Start von Cape Canaveral (
KSC);
Landung auf Cape Canaveral (
KSC).
Endeavour trug die achte
MIR-Docking-Mission in die Erdumlaufbahn. Nach zweitägigem Alleinflug
koppelte die Endeavour am 24. Januar 1998 an die Raumstation MIR an. Es folgten
gemeinsame wissenschaftliche Arbeiten mit der
24. MIR-Stammbesatzung
(24. - 29. Januar 1998). Die Endeavour brachte Nachschub und
Ausrüstungsgegenstände für die MIR mit (u.a. zwei neue Computer
für die Lagekontrolle, ein Lageregelungskreisel, Stromwandler, sowie ein
Kompressor und ein Kühlaggregat, die benötigt wurden, um das
anfällige System zur Entfernung von Kondenswasser aus der Kabinenluft zu
reparieren, aber auch private Pakete, Nahrungsmittel, Kleidung, Hygieneartikel
usw.).
Auf der MIR wurden die Experimente Astroculture (Advanced CGBA)
zur Erprobung eines automatischen Gewächshauses im Dauerbetrieb,
X-Ray-Detector zum Test eines Röntgensensors zur Strukturanalyse von
Kristallen, das Zellkulturexperiment CoCulture sowie Diffusion-controlled
Crystallization Apparatus for Microgravity (DCAM) und Gaseous Nitrogen Dewar
zur Herstellung sehr reiner Proteinkristalle installiert. Von der Raumstation
in den Shuttle wurden vor allem die Ergebnisse vorangegangener Experimente
gebracht. Dazu gehörten Pflanzenproben, Halbleitermaterialien,
Proteinkristalle, Speichel-, Blut und Urinproben, die in speziellen Anlagen
eingefroren oder bei konstanter Temperatur aufbewahrt wurden (Enhanced Orbiter
Refrigerator/Freezer und Thermo Electric Holding Module).
Andrew
Thomas blieb als Mitglied der
24. Stammbesatzung an
Bord der MIR. David
Wolf
wurde mit diesem Flug zur Erde zurück gebracht.
Im Mitteldeck und
im SpaceHab wurden während des Fluges mehrere wissenschaftliche
Experimente durchgeführt. So wurde die Entwicklung von Fischen, Schnecken
und Pflanzen in einem geschlossenen Aquarium (Closed Equilibrated Biological
Aquatic System) studiert, die Effektivität der Nährstoffzufuhr
für Pflanzen über poröse Materialien analysiert (Microgravity
Plant Nutrient Experiment) und das Verhalten von Granulaten in der
Schwerelosigkeit untersucht (Mechanics of granular Materials). Dabei wurden vor
allem die Auswirkungen von Druckkräften auf die Bewegungen dreier
verschiedener Granulate festgehalten. Daraus sollen auch Erkenntnisse über
Verwerfungen bei Erdbeben abgeleitet werden. Weitere Experimente betrafen
beispielsweise die Analyse von hochfrequenten Radarechos, die durch
Triebwerkszündungen des Shuttle verursacht werden (Shuttle Ionospheric
Modification with Pulsed Local Exhaust) und die Aufzeichnung und
Übermittlung von Bildern der Erdoberfläche mit der EarthKAM, einer
Kamera, die von Schülern gesteuert wird. Damit sollen natürliche oder
durch den Menschen verursachte Phänomene direkt in den Unterricht
einbezogen werden.
Erstmals getestet wurde ein System, mit dem
medizinische Daten erfasst und per Bild und Ton zur Erde übermittelt
werden können (TeleMedicine Instrumentation Pack). Mit einer Spezialkamera
wurden Untersuchungen der Augen, Ohren, des Mund- und Rachenraumes vorgenommen.
Herztöne, Atem- und Darmgeräusche ließen sich über ein
elektronisches Stethoskop ebenfalls übertragen. Dazu kamen Messwerte von
Herzaktivität (EKG), Sauerstoffgehalt des Blutes, Blutdruck und Puls.
Damit soll zukünftig die medizinische Betreuung insbesondere bei
längeren Aufenthalten im Weltraum verbessert werden.