Bemannte Raumflüge

Internationale Flug-Nr. 191

STS-81

Atlantis (18)

USA

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Start-, Bahn- und Landedaten

Startdatum:  12.01.1997
Startzeit:  09:27 UTC
Startort:  Cape Canaveral (KSC)
Startrampe:  39-B
Bahnhöhe:  296 km
Inklination:  51,60°
Ankopplung MIR:  15.01.1997, 03:54:49 UTC
Abkopplung MIR:  20.01.1997, 02:15:44 UTC
Landedatum:  22.01.1997
Landezeit:  14:23 UTC
Landeort:  Cape Canaveral (KSC)

Crew auf dem Weg zum Start

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alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

Besatzung

Nr.   Name Vorname Position Flug-Nr. Flugdauer Erdorbits
1  Baker  Michael Allen  CDR 4 10d 04h 56m  160 
2  Jett  Brent Ward, Jr.  PLT 2 10d 04h 56m  160 
3  Wisoff  Peter Jeffrey Kelsay "Jeff"  MSP 3 10d 04h 56m  160 
4  Grunsfeld  John Mace  MSP 2 10d 04h 56m  160 
5  Ivins  Marsha Sue  MSP 4 10d 04h 56m  160 
6  Linenger  Jerry Michael  MSP 2 132d 04h 01m  2091 

Sitzverteilung der Besatzung

Start
1  Baker
2  Jett
3  Wisoff
4  Grunsfeld
5  Ivins
6  Linenger
Landung
1  Baker
2  Jett
3  Ivins
4  Grunsfeld
5  Wisoff
6  Blaha

Ersatz-Besatzung

Nr.   Name Vorname Position
6  Foale  Colin Michael  MSP

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Flugverlauf

Start von Cape Canaveral (KSC); Landung auf Cape Canaveral (KSC).

Wesentliches Missionsziel von STS-81 war die fünfte Ankopplung eines amerikanischen Space Shuttle an der russischen Raumstation MIR. Dabei sollte der mit STS-79 gestartete amerikanische Forschungskosmonaut John Blaha abgeholt und zur Erde zurückgebracht werden, während gleichzeitig Jerry Linenger seinen Platz einnehmen sollte. Für die wissenschaftlichen Experimente führte die Atlantis in ihrer Nutzlastbucht ein "Spacehab-Double Module" (SH-DM) mit.

Nach einem reibungslosen Countdown und einen pünktlichen Start öffnete die Besatzung in der Erdumlaufbahn die Frachtraumtüren, ehe sie die wissenschaftlichen Experimente im Spacehab aktivierte. Gleichzeitig wurde mit der Verfolgung der MIR begonnen. Michael Baker und Brent Jett mussten hierfür mehrere Bahnänderungsmanöver fliegen. Daneben stand in den ersten beiden Flugtagen das Betanken der Wasserkanister für die Raumstation MIR mit Mittelpunkt. Da Wasser in den Brennstoffzellen während des ganzen Fluges produziert wird, konnten in den folgenden Tagen weitere Kanister gefüllt werden. Daneben waren die Astronauten mit der Vorbereitung des Kopplungs-Manövers beschäftigt. Dabei wurde auch das Navigationssystem kalibriert und ein Laser-Entfernungsmesser getestet. Des Weiteren wurde ein Laufband getestet, welches später in der Internationalen Raumstation ISS eingesetzt werden soll. Es ist mit speziellen Schwingungsdämpfern versehen, die verhindern sollen, dass sich die Bewegungen des trainierenden Raumfahrers zu stark auf die Raumstation übertragen. Die dabei auftretenden Kräfte könnten wissenschaftliche Experimente negativ beeinflussen. Während des gesamten Fluges wurden auch aus diesem Grund die Restbeschleunigungen gemessen (Experiment SAMS). Aufgrund eines Computerfehlers musste dieses Experiment jedoch nach dem Abkoppeln von der Raumstation am vorletzten Flugtag wiederholt werden. Ebenfalls vor der Kopplung wurden mit dem Biorack Untersuchungen zu den Auswirkungen von Schwerelosigkeit und kosmischer Strahlung auf Pflanzen, verschiedene Gewebe, Zellkulturen und Pilze vorgenommen.

Am dritten Flugtag