Besatzungen der ISS

ISS: Expedition 3

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Besatzung, Start- und Landedaten

Nr.: 1 2 3
Nation:
Name:  Culbertson  Deshurow  Tjurin
Vorname:  Frank Lee, Jr.  Wladimir Nikolajewitsch  Michail Wladislawowitsch
Position:  ISS-CDR  Bordingenieur  Bordingenieur
Raumschiff (Start):  STS-105  STS-105  STS-105
Startdatum:  10.08.2001  10.08.2001  10.08.2001
Startzeit:  21:10 UTC  21:10 UTC  21:10 UTC
Raumschiff (Landung):  STS-108  STS-108  STS-108
Landedatum:  17.12.2001  17.12.2001  17.12.2001
Landezeit:  17:55 UTC  17:55 UTC  17:55 UTC
Flugdauer:  128d 20h 45m  128d 20h 45m  128d 20h 45m
Erdorbits:  2028  2028  2028

Ersatz-Besatzung

Nr.: 1 2 3
Nation:
Name:  Korsun  Trestschow  Whitson
Vorname:  Waleri Grigorjewitsch  Sergej Jewgenjewitsch  Peggy Annette
Position:  ISS-CDR  Bordingenieur  Bordingenieurin

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Expeditionsverlauf

Start von Cape Canaveral; Landung auf Cape Canaveral (KSC).

Zu den Hauptzielen des Fluges STS-105 (Mission ISS-11-7A.1) gehörten der Austausch der ISS-Stammbesatzung sowie der zweite Einsatz des in Italien gebauten Multi-Purpose Logistics Module (MPLM) Leonardo. An Bord von Leonardo waren Experimente, Versorgungsgüter und Ausrüstungen. Die neuen Experimente dienten in erster Linie biotechnologischer und medizinischer Forschung. So wurde mit dem Komplex Cellular Biotechnology Operations Support System (CBOSS) im EXPRESS-Rack 4 das Wachstum verschiedener Zellarten analysiert. Als weitere Versuchsanordnung flog das Materials International Space Station Experiments (MISSE).

Das Multi-Purpose Logistics Module (MPLM) Leonardo, (Deutsch Mehrzwecklogistikmodul), wurde verwendet, um bei Space-Shuttle-Missionen Frachten zu und von der Internationalen Raumstation (ISS) in einem unter Luftdruck stehenden Raum zu transportieren.
Das Modul wurde während des Transportes mit dem Shuttle in dessen Ladebucht befestigt. Nach dem Andocken an die ISS wurde das MPLM mit Hilfe des Roboterarmes Canadarm2 aus der Ladebucht gehoben und am Unity-Modul angekoppelt. Anschließend wurde die Luke des Moduls geöffnet und die Astronauten erhielten Zugang zum MPLM, um es zu entladen sowie mit den zur Erde zu bringenden Frachten zu beladen. Bevor das Shuttle von der Station ablegte, wurde das Modul wieder in der Ladebucht befestigt und kehrte anschließend zusammen mit der Raumfähre zur Erde zurück.
Der wesentliche Vorteil dieses Verfahrens lag darin, dass Transportgüter, insbesondere die sogenannten International Standard Payload Racks, direkt vom MPLM in den amerikanischen Teil der Station verladen werden konnten. Kopplungsadapter vom APAS-Typ russischer Bauart, die auch zum Andocken des Space Shuttles benutzt werden, haben einen wesentlich geringeren Durchmesser und lassen kein Verladen sperriger Gegenstände zu. Weiterhin ermöglichte der Einsatz des MPLM, nicht mehr benötigte Ausrüstung und beendete Experimente zurück zur Erde zu transportieren. Andere Transportschiffe wie die unbemannten Progress- und ATV-Frachter verglühen beim Wiedereintritt und transportieren daher ausschließlich Müll von der Station ab.

