Start vom Kosmodrom Baikonur; Landung 300 km
westlich von Zelinograd. Es war der zweite Interkosmos-Flug.
Miroslaw
Hermaszewski wurde der erste polnische Kosmonaut. Dieser Flug
hatte große politische Bedeutung vor dem Hintergrund der wachsenden
antisowjetischen und antikommunistischen Grundhaltung in Polen.
Nach
eintägigem Alleinflug koppelte Sojus 30 am 28. Juni 1978 mit der
Raumstation Saljut 6.
Zusammen mit der
zweiten
Stammbesatzung wurden materialwissenschaftliche Experimente und
Erdfotografie durchgeführt sowie Polarlichter beobachtet. Kern der relativ
einheitlichen Interkosmos-Missionen waren Originalübertragungen des
Starts, von Gesprächen mit den jeweiligen Partei- bzw. Staatschefs und
Grüße an die Heimatbevölkerung. Daneben wurden Beobachtungen
und Aufnahmen (auch multispektral mit
MKF 6 des Heimatlandes des Gastes,
medizinisch-biologische Untersuchungen und Experimente mit landestypischen
Produkten durchgeführt. Der Gastbesuch war auf ca. sieben Tage und 21,5 h
(mit nur einer Toleranz von +/- einer Stunde) ausgelegt. Die Vorbereitung
dieser Missionen benötigte nicht besonders viel Zeit, da auf meist in der
Sowjetunion ausgebildete (also sprachkundige) Militärflieger
zurückgegriffen werden konnte.