Bemannte Raumflüge

Internationale Flug-Nr. 31

Apollo 11

USA

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Start-, Bahn- und Landedaten

Startdatum:  16.07.1969
Startzeit:  13:32 UTC
Startort:  Cape Canaveral (KSC)
Startrampe:  39-A
Bahnhöhe:  186 - 183 km
Inklination:  32,51°
Abkopplung CSM-LM:  20.07.1969, 17:52:00 UTC
Mondlandung:  20.07.1969, 20:17:40 UTC
Landepunkt:  0° 40' 26.69" N 23° 28' 22.69" O
Ankopplung CSM-LM:  21.07.1969, 21:35:00 UTC
Landedatum:  24.07.1969
Landezeit:  16:50 UTC
Landeort:  13° 19' N, 169° 9' W

Crew auf dem Weg zum Start

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alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

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Besatzung

Nr.   Name Vorname Position Flug-Nr. Flugdauer Erdorbits
1  Armstrong  Neil Alden  CDR 2 8d 03h 18m  1,5 
2  Collins  Michael  CMP 2 8d 03h 18m  1,5 
3  Aldrin  Edwin Eugene "Buzz"  LMP 2 8d 03h 18m  1,5 

Sitzverteilung der Besatzung

Start
1  Armstrong
2  Aldrin
3  Collins
Landung
1  Armstrong
2  Collins
3  Aldrin

Ersatz-Besatzung

Nr.   Name Vorname Position
1  Lovell  James Arthur, Jr. "Shaky"  CDR
2  Anders  William Alison "Bill"  CMP
3  Haise  Fred Wallace, Jr. "Pecky"  LMP

Flugverlauf

Apollo 11 begann seinen historischen Flug von Cape Canaveral (KSC). Nach der erfolgreichen Mondlandung wasserte das Raumschiff 1600 km südwestlich von Honululu im Pazifik.

Der Raumflug markierte die erste bemannte Mondlandung am 20. Juli 1969 von Neil Armstrong und Buzz Aldrin. Im Mondorbit stiegen erst Buzz Aldrin und eine Stunde später (nach Hochfahren der Systeme) Neil Armstrong in die Mondlandefähre um. Nach Prüfung der Systeme und Ausklappen der Landebeine der Fähre trennten sie diese vom Mutterschiff, in dem Michael Collins verblieb und leiteten die Abstiegssequenz ein. Heikel war dann der Anflug auf das Zielgebiet im Mare Tranquillitatis. Durch geringe unbeabsichtigte Bahnänderungen beim Abkoppeln zielte der Bordcomputer auf eine Stelle etwa 4,5 Kilometer hinter dem geplanten Landegebiet. Während des Anfluges wurde die Aufmerksamkeit der Besatzung außerdem etwa 1,5 km über dem Boden mehrfach durch Alarmmeldungen des Navigationscomputers in Anspruch genommen, so dass Neil Armstrong nicht in dem Maße auf charakteristische Merkmale der Mondlandschaft achten konnte, wie es vom Flugplan vorgesehen war. Zu der Panne kam es, nachdem das Rendezvousradar entgegen dem Flugplan zusätzlich zum Lande-Radar eingeschaltet worden war. Es überfrachtete den Computer mit Daten, wodurch dieser blockierte und sich mehrfach neu startete, was der Crew als Fehler 1201 und 1202 angezeigt wurde. Der Fehler erwies sich jedoch als unkritisch und konnte ignoriert werden.
Beim Endanflug führte der Autopilot die Fähre in einen Krater, dessen Boden mit großen Felsen bedeckt war. Neil Armstrong übernahm daraufhin die Handsteuerung der Eagle, überflog den Krater und landete auf einer ebenen Stelle 60 m weiter westlich. Das Kontaktlicht signalisierte den unmittelbar bevorstehenden Bodenkontakt (bei circa 75 cm Höhe) am 20. Juli 1969 um 20:17:39 UTC. Der Mondfährenpilot Buzz Aldrin meldete dies („Contact light“) um 20:17:40 UTC. Unmittelbar darauf erfolgte der finale Kontakt aller vier Landefüße mit dem Mondboden. Circa drei bis vier Sekunden nach den oben genannten Kontaktsignalen schaltete Neil Armstrong das Triebwerk ab. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Fähre „Eagle“ bereits sehr sanft (mit etwa 0,52 m/s) auf dem Mond aufgesetzt.
Die zusätzlichen Manöver hatten das ohnehin knapp kalkulierte Treibstoffbudget so strapaziert, dass die Astronauten nur noch etwa 20 Sekunden Zeit gehabt hätten, um eine Entscheidung zu treffen: entweder innerhalb der nächsten 20 Sekunden zu landen oder den Anflug sofort abzubrechen. Spätere Analysen zeigten, dass der in den Tanks schwappende Treibstoff zu ungenauen Anzeigen geführt hatte, und noch mehr Reserve vorhanden war.
Am 20. Juli 1969 um 20:17:58 Uhr UTC vermeldete Neil Armstrong: „Houston, Tranquility Base here. The Eagle has landed!“ (deutsch: „Houston, hier ist der Stützpunkt 'Meer der Ruhe'. Der Adler ist gelandet!“). Das primäre Ziel war erreicht. Ab diesem Moment benutzten Neil Armstrong und Buzz Aldrin das Rufzeichen Tranquility Base.

