Bemannte Raumflüge

Internationale Flug-Nr. 64

Sojus 29

Sojus 31
Photon

UdSSR

Start-, Bahn- und Landedaten

Startdatum:  15.06.1978
Startzeit:  20:16 UTC
Startort:  Baikonur
Startrampe:  1
Bahnhöhe:  193 - 248 km
Inklination:  51,63°
Ankopplung Saljut 6:  16.06.1978, 21:58:14 UTC
Abkopplung Saljut 6:  03.09.1978, 08:20 UTC
Landedatum:  02.11.1978
Landezeit:  11:04 UTC
Landeort:  140 km SO von Dsheskasgan

Crew auf dem Weg zum Start

alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

Besatzung

Nr.   Name Vorname Position Flug-Nr. Flugdauer Erdorbits
1  Kowaljonok  Wladimir Wassiljewitsch  Kommandant 2 139d 14h 47m  2203 
2  Iwantschenkow  Alexander Sergejewitsch  Bordingenieur 1 139d 14h 47m  2203 

Sitzverteilung der Besatzung

Start
1  Kowaljonok
2  Iwantschenkow
Landung
1  Bykowski
2  Jähn

Animationen: Sojus

(erfordert Macromedia Flash Player)
mit freundlicher Genehmigung von www.marscenter.it

Double-Besatzung

Nr.   Name Vorname Position
1  Ljachow  Wladimir Afanassjewitsch  Kommandant
2  Rjumin  Waleri Wiktorowitsch  Bordingenieur

hochauflösende Version (769 KB)

Flugverlauf

Sojus 29 startete vom Kosmodrom Baikonur. Die Landung erfolgte 140 km südöstlich von Dsheskasgan mit der Sojus 31 Kapsel.

Nach eintägigem Alleinflug koppelte Sojus 29 am 16. Juni 1978 an Saljut 6. Die Kosmonauten bildeten die zweite Stammbesatzung von Saljut 6. Nach der Aktivierung der Lebenserhaltungssysteme der Station (Wasserkreislauf, Luftversorgung und Temperaturregelung) wurde die Luftschleuse der Station gewartet und mitgebrachte Materialien verstaut sowie das Kontrollsystem Kaskad getestet. Im Laufe der Mission folgten zahlreiche wissenschaftliche, medizinische und Materialexperimente.

Die Stammbesatzung bekam Besuch durch die Interkosmos-Flüge Sojus 30 (28. Juni 1978) mit dem Polen Miroslaw Hermaszewski und Sojus 31 (26. August 1978) mit dem DDR-Kosmonauten Sigmund Jähn. Die Transportraumschiffe Progress 2 - 4 versorgten die Kosmonauten und die Station mit Wasser, Nahrung, Treibstoff und sonstigem Material und dienten bei der Abkopplung und dem späterem Verglühen auch zur Müllbeseitigung.

Am 09. Juli 1978 koppelte der unbemannte Raumfrachter Progress 2 an den hinteren Kopplungsstutzen der Raumstation an. Die beiden Kosmonauten entluden Lebensmittel und Ausrüstung, unter anderem das Experiment Kristall. Das Umpumpen von Treibstoff vom Progress-Frachter in die Tanks der Saljut erfolgte ferngesteuert durch die Bodenstation. Der Raumfrachter wurde mit Müll befüllt und am 02. August 1978 abgekoppelt. Zwei Tage später wurde Progress 2 gezielt zum Absturz gebracht.

Am 29. Juli 1978 erfolgte eine EVA beider Kosmonauten zur Bergung von Meteoriten-Detektoren und Material-Versuchseinheiten, die beim Start an der Saljut-Außenhülle angebracht worden waren (2h 05m).

Der nächste Versorgungsschiff, Progress 3 koppelte bereits am 09. August 1978 an. Wieder wurden Verbrauchsgüter und Ausrüstung umgeladen, sowie Treibstoff umgepumpt. Die Abkopplung erfolgte am 21. August 1978, zwei Tage später verglühte der Frachter wie geplant in der Erdatmosphäre.

Das Ankoppeln der zweiten Besuchsmannschaft erfolgte am 27. August 1978. An Bord von Sojus 31 befanden sich der Wostok-Veteran Waleri Bykowski als Kommandant, sowie Sigmund Jähn aus der DDR als Forschungskosmonaut. Sigmund Jähn war nicht nur der erste DDR-Kosmonaut, sondern auch der erste deutsche Raumfahrer überhaupt. Ähnlich wie bei Sojus 30 wurden eine Woche lang verschiedene Experimente durchgeführt. Dieses Mal war jedoch wieder der Austausch der Raumschiffe vorgesehen, weil sich Sojus 29 bereits über zwei Monate im All befand. Darum kehrten Waleri Bykowski und Sigmund Jähn am 03. September 1978 mit Sojus 29 zur Erde zurück und überließen Sojus 31 der Stammbesatzung.

Die Systeme für das Betanken der Raumstation befanden sich am hinteren Kopplungsstutzen, der nun vom Sojus-Raumschiff belegt war. Um ein Ankoppeln eines Progress-Frachters zu ermöglichen, musste Sojus 31 vom hinteren Kopplungsstutzen an den vorderen umgesetzt werden. Dies geschah am 07. September 1978. Wladimir Kowaljonok und Alexander Iwantschenkow begaben sich in das Raumschiff, koppelten ab und setzten einige Hundert Meter zurück. Dann wurde die Raumstation von der Bodenstation ferngesteuert gedreht. Gut eine Stunde später konnten die Kosmonauten wieder ankoppeln und die Raumstation erneut betreten. Dies war das erste Mal, dass ein Raumschiff an einer Raumstation umkoppelte. Für spätere Raumstationsbesatzungen wurde dies zur Routine.

Der hintere Kopplungsstutzen wurde nun frei für den Raumfrachter Progress 4, der am 06. Oktober 1978 an Saljut 6 ankoppelte und frische Versorgungsgüter und Ausrüstung zur Raumstation brachte. Progress 4 blieb bis zum 24. Oktober 1978 angekoppelt und wurde, mit Müll beladen, abgetrennt. Am 26. Oktober 1978 erfolgte die Bremszündung, wonach der Frachter in der Erdatmosphäre verglühte.

Gegen Ende der Mission bemerkten die Kosmonauten Unregelmäßigkeiten an den Treibstoffleitungen der Raumstation, die auf ein Leck in einem der drei Tanks schließen ließen. Die Reparatur sollte aber der nächsten Mannschaft überlassen werden. Wladimir Kowaljonok und Alexander Iwantschenkow stellten mit ihrer Mission einen neuen Langzeit-Rekord auf.

Fotos / Zeichnungen

Mannschaftstraining

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Letztes Update am 08. März 2014.