Knapp eine Stunde nach der Kopplung öffneten Shuttle-Kommandant Scott Horowitz und ISS-Kommandant Juri Ussatschow die Luken. Dem schloss sich eine kurze Begrüßungszeremonie an. Frank Culbertson, Wladimir Deshurow und Michail Tjurin wurden als dritte Expedition neue Besatzung der ISS. Sie bauten die mitgebrachten Schalensitze in das angekoppelte Raumschiff Sojus TM-32 ein. Dies geschah als Vorsichtsmaßnahme für den Fall einer überhasteten Rückkehr vor Abholung durch das nächste Space Shuttle. Die bisherige zweite Expedition mit James Voss, Susan Helms und Juri Ussatschow kehrte an Bord von STS-105 zur Erde zurück. Für ihren Rückflug waren im Mitteldeck des Orbiters Liegesitze eingebaut worden.

Am 13. August 2001 wurde das Logistikmodul MPLM Leonardo von Patrick Forrester mit Hilfe des Greifarms der Discovery aus der Ladebucht gehoben und am Unity-Modul angedockt (15.55 UTC). Leonardo ist eines von drei durch die italienische Raumfahrtbehörde ASI entwickelten und gebauten Transportmodule. Das zylindrische Objekt war 6,4 Meter lang und hatte einen Durchmesser von 4,6 Meter. Es hatte eine Masse von knapp 4,1 Tonnen und konnte bis zu 9 Tonnen Nutzlasten zur Internationalen Raumstation befördern. Die Versorgungsgüter konnten in 16 sogenannten "Racks" verstaut werden. Die drei Module besaßen eigene Lebenserhaltungssysteme, Stromversorgung und Computeranlagen. Sie waren wiederverwendbar, hatten aber keine eigenen Steuerungsmöglichkeiten.
Nach der erfolgreichen Umsetzung des Moduls zur ISS und der Herstellung des Druckausgleichs wurden die Luken geöffnet und die Mannschaften begannen die Entladearbeiten. Mehr als 3 Tonnen Ausrüstung, Lebensmittel und Wasser wurden in der Station verstaut. Bereits abgeschlossene Experimente und persönliche Gegenstände der ISS-2-Mannschaft sowie Abfall wurden im Gegenzug in die Discovery bzw. in das Logistikmodul Leonardo transportiert. Leonardo wurde am 19. August 2001 von der Station abgekoppelt und wieder im Laderaum des Shuttle untergebracht.

Am 14. August 2001 wurde im russischen Service-Modul Swesda eine neue Software installiert, die an den folgenden Tagen getestet wurde. Mit ihr verbessert sich die Steuerung der Station vom russischen Teil aus. Dies war insbesondere für die Ankunft des russischen Kopplungs- und Ausstiegsmoduls Pirs im September 2001 wichtig.

Die erste EVA der Mission wurde durch Daniel Barry und Patrick Forrester am 16. August 2001 (6h 16m) zur Montage eines Ammoniak-Tanks und zwei wissenschaftlichen Experimenten ausgeführt. Zuerst brachten die beiden Astronauten den "Early Ammonium Servicer" (EAS) am P6 Truss an. Das Kühlmittel in den Kanistern wurde als Reserve außen an der ISS deponiert bis größere Vorratsbehälter permanent an der Raumstation angebracht werden. Transportiert wurde EAS mit Hilfe des Shuttle-Greifarms, der von Scott Horowitz bedient wurde.
Anschließend montierten Daniel Barry und Patrick Forrester das MISSE-Experiment außen an der Quest-Luftschleuse fest. Es kann dort von der ISS-Besatzung später relativ einfach wieder geborgen werden.
MISSE ist ein materialwissenschaftliches Experiment, das in vier Containern untergebracht ist. Zwei davon wurden mit STS-105 transportiert. Nach ihrer Befestigung wurden die Container geöffnet und der Inhalt über längere Zeit dem freien Weltraum ausgesetzt. Die ersten Experiment-Proben bestanden aus neuen Generationen von Solarzellen, optischen Komponenten für künftige Satelliten, neuen Hitzeschutz-Farbschichten, neuen leichteren Schutzschilden zum Schutz vor Weltraumstrahlung, Schutzschild-Materialien gegen Mikrometeoriten, Spiegel und Linsen für den Einsatz im All sowie entfaltbaren Solarsegeln und Spiegeln.

