Bemannte Raumflüge

Internationale Flug-Nr. 135

Sojus TM-11

Derbent

UdSSR

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Start-, Bahn- und Landedaten

Startdatum:  02.12.1990
Startzeit:  08:13 UTC
Startort:  Baikonur
Startrampe:  1
Bahnhöhe:  350 km
Inklination:  51,6°
Ankopplung MIR:  04.12.1990, 09:57:09 UTC
Abkopplung MIR:  26.05.1991, 06:15:59 UTC
Landedatum:  26.05.1991
Landezeit:  10:04 UTC
Landeort:  68 km SO von Dsheskasgan

Crew auf dem Weg zum Start

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alternatives Crewfoto

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Besatzung

Nr.   Name Vorname Position Flug-Nr. Flugdauer Erdorbits
1  Afanassjew  Wiktor Michailowitsch  Kommandant 1 175d 01h 50m  2770 
2  Manarow  Mussa Chiramanowitsch  Bordingenieur 2 175d 01h 50m  2770 
3  Akiyama  Toyohiro  Forschungskosmonaut 1 7d 21h 54m  125 

Sitzverteilung der Besatzung

Start
1  Afanassjew
2  Manarow
3  Akiyama
Landung
1  Afanassjew
2  Manarow
3  Sharman

Animationen: Sojus

(erfordert Macromedia Flash Player)
mit freundlicher Genehmigung von www.marscenter.it

Double-Besatzung

Nr.   Name Vorname Position
1  Arzebarski  Anatoli Pawlowitsch  Kommandant
2  Krikaljow  Sergej Konstantinowitsch  Bordingenieur
3  Kikuchi  Ryoko  Forschungskosmonaut
 

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Flugverlauf

Start vom Kosmodrom Baikonur; Landung 68 km südöstlich von Dsheskasgan.

Die Mission stellte den ersten kommerziellen Flug mit zahlendem Passagier dar. Der private japanische Fernsehsender TBS zahlte dafür 28 Millionen Dollar und Toyohiro Akiyama musste täglich eine zehnminütige TV-Übertragung und 20 Minuten Radioberichte senden. Die Sowjetunion nannte es den ersten kommerziellen Raumflug und gab bekannt, dass sie damit 14 Millionen US-Dollar verdiente. Inkompatibilitäten der elektrischen Systeme und der Videogeräte zwangen ihn zum Gebrauch vieler Konverter. Seine Ausrüstung wog ca. 170 Kilogramm und war mit einem Progress-Transportraumschiff im voraus mitgebracht worden. Er war auch der erste Japaner im All.

Nach zweitägigem Alleinflug koppelte Sojus TM-11 am 04. Dezember 1990 an den Komplex Sojus TM-10-Kwant1-MIR-Kristall-Kwant2 an. Es folgten zunächst gemeinsame Arbeiten mit der siebten MIR-Stammbesatzung in den Bereichen Erderkundung, Biologie, Medizin und Materialforschung. Danach bildeten Wiktor Afanassjew und Mussa Manarow die achte Stammbesatzung.

Vor der achten Stammbesatzung lag ein umfangreiches Umbauprogramm an der russischen Raumstation. Nicht nur, dass im Inneren elektrische Leitungen verlegt wurden, damit in jedem Modul die gesamte elektrische Leistung der Solarzellenflächen genutzt werden kann, auch Außenbordarbeiten waren notwendig.

Der unbemannte Frachter Progress M-6 hatte für Nachschub an Material, Treibstoff, Sauerstoff und Verpflegung gesorgt.

Nach dem Abflug des Japanische Kosmonauten Toyohiro Akiyama mit dem Raumschiff Sojus TM-10 führten Wiktor Afanassjew und Mussa Manarow fünf Außenbordeinsätze durch.