Neil Armstrong und Buzz Aldrin bereiteten sofort einen möglichen Alarmstart vor, für den Fall, dass ein Leck im Tank der Aufstiegsstufe oder ein Einsinken eines der Landbeine einen längeren Aufenthalt unmöglich machen würde. Die Landung war zeitlich so geplant, dass nach dem ursprünglich vorgesehenen Bodenkontakt (geplant bei circa 20:17:00 UTC) ein Zeitfenster von etwa einer Minute für einen sofortigen Rückstart verblieb. Andernfalls hätte man die Umlaufbahn des Mutterschiffs verfehlt, und Michael Collins hätte das Annäherungsmanöver durchführen müssen. Etwa 30 bis 40 Sekunden davon waren durch die zusätzlichen Manöver beim Endanflug verflossen. Letztlich blieb damit nach dem Abschluss dieser Prozeduren eine Zeitreserve von fünf bis zehn Sekunden.

In den folgenden zwei Stunden waren die Astronauten damit beschäftigt, Vorbereitungen für den Rückflug zu treffen, der alle zwei Stunden erfolgen konnte. Unter anderem musste der Bordcomputer mit der genauen Ausrichtung der Mondfähre programmiert werden. Die genaue Position war zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht bekannt, weil Neil Armstrong beim Anflug keine bekannten Geländeformationen identifiziert hatte. Bei seinen fünf Überflügen mit der Columbia versuchte Michael Collins die Mondfähre zu sichten. Da aber auch ihm keine genaue Position zur Verfügung stand, blieb das erfolglos. Weiterhin fotografierten Neil Armstrong und Buzz Aldrin die Mondoberfläche aus ihren Fenstern. Die ursprünglich geplante Ruhepause von 5 Stunden und 40 Minuten wurde auf Anregung der Astronauten auf 45 Minuten verkürzt und der Ausstieg vorgezogen. Die Vorbereitungen hierzu benötigten etwa drei Stunden.

