dann bildeten Anatoli
Solowjow und Sergej
Awdejew die
zwölfte
MIR-Stammbesatzung.
Während der zweiwöchigen,
französischen MIR-Antares-Mission wurden elf Experimente aus den Bereichen
Biomedizin, Technologie und Physik durchgeführt. ORTHOSTATISME
beschäftigte sich mit der Untersuchung von Blutdruck und
Kreislaufregulierung sowie mit der Verteilung der Blutströmung in der
Schwerelosigkeit. Ebenso wurden die Auswirkungen auf den Hormonhaushalt
erforscht. Im Experiment ILLUSION wurde die Anpassung der Sinnesorgane an die
Weltraumbedingungen untersucht. Bei NAUSICAA 1 ging es um Messung der
Zusammensetzung und Stärke des Strahlungsfeldes, welches die Raumfahrer
umgibt. Weitere Experimente beschäftigten sich mit der Lebensdauer von
Blutkörperchen und Auswirkungen auf das Immunsystem.
Kristallzüchtung, die Wirkung kosmischer Strahlung auf elektronische
Bauteile und das Verhalten von Flüssigkeiten in der Schwerelosigkeit waren
weitere Untersuchungsgegenstände.
Nach dem Abkoppeln von
Sojus TM-14 (Alexander
Wiktorenko / Alexander
Kaleri / Michel
Tognini) begann für die
zwölfte
Stammbesatzung der Station der Alltag. Geophysik, materialwissenschaftliche
Herstellung spezieller Legierungen und Kristalle, biotechnologische,
astronomische und medizinische Untersuchungen standen im Mittelpunkt.
Außerdem wurde der Kleinsatellit MAK 2 für das Moskauer
Luftfahrtinstitut ausgesetzt.
EVAs wurden durch Anatoli
Solowjow und Sergej
Awdejew am 03. September 1992 (3h 56m), 07. September 1992
(5h 08m), 11. September 1992 (5h 44m) und am 15. September 1992 (3h 33m)
ausgeführt. Dabei wurden der
WDU-Thruster auf den Sofora-Mast und die Kurs
Kopplungssystem Antenne an das Kristall-Modul installiert. Der Triebwerksblock
war mit Progress M-14 angeliefert worden. Dazu wurde das Transportraumschiff
entsprechend modifiziert. Am 02. September 1992 wurde per Funkbefehl die
Ladeluke des Frachters geöffnet, und ein Roboterarm, der am vorderen Teil
von Progress M-14 befestigt war, hievte das 750 kg schwere und mehr als zwei
Meter lange Triebwerk aus dem Laderaum. Anschließend wurde es zum
Kwant-Modul herübergeschwenkt und in die Montageposition gebracht. Vier
Tage später wurde SOFORA am Gittermast in der richtigen Position
befestigt. Beim dritten Ausstieg am 11. September 1992 wurden die notwendigen
Kabelverbindungen installiert und das Triebwerk durch Ausfahren des
Gittermastes in Arbeitsposition gebracht. Bei einem weiteren Ausstieg am 15.
September 1992 montierten die Kosmonauten eine spezielle Antenne für das
Annäherungssystem Kurs am Kristall-Modul, die auch das Andocken
größerer Raumfahrzeuge gestattet.
Die Rückkehrkapsel
von Progress M-14 wurde kurz vor dem Ablegen mit etwa 150 kg Forschungsmaterial
beladen. Eine weitere Materiallieferung erfolgte mit Progress M-15 im Oktober
1992.