Die zweite und letzte EVA unternahmen ebenfalls Daniel Barry und Patrick Forrester am 18. August 2001 (5h 29m). Die Astronauten brachten Strom- und Datenkabel außen an der ISS an, die für spätere Module und den weiteren Aufbau der Raumstation benötigt werden. Weiterhin montierten sie insgesamt 11 neue Handgriffe an das Modul Destiny. Damit war die ISS für die Ankunft des S0 Trägers mit STS-110 vorbereitet. Auch bei diesem Außenbordeinsatz wurden die beiden Astronauten durch Scott Horowitz am Greifarm des Space Shuttle unterstützt.

Während des gemeinsamen Fluges wurden mit den Triebwerken der Discovery zwei Bahnmanöver durchgeführt. Dadurch wurde der Orbit der Station um etwa 7 Kilometer angehoben.

Am 20. August 2001 koppelte die Discovery-Besatzung mittels Federkraft wieder von der ISS ab. Dadurch werden Beschädigungen oder Verunreinigungen der Station vermieden. Erst danach wurden die Steuerungstriebwerke aktiviert und die Raumfähre entfernte sich von ihr bis zu einer Distanz von etwa 150 Meter. Von dort aus umflog Frederick Sturckow die Orbitalstation eineinviertel Mal, ehe die Triebwerke der Discovery erneut gezündet wurden und der Raumgleiter seine Distanz vergrößerte.

Anschließend wurde der Kleinsatellit Simplesat gestartet, mit dem demonstriert werden soll, wie genau eine Satellitensteuerung über das "Global Positioning System" (GPS) ist.


Der unbemannte russische Frachter Progress M-45 legte am 23. August 2001 um 09:51:32 UTC an der Internationalen Raumstation an. Er war am 21. August 2001 um 09:23:54 UTC vom Kosmodrom Baikonur gestartet. Das Transport-Raumschiff brachte 2,5 Tonnen Treibstoff, wissenschaftlichen Geräten, persönlichen Sachen der Stationsbesatzung, Nahrungsmitteln, Sauerstoff, Datenträgern, medizinischer Ausrüstung und Ersatzteilen für verschiedene Stationssysteme am hinteren Kopplungsaggregat der Station zur Stammbesatzung. Am 22. November 2001 um 16:12:01 UTC koppelte Progress M-45 wieder ab. Der Frachter wurde kontrolliert zum Absturz gebracht und verglühte am selben Tag über dem Pazifischen Ozean.

Am 17. September 2001 um 01:05 UTC dockte das Ausstiegs- und Kopplungsmodul Pirs am unteren Stutzen des Wohn- und Steuermoduls Swesda an. Es war mit einem modifizierten Progress-Transporter am 14. September 2001 um 23:34:55 UTC gestartet worden. Wenige Stunden nach der Kopplung betraten die Mitglieder der ISS-Besatzung das Modul, aktivierten Belüftung und Beleuchtung und entluden die zusätzlich im Innenraum verstaute Fracht. Dazu gehörten wissenschaftliche und technische Ausrüstungen, Sanitärmaterial, Datenträger und Ersatzteile, insgesamt etwa 800 kg. Später wurden außerdem 870 kg Treibstoff in die Tanks von Sarja gepumpt. Des Weiteren wurde der Führungskonus des Kopplungssystems demontiert und die Software des Computers im Modul aktualisiert. Das Antriebsteil wurde am 26. September 2001 um 15:36 UTC abgestoßen und verglühte in der Erdatmosphäre.

Pirs (russisch für Pier) oder Docking Compartment 1 (russisch Stykowotschny Otsek), ist ein russisches Kopplungs- und Ausstiegsmodul der Internationalen Raumstation (ISS) und zudem das dritte russische Modul der Station.
Pirs ist 4,05 m lang (mit Kopplungsaggregaten 4,91 m), hat einen maximalen Durchmesser von 2,55 m und eine Masse von 3.676 kg mit mitgelieferten Frachten und später zu installierenden Elementen (Leermasse 2.882 kg). Das Modul bietet etwa 13 Kubikmeter unter Druck stehenden Raum, vor allem für Ausrüstungen, die bei Ausstiegen benötigt werden. Dazu befinden sich in der Mantelfläche zwei gegenüberliegende Luken mit einem Durchmesser von jeweils einem Meter, die zum Ausstieg von zwei Kosmonauten in Orlan-M-Raumanzügen geeignet sind. Beide Luken sind gleichwertig und können je nachdem auf welcher Seite der Ausstieg bequemer ist, verwendet werden. Die Luken öffnen sich nach innen und sind für 120 Öffnungs- und Schließvorgänge ausgelegt. Jede Luke verfügt über ein rundes Fenster mit 228 mm Durchmesser.
Pirs verfügt über Treibstoffleitungen, um den von Progress-Frachtern angelieferten Treibstoff in die Module Sarja und Swesda zu transportieren. An der Außenseite des Moduls waren bis 2012 die beiden Strela-Kräne angebracht, die die Raumfahrer bei ihren Außenbordeinsätzen unterstützten.
Pirs verfügt über zwei Kopplungsstutzen: einen aktiven Kopplungsstutzen vom Typ "SSWP-M 8000" an dem Ende des Moduls, das an die ISS angedockt ist, sowie einen passiven Kopplungsstutzen vom Typ "SSWP G4000" an dem gegenübergelegenen Ende, an dem Raumtransporter anlegen können. Pirs fungiert sozusagen als Adapter und bietet damit zusätzlich zu Sarja-Nadir und dem hinteren Andockstutzen des Swesda-Moduls eine dritte Möglichkeit zum Ankoppeln von Sojus-Raumschiffen und Progress-Frachtern. Vor der Ankopplung von Pirs konnten an der Station lediglich zwei Versorgungsschiffe mit russischem Kopplungsadapter angekoppelt werden. Dabei wurde zunächst ein Telemetrie- und Datenkabel zwischen Swesda und Pirs gezogen. Es dient vor allem der Kommunikation der Bodenstation mit den Weltraumarbeitern und der Überwachung ihrer Lebensfunktionen. Danach wurden Haltegitter, eine Leiter und der Kranmast Strela montiert. Es folgten eine Zielmarke und eine Navigationsantenne für das automatische Kopplungssystem. Ein Test der Stabilität des Kranarms musste aus Zeitgründen zunächst entfallen.

Die erste EVA der Stammbesatzung durch Wladimir Deshurow und Michail Tjurin wurde am 08. Oktober 2001 (4h 58m) unternommen. Es wurde erstmals die in Russland gebaute neue Luftschleuse und Andocksegment Pirs genutzt, die seit September 2001 an das Swesda-Modul angedockt ist. Dabei wurde zunächst ein Telemetrie- und Datenkabel zwischen Swesda und Pirs gezogen. Es dient vor allem der Kommunikation der Bodenstation mit den Weltraumarbeitern und der Überwachung ihrer Lebensfunktionen. Danach wurden Haltegitter, eine Leiter und der Kranmast Strela montiert. Es folgten eine Zielmarke und eine Navigationsantenne für das automatische Kopplungssystem. Ein Test der Stabilität des Kranarms musste aus Zeitgründen zunächst entfallen.

Ein zweiter Raumspaziergang durch Wladimir Deshurow und Michail Tjurin wurde am 15. Oktober 2001 (5h 52m) zur Montage verschiedener Instrumente an der Außenhülle des Moduls Swesda ausgeführt.

Am 19. Oktober 2001 stiegen die drei Raumfahrer in ihr Sojus-Raumschiff, koppelten ab und legten 16 Minuten später am neuen Modul Pirs wieder an. Damit wurde nicht nur das Kopplungsaggregat getestet. Wenn das Ersatzraumschiff am Sarja-Modul angedockt ist, kann der dritte Mann während eines Ausstieges in der Station bleiben, da die Rettungskapsel dann auch im Falle einer Enthermetisierung des Kopplungsmoduls für ihn erreichbar bleibt.

Am 23. Oktober 2001 legte das russische Raumschiff Sojus TM-33 an der Internationalen Raumstation an. Mit Sojus TM-33 gelangte die zweite Taxi-Crew zur ISS. Die von der französischen Raumfahrtagentur CNES organisierte Andromède Mission diente zum Austausch des bisherigen "Rettungsbootes" der ISS (Sojus TM-32), beinhaltete aber auch ein umfangreiches wissenschaftliches und technisches Forschungsprogramm. Dazu gehörten zwölf wissenschaftliche Experimente auf den Gebieten Biomedizin, Biotechnologie, Geologie und Technik. Der regelmäßige Austausch des Rettungsbootes ist wegen der begrenzten Betriebsdauer der Sojus-Raumschiffe in etwa halbjährlichem Abstand erforderlich. Die Gastbesatzung kehrte am 31. Oktober 2001 mit dem Raumschiff Sojus TM-32 zur Erde zurück.

Der dritter Raumspaziergang erfolgte durch Wladimir Deshurow und Frank Culbertson am 12. November 2001 (5h 4m). Sie montierten sieben Telemetriekabel des automatischen Kopplungssystems Kurs, beendeten die Montage des Gitterkrans Strela und inspizierten eine nicht exakt ausgeklapptes Solarzellenpaneel am Swesda-Modul. Michail Tjurin bediente derweil den Greifarm der Station, um das Arbeitsfeld zu beleuchten und eine Videoübertragung der Montagearbeiten zur Bodenstation zu ermöglichen.

Der unbemannte russische Frachter Progress M1-7 legte am 28. November 2001 um 19:43:02 UTC an der Internationalen Raumstation an. Er war am 26. November 2001 um 18:24:12 UTC vom Kosmodrom Baikonur gestartet. Aufgrund eines Dichtgummirestes im Verschlussmechanismus des Kopplungssystems konnte aber zunächst keine feste Verbindung zwischen dem Transportraumschiff und der Station etabliert werden. Das Transport-Raumschiff brachte Nahrungsmittel, Treibstoff, Sauerstoff und wissenschaftliche Experimente zur Stammbesatzung. Dazu gehörte auch der kleine Satellit Kolibri-2000. Am 19. März 2002 um 17:43 UTC koppelte Progress M1-7 wieder ab. Der Frachter wurde kontrolliert zum Absturz gebracht und verglühte am am gleichen über dem Pazifischen Ozean.

Die vierte und letzte EVA erfolgte durch Wladimir Deshurow und Michail Tjurin am 03. Dezember 2001 (2h 46m), um einen Gummiring zu entfernen, der ein korrektes Andocken eines unbemannten Frachters an dem Komplex verhinderte.

Ende August 2001 wurden mehrere neue Experimente begonnen. So wurde ein Analysegerät für flüchtige organische Substanzen (Volatile Organic Analyzer) installiert. Damit wurden täglich Luftproben auf organische Kontaminationen untersucht. Außerdem begann eine Testreihe mit einem Medikament, das der Bildung von Nierensteinen vorbeugen soll (Experiment Renal Stone). Die Wirkung des Medikaments soll mit Urinproben untersucht werden. Die Videokamera Dreamtime lieferte hochauflösende Aufnahmen von Experimenten, Teilen der Erdoberfläche sowie den Einrichtungen und Arbeiten in der Station.

Mit CBOSS (Cellular Biotechnology Operations Support System) wurden Zellkulturexperimente in der Internationalen Raumstation durchgeführt. In einer ersten Versuchsserie wurden 32 Proben mit Nieren-, Eierstock- und Dickdarmzellen vermehrt. Unter ihnen befand sich auch eine Vielzahl von Krebszellen. In der Schwerelosigkeit wächst Krebsgewebe in drei Dimensionen ungehindert. Die Untersuchung der Zellkomplexe ermöglicht neue Erkenntnisse über das Wachstum von Krebszellen. Nach der Wachstumsphase bei konstant 36° C wurden die Proben kurz analysiert, chemisch fixiert und anschließend eingefroren. CBOSS verfügt über eine ausgeklügelte Temperatursteuerung, eine Anlage zum Einfrieren der fertigen Proben, ein System zur Regulation der Gaszufuhr sowie einen Behälter zur Aufnahme von bis zu 48 Proben. Zur Züchtung von Proteinkristallen höchster Reinheit wurden die Advanced Protein Crystallisation Facility (APCF) sowie das Dynamic Controlled Protein Crytal Growth Experiment (DCPCG, beide in Express-Rack 1) genutzt. Beide Anlagen können von Wissenschaftlern von der Erde aus überwacht und gesteuert werden. Im September begannen die Untersuchungen zur Lungenfunktion. Dabei wurden die Atemgase unter Belastung analysiert (Gas Analyzer System for Metabolic Analysis Physiology = GASMAP) und das Lungenvolumen gemessen.

Beim Schwingungsdämpfungsexperiment ARIS kam erstmals die Shaker-Unit zum Einsatz. Mit ihr wurden hochfrequente Vibrationen in allen Dimensionen erzeugt. Sie wurde zudem an verschiedenen Stellen der ARIS-Plattform befestigt. ARIS versuchte dann, mit Hilfe von Schwingungsdämpfern, diese Vibrationen zu mindern. Viele Experimente reagieren sehr empfindlich auf kurzzeitige Beschleunigungen. In Zukunft sollen derartige Störungen vermieden werden. Deshalb wird an schwingungsdämpfenden Systemen wie ARIS gearbeitet.

Fortgeführt wurden Experimente zur Physik von Flüssigkeits-Partikel-Gemischen (EXPPCS), zur Messung der Beschleunigungen innerhalb der Station bei Bahnmanövern (MAMS, SAMS), zur Ermittlung der Strahlenbelastung (BBND), zur Interaktion zwischen Raumfahrern und Bodenpersonal (Interactions) zur Veränderung von Reflexen (Hoffman Reflex Experiment) sowie zur Erdbeabachtung (Crew Earth Observation). Beobachtungsziele waren z. B. Eis und Schnee in den Rocky Mountains und den Anden, Buschfeuer in Südafrika, Umweltbelastungen über Europa und den USA, Auswirkungen landwirtschaftlicher Aktivitäten im nahen Osten sowie Flussläufe in Asien, Afrika und Südamerika. Ebenfalls beobachtet wurden die Auswirkungen eines Taifuns über Japan und die Terroranschläge am 11. September 2001 in den USA.

Mit dem Experiment on Physics of Colloids in Space (EXPPCS) erfolgten im Oktober 2001 Tests an einem Colloid-Polymer-Gel und einer Colloid-Glas-Probe. Beim Erstarren werden die Strukturen, welche die Partikel in der Schwerelosigkeit einnehmen, fixiert und können später eingehender untersucht werden. Das Erstarren kann unter den Bedingungen der Mikrogravitation mehrere Tage dauern. Die Colloide bestanden dabei entweder aus einem großen Teilchen mit 6 kleineren ringsum oder aus einem größeren Partikel mit 13 umgebenden kleineren. Die Vibrationsdämpfungseinheit ARIS wurde mit dem Hammertest auf eine harte Probe gestellt. Bisher wurde die Dämpfung von Schwingungen im Bereich unter 1 Hz und zwischen 30 und 300 Hz untersucht. Ab März 2002 wurde ARIS operationell eingesetzt. Nach einem Umbau erneut aktiviert wurde EarthKAM, ein Kamerasystem, mit dem amerikanische Schüler vom Boden aus arbeiten konnten. Die Bilder wurden danach im Internet veröffentlicht. Mit der Human Research Facility HRF wurden Lungenfunktionstests durchgeführt. Dies geschah vor allem im Hinblick auf die bevorstehenden Außenbordarbeiten.

Während ihres Aufenthaltes an Bord der ISS führte die Crew der Expedition 3 folgende wissenschaftlichen Experimente durch (vollständige Auflistung):
APCF-Camelids (Advanced Protein Crystallization Facility - Extraordinary Structural Features of Antibodies from Camelids),
APCF-Crystal Growth (Advanced Protein Crystallization Facility - Solution Flows and Molecular Disorder of Protein Crystals: Growth of High Quality Crystals, Motions of Lumazin Crystals and Growth of Ferritin Crystals),
APCF-Crystal Quality (Advanced Protein Crystallization Facility - Effect of Different Growth Conditions on the Quality of Thaumatin and Aspartyl-tRNA Synthetase Crystals Grown in Microgravity),
APCF-Lipoprotein (Advanced Protein Crystallization Facility - Crystallization of Human Low Density Lipoprotein (LDL) Subfractions in Microgravity),
APCF-Lysozyme (Advanced Protein Crystallization Facility - Testing New Trends in Microgravity Protein Crystallization),
APCF-Octarellins (Advanced Protein Crystallization Facility - Crystallization of the Next Generation of Octarellins),
APCF-PPG10 (Advanced Protein Crystallization Facility - Protein Crystallization in Microgravity, Collagen Model (X-Y-Gly) Polypeptides - the case of (Pro-Pro-Gly) 10),
APCF-Rhodopsin (Advanced Protein Crystallization Facility - Crystallization of Rhodopsin in Microgravity),
ARIS-ICE (Active Rack Isolation System - ISS Characterization Experiment),
ARISS (Amateur Radio on the International Space Station),
BBND (Bonner Ball Neutron Detector),
Brados (Acquisition of Data About the Radiological, Electromagnetic and Different Physical Environments on Board ISS, and Their Effects on the Safety of the Crew, Space Equipment and Materials),
Cardio-ODNT (Dynamics of the Main Factors of Cardiac Function, of Central and Regional Circulation in Rest and During the Influence of Lower Body Negative Pressure),
CardioScience (Study of Cardiovascular Deconditioning Under Weightlessness Conditions),
CBOSS-01-02-Renal (Cellular Biotechnology Operations Support Systems: Human Renal Cortical Cell Differentiation and Hormone Production),
CBOSS-01-Colon (Cellular Biotechnology Operations Support Systems: Use of NASA Bioreactor to Study Cell Cycle Regulation: Mechanisms of Colon Carcinoma Metastasis in Microgravity),
CBOSS-01-Ovarian (Cellular Biotechnology Operations Support Systems: Evaluation of Ovarian Tumor Cell Growth and Gene Expression),
CBOSS-01-PC12 (Cellular Biotechnology Operations Support Systems: PC12 Pheochromocytoma Cells - A Proven Model System for Optimizing 3-D Cell Culture Biotechnology in Space),
CEO (Crew Earth Observations),
Clinical Nutrition Assessment (Clinical Nutrition Assessment of ISS Astronauts, SMO-016E),
Cogni (Cognitive Process for 3-D Orientation perception and Navigation in Weightlessness),
DCPCG (Dynamically Controlled Protein Crystal Growth),
Diatomeya (Stability of Geographical Position and Configuration of Borders of Bioproductive Water Zones of the World Oceans, Observations by Orbition Station Crews),
Diurez (Fluid and Electrolyte Metabolism and Hormonal Regulaltion of Fluid Volume),
DREAMTiME (DREAMTiME),
EarthKAM (Earth Knowledge Acquired by Middle School Students),
Environmental Monitoring (Environmental Monitoring of the International Space Station),
ESA-GCF (European Space Agency - Granada Crystallisation Facility),
EXPPCS (EXPRESS Physics of Colloids in Space),
Farma (Characteristics of Pharmacological Responses (absorption, distribution and elimination of acetominophene) in Long Duration Space Flight),
Glidoproteid (Extraction and Investigation of surface glycoproteins E1-E2 Alphavirises on Earth and in Space),
H-Reflex (Effects of Altered Gravity on Spinal Cord Excitability),
Identifikatsia (Identification of the Sources of Dynamic Loads on ISS),
Imedias (Observation of Environmental Phenomena),
Inflight_Education_Downlinks (International Space Station Inflight Education Downlinks),
Interactions (Crewmember and Crew-Ground Interaction During International Space Station Missions),
Iskazheniye (Determination and Analysis of Magnetic Interference on ISS),
ISS Acoustics (International Space Station Acoustic Measurement Program),
Izgib (Effect of Performance of Flight and Science Activities on the Function of On-Orbit Systems on ISS (Mathematical Model)),
Kromka (Verification of the Effectiveness of Devices for the Protection of the Exterior Surface of ISS from Contaminants Deposited by Pulsed Cycling of Liquid-Jet),
Meteoroid (Recording Meteoroidal and Technogenic Particles on the External Surface of the Service Module of the Russian Segment of ISS),
Mimetik-K (Crystalization of antigen Binding Fragment of Monoclonalical Antibody to Glucosaminilmuramildepeptide),
MISSE-1 and 2 (Materials International Space Station Experiment - 1 and 2),
Paradont (Condition of Peridontal Tissues in Space Flight),
Plasma_Crystal (Dusty and Liquid Plasma Crystals in Conditions of Microgravity),
Privyazka (Development of High Precision Orientation of Scientific Devices in Space with Reports of Deformation of the ISS Hull),
Profilaktika (Mechanisms of Action and Influence, and Effectiveness of Various Methods of Phrophylaxis Directed Toward Prevention of Disturbances of the Human Locomotion System in Weightlessness),
Prognoz (Development of a Method of Operational Prediction of Work Load on Crew Piloting Objectives),
PuFF (The Effects of EVA and Long-Term Exposure to Microgravity on Pulmonary Function),
Renal_Stone (Renal Stone Risk During Spaceflight: Assessment and Countermeasure Validation),
SKR (Skorpion: Development and Acquisition of Multifunctional Control-Measurement Device for Controlling the Environment of Scientific Experiments Inside a Pressurized Station),
Sprut-MBI (Determination of Intracellular and Extracellular Fluid Volume in Humans in Space Flight),
Subregional_Bone (Subregional Assessment of Bone Loss in the Axial Skeleton in Long-term Space Flight),
Tenzor (Definition of Dynamic Characteristics of ISS),
Uragan (Hurricane: Experimental Development of Groundbased System of Monitoring and Predicting the Progression of a Naturally Occurring Technogenic Catastrophe),
Vektor-T (Study of a High Precision System for Prediction Motion of ISS),
Vzglyad (Photographing the Interior of ISS),
Xenon1 (Effect of Microgravity on the Peripheral Subcutaneous Veno-Arteriolar Reflex in Humans).

Aufbau der ISS

 

Fotos / Zeichnungen

 

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Letztes Update am 04. Dezember 2013.