Neil Armstrong betrat um 3 Uhr 56 Minuten 20 Sekunden (MEZ) als erster Mensch die Mondoberfläche. Seine ersten Worte auf der Mondoberfläche waren: „That's one small step for (a) man, one giant leap for mankind!“ (deutsch: „Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit!“). Dieses Ereignis wurde sowohl von Buzz Aldrin aus dem Fenster der Mondfähre als auch von einer Fernsehkamera am Fuß der Landefähre gefilmt. Etwa 600 Millionen Fernsehzuschauer auf der Erde erlebten die Live-Übertragung. Sein Aufenthalt dort betrug 2h 32m.
Nach dem Betreten des Mondes blieb Neil Armstrong noch in seiner lehnenden Stellung, mit dem rechten Arm die Leiter festhaltend und den rechten Fuß im Landeteller, während er mit seinem linken Fuß die Tragfähigkeit des Bodens überprüfte und anschließend seinen hellblauen Überschuh im Staub auf- und abhob. Neil Armstrong kommentierte: "Das Oberflächenmaterial ist so fein und pudrig, dass ich es mit meinem Fuß leicht anheben kann. Es bleibt in Schichten wie pulvrige Holzkohle an der Sohle und den Seiten meines Schuhes haften. Ich sinke nur den Bruchteil eines inch (1 inch = 2,54 cm) ein - vielleicht 1/8 inch - aber ich kann die Abdrücke der Sohle deutlich sehen." Neil Armstrong hob daraufhin auch seinen rechten Fuß aus dem Landeteller, setzte ihn auf den Boden und ergriff gleichzeitig und mit beiden Händen eine horizontale Strebe des vorderen Landebeines. Kurz darauf ließ er seine Hände komplett vom Eagle los, stand frei und konnte die ersten Schritte gehen. Vorsichtig suchte er die Balance. Er war sehr zufrieden, wie leicht ihm Bewegungen in dem massiven Raumanzug fielen. Auf der Erde hätte der Astronaut mit seiner Ausrüstung 158 kg gewogen. Auf dem Mond mit seiner geringeren Anziehungskraft waren es nur noch etwa 26 kg. Neil Armstrong inspizierte dann die Düse des Abstiegstriebwerks: "Das Triebwerk hat keinen nennenswerten Krater hinterlassen. Zwischen der Unterkante der Düse und dem Boden ist rund 1 Fuß Platz. Wir sitzen hier an einer recht flachen Stelle. Ich sehe einige Spuren des Triebwerksstrahles am Boden, aber in sehr geringem Umfang."
Erste Priorität nach Vertrautmachung mit der Oberfläche und dem Bewegungsablauf war für Neil Armstrong das Sammeln der "Contingency Sample", einer Minimalprobe für den Fall eines unerwartet schnellen Endes der EVA.
Zusammen mit Buzz Aldrin, der 13 Minuten später den Mond betrat, sammelte er Staub und Gesteinsproben (21,55 kg). Ein Sonnenwindsegel wurde aufgestellt und später wieder geborgen, sowie eine wissenschaftlichen Station (EASEP) aufgestellt. Dazu gehörten ein passives seismisches Experiment und eine Art Mondspiegel, der von der Erde ausgesandte Laserstrahlen zurückreflektierte. Schließlich führten die Astronauten ein Telefongespräch mit US-Präsident Richard Nixon während des Mondaufenthaltes, nachdem sie auch die US-Flagge aufgestellt hatte.
Später entfernten Neil Armstrong und Buzz Aldrin die Abdeckung einer Gedenkplakette an einem Landebein des LM. Zu sehen sind darauf die beiden Hemisphären der Erde. Neil Armstrong verlas die Schrift darunter: "HERE MEN FROM THE PLANET EARTH FIRST SET FOOT UPON THE MOON. JULY 1969. A.D. WE CAME IN PEACE FOR ALL MANKIND."

Der Gesamtaufenthalt der Landefähre auf der Mondoberfläche betrug 21h 36m.

Noch vor der Ruhephase stellte Buzz Aldrin fest, dass der Hebel eines Schalters abgebrochen war, ein anderer war nicht in der vorgesehenen Position. Offenbar hatte Buzz Aldrin bei der Vorbereitung der EVA mit dem Rucksack die Schalter berührt. Diese Schalter wurden erst eine Stunde vor dem Start benötigt. Buzz Aldrin verwendete später einen Filzstift, um den Schalter zu betätigen.

Nach einer Ruhepause erfolgte der problemlose Rückstart der Mondfähre Eagle zum Mutterschiff Columbia mit Michael Collins an Bord, der während der Zeit nicht allzu viel zu tun hatte.

Bergungsschiff war diesmal die USS Hornet. Die Astronauten wurden mit einem Hubschrauber an Bord des Flugzeugträgers gebracht und standen anschließend für 17 Tage unter Quarantäne.

Fotos / Zeichnungen

Quelle: www.astronautix.com/

 
 

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Letztes Update am 21. Juli 2013.