Die erste EVA erfolgte am 07. Januar 1991 (5h 18m). Die beiden Kosmonauten reparierten ein beschädigtes Scharnier und testeten das Ergebnis ihrer Arbeit durch Schließen und Versiegeln der Einstiegsluke. Nach dem erneuten Öffnen der Luke widmeten sie sich anderen Aufgaben. Dazu gehörte der Transfer von Werkzeug und Gerät für die bei weiteren EVAs vorgesehenen Installationen. Letztlich montierten die Kosmonauten von Kwant2 eine TV-Kamera ab, um diese in der Raumstation zu reparieren.

Der zweite Außenbordeinsatz erfolgte am 23. Januar 1991 (5h 33m). Die Kosmonauten transportierten zunächst ganz langsam einen sechs Meter langen Behälter zum Arbeitsplatz am MIR-Basisblock. In diesem Container befand sich Strela, ein faltbarer Transportarm, der an der Basis ein Drehgelenk besitzt. Sie befestigten Strela an einer Vorrichtung, die während des Starts des Basisblocks genutzt worden war. Der 45 Kilogramm schwere Transportarm sollte eine zentrale Rolle bei der Verlagerung der beiden 500 Kilogramm schweren Solarzellenflügel vom Modul Kristall zum Modul Kwant1 einnehmen. Strela lässt sich bis auf eine Länge von 14 Metern ausfahren und kann Lasten von bis zu 700 Kilogramm transportieren.

Die beiden Kosmonauten unternahmen am 26. Januar 1991 (6h 20m) eine dritte EVA. Sie installierten dabei am Modul Kwant1 die tragenden Strukturen für die Aufnahme der Solarzellenflügel vom Modul Kristall.

Am 21. März 1991 näherte sich der unbemannte Transportfrachter Progress M-7 der Raumstation. In einer Entfernung von 500 Metern vom Andockknoten brach er jedoch den automatischen Anflug ab. Am 23. März 1991 unternahm das Raumschiff einen zweiten Anflugversuch. In einer Entfernung von nur noch 20 Meter vom Kopplungsstutzen entdeckte ein Flugüberwacher im ZUP einen "katastrophalen Irrtum" und brach den Anflug ab. Progress M-7 flog in einer Entfernung von 5 - 7 Metern an der Station vorbei und konnte nur mit knapper Not die Beschädigung von Solarzellenflügeln und Antennen vermeiden. Der Frachter wurde zunächst in einem nahegelegenen Orbit belassen, um das Problem analysieren zu können.

Um den Fehler bei Progress M-7 feststellen zu können, koppelten Wiktor Afanassjew und Mussa Manarow am 26. März 1991 das Raumschiff Sojus TM-11 vom vorderen Andockstützen ab und verlegten es an den hinteren Kopplungsadapter. Während des Anfluges nutzten sie das System Kurs statt die Sojus wie sonst bei Transfers üblich manuell zu steuern. Dabei fanden sie heraus, dass sich die Sojus ähnlich verhielt wie Progress M-7 zuvor. Auch das Sojus-Raumschiff drehte sich von Andockstutzen weg. Daraufhin legten die beiden Kosmonauten ihr Raumschiff manuell und ohne Probleme an den hinteren Ankopplungspunkt an. Sie hatten somit festgestellt, dass das Problem bei der Kurs-Antenne am hinteren Andockknoten zu suchen war. Am 28. März 1991 dockte Progress M-7 am vorderen Kopplungsadapter der MIR an.

Die vierte und letzte EVA während dieser Mission wurde am 25. April 1991 (3h 34m) unternommen. Mussa Manarow dokumentierte fotografisch die beschädigte Kurs-Antenne. Er berichtete, dass eine der Antennen-Schüsseln fehlte. Während dieser EVA befestigten die Kosmonauten wieder jene TV-Kamera, die sie während des ersten Außenbordeinsatzes abmontiert und in der Raumstation repariert hatten.

Anmerkung

Toyohiro Akiyama am 10. Dezember 1990 um 06:08 UTC mit Sojus TM-10 gelandet.

Fotos / Zeichnungen

 

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Letztes Update am 31. März 2013.