Bemannte Raumflüge

Internationale Flug-Nr. 38

Apollo 14

USA

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Start-, Bahn- und Landedaten

Startdatum:  31.01.1971
Startzeit:  21:03 UTC
Startort:  Cape Canaveral (KSC)
Startrampe:  39-A
Bahnhöhe:  183 - 185 km
Inklination:  31,12°
Abkopplung CSM-LM:  05.02.1971, 04:50:43 UTC
Mondlandung:  05.02.1971, 09:18:11 UTC
Landepunkt:  3° 38' 43.08" S 17° 28' 16.90" W
Ankopplung CSM-LM:  06.02.1971, 20:35:42 UTC
Landedatum:  09.02.1971
Landezeit:  21:04 UTC
Landeort:  27° 2' S, 172° 67' W

Crew auf dem Weg zum Start

alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

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Besatzung

Nr.   Name Vorname Position Flug-Nr. Flugdauer Erdorbits
1  Shepard  Alan Bartlett, Jr. "Al"  CDR 1 9d 00h 01m  1,5 
2  Roosa  Stuart Allen "Stu"  CMP 1 9d 00h 01m  1,5 
3  Mitchell  Edgar Dean "Ed"  LMP 1 9d 00h 01m  1,5 

Sitzverteilung der Besatzung

1  Shepard
2  Roosa
3  Mitchell

Ersatz-Besatzung

Nr.   Name Vorname Position
1  Cernan  Eugene Andrew "Gene"  CDR
2  Evans  Ronald Ellwin, Jr. "Ron"  CMP
3  Engle  Joe Henry  LMP

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Flugverlauf

Apollo 14 begann seinen Weg zum Mond von Cape Canaveral (KSC). Der Start musste wegen schlechten Wetters erstmalig in der Apollo-Geschichte um etwa 40 Minuten verschoben werden. Die Wasserung der Kapsel erfolgte in der Nähe der Samoa-Inseln im Pazifik.

Wie bei allen Mondflügen im Apollo-Programm wurde erst eine Erdumlaufbahn angesteuert, bevor die dritte Stufe ein zweites Mal gezündet wurde, um das Raumschiff auf den Weg zum Mond zu bringen. Probleme bereitete das Flugmanöver, mit dem auf dem Hinflug die Mondlandefähre „Antares“ an die Nase des Apollo Kommandomoduls „Kitty Hawk“ gesteuert und angedockt wird. Stuart Roosa benötigte sechs Anläufe, bis es gelang, in der Folge traten aber keine Probleme mit dem System mehr auf.

Apollo 14 markierte das dritte Mondlandeunternehmen. Als Landegebiet hatten die Wissenschaftler das Fra-Mauro-Gebirge ausgewählt. Alan Shepards Mondanzug war erstmals mit roten Streifen versehen, damit man auf den Fotos und Filmaufnahmen den Kommandanten besser vom Mondfährenpiloten unterscheiden konnte.

Zwei Mondspaziergänge wurden von Alan Shepard und Edgar Mitchell ausgeführt.

Der erste Ausstieg aus der Mondlandefähre am 05. Februar 1971 dauerte 4h 48m. Während Alan Shepard das Sonnensegel aufstellte, begann Edgar Mitchell mit dem Sammeln von ersten Mondproben. Neben diesen Notfallproben wurden auch Bilder der LM-Schleifspuren auf dem Mond und des durch das Triebwerk entstandenen Kraters angefertigt. Die Fernsehkamera hatten die Astronauten in etwa 15 Metern Entfernung aufgestellt. Von hier aus konnten die Astronauten gut beobachtet werden. Diesmal gingen sie sehr sorgsam mit dem kostbaren Gerät um, weil niemand vergessen hatte, dass bei Apollo 12 die Fernsehkamera beschädigt wurde.
Edgar Mitchell sah man deutlich an, dass die Bewegungen im dicken Mondstaub einer gewissen Anstrengung bedurften. Immer wieder sah es so aus, als rutschte er auf dem Boden etwas seitlich ab. Alan Shepard meinte, dass es kein Problem sei, zum Cone-Krater zu gelangen. Dies erwies sich jedoch als Fehleinschätzung, wie sich später herausstellte. Gegen 16:30 Uhr wurde der MET (Modular Equipment Transporter), oder auch Rikscha genannt, aus der Unterstufe der Landefähre herausgeholt und beladen. Etwa 15 Minuten später entfernten sich die Astronauten, um einen geeigneten Platz für das Apollo Lunar Surface Experiment Package (ALSEP) zu finden. Etwa 180 Meter westlich der Mondlandefähre wurde es dann aufgebaut, nachdem man einige Schwierigkeiten hatte, einen geeigneten Ort dafür zu finden. Die Bewegung des MET wurde hier noch als sehr leicht beschrieben. Zuvor waren die Notfallproben bereits im LM verstaut worden.
Vorher war die Flagge der USA aufgestellt worden und Edgar Mitchell übertrug mit der Fernsehkamera ein Panoramabild der Landegegend zur Erde.
Gegen 17:24 Uhr hatte Edgar Mitchell die Geophone für die aktiven seismischen Experimente ausgelegt und wenig später den "Granatwerfer" aufgebaut.
Gegen 17:44 Uhr wurde die SNAP-Energieversorgung angeschlossen, während der Aufbau der ALSEP-Station weiterging. Nach 18 Uhr begannen die ersten seismischen Experimente, bei denen mit kleinen Explosivladungen gezielte Stöße auf den Mondboden ausgeführt wurden.
Auf dem Rückweg zur Mondlandefähre sammelten die Astronauten weiteres Gesteinsmaterial. Etwa 20 kg Gestein war die Ausbeute des ersten Ausstiegs. Nach dem Ende dieser EVA fand sich ein winziges Loch am Handschuh von Edgar Mitchell, das sofort abgedichtet wurde.

Während der darauf folgenden Ruhephase profitierten Alan Shepard und Edgar Mitchell von Hängematten, die sie in der Landefähre aufspannten und die, bei geringem Zusatzgewicht, den Schlafkomfort erheblich verbesserten.

Der zweite Ausstieg erfolgte am 06. Februar 1971 und dauerte 4h 35m. Der zweite Ausflug hatte zum Ziel, am oberen Rand des Mondkraters Cone, der einen beachtlichen Durchmesser von 300 m hat und 40 m tief ist, Gesteinsproben zu nehmen. Sie erreichten den Krater jedoch nicht. Den erstmals mitgeführten „Modular Equipment Transporter“ (MET), einen antriebslosen Handwagen, durch den tiefen Mondstaub zu bewegen war anstrengend und kostete mehr Zeit und Atemluft als gedacht. Außerdem kamen die beiden Astronauten etwas in südlicher Richtung von ihrer Route ab. In den vier Stunden und 23 Minuten legten die Astronauten rund drei Kilometer Wegstrecke auf dem Mond zurück.
Anhand von hochaufgelösten Aufnahmen der LROC wurde im August 2009 festgestellt, dass sie wegen ungenügender Geländeinformation den Kraterrand um nur 30 m verfehlten.
Auf ihrem Weg zurück zur Mondlandefähre führten die Astronauten auch ein Kommunikationsexperiment aus, indem sich Alan Shepard hinter einen großen Felsbrocken stellte, der ihn abschirmte.
Um 10:21 Uhr begann der Rückweg der beiden Astronauten am Flank-Outpost und Weird-Krater vorbei zur Triplet-Formation hin zum ALSEP. Die Bodenstation hatte die Astronauten gebeten, nochmals zur ALSEP-Station zu gehen, um eine Justierung der Experimente durchzuführen, da die Daten nicht immer deutlich übermittelt wurden.
Am Ende der letzten EVA wurde Alan Shepard dann auch zum ersten Golfspieler auf dem Mond. Er zog zwei Golfbälle aus seiner Tasche und schlug sie mittels eines aus dem Stiel eines Probenentnahmewerkzeugs und einem mitgebrachten Eisen-6-Kopf gebauten Golfschlägers mehrere hundert Meter weit, was er mit „Miles and miles and miles“ kommentierte.

Während des Mondaufenthaltes seiner Kollegen umkreiste Stuart Roosa den Mond im Raumschiff, das man Kitty Hawk genannt hatte. Er machte während dieser Zeit astronomische Aufnahmen und fotografische Aufnahmen vom Mond einschließlich Fotos vom vorgesehen Landegebiet von Apollo 16.

Am 06. Februar 1971 um 18:48.44 Uhr wurde das Triebwerk der Oberstufe der Antares gezündet. Nach 7 Minuten und 12 Sekunden Brenndauer wurde das Aufstiegstriebwerk abgeschaltet. Die Geschwindigkeit betrug nun 6.078 km/h und die Antares bewegte sich 47 km hinter der Kitty Hawk. Das Ankoppeln verlief jetzt ohne Probleme. Nach Öffnen der Verbindungsluke wurden alle nötigen Gegenstände von der Mondlandefähre in die Kommandokapsel gebracht. Nachdem auch die beiden Mondfahrer umgestiegen waren, wurde Antares um 22:48 abgekoppelt und auf eine Bahn gebracht, die sie um 00:48 Uhr des 07. Februar 1971 auf dem Mond aufschlagen ließ. Der Aufschlagort lag zwischen Apollo 12 und Apollo 14, so dass die Vibrationen etwa eineinhalb Stunden lang von beiden ALSEP-Stationen registriert werden konnten.

Die Rückkehr verlief ohne Probleme und sie wasserten etwa 7 km vom Bergungsschiff USS New Orleans entfernt. Die Landekapsel verfehlte den anvisierten Zielpunkt nur um 1,1 km und hatte damit die genaueste Landung aller Apollo-Missionen. Wie die Besatzungen von Apollo 11 und Apollo 12 mussten auch Alan Shepard, Stuart Roosa und Edgar Mitchell nach der Landung Schutzanzüge anlegen und sich 16 Tage lang in Quarantäne begeben. Wie bei den zwei vorigen Besatzungen wurden keinerlei Anzeichen von „Mondviren“ entdeckt, so dass bei späteren Flügen auf diese Vorsichtsmaßnahme verzichtet wurde.

Die Apollo-14-Mission war zu diesem Zeitpunkt die wissenschaftlich erfolgreichste. So lieferte das mitgebrachte Gestein mit einem Gesamtgewicht von 42,9 kg viele wertvolle Informationen zur Datierung des Mondalters. Auch die im Umfeld der Antares aufgestellten Messinstrumente lieferten reichlich Daten. Das Seismometer registrierte beispielsweise Mondbeben vorwiegend dann, wenn der Mond sich am erdnächsten Punkt seiner Bahn, dem Perigäum befand. Das Gelingen dieser Mission machte dann auch den Weg frei für die Missionen Apollo 15, 16 und 17.

Fotos / Zeichnungen

Quelle: www.astronautix.com/

 

mehr Fotos vom Mond


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Letztes Update am 22. Juli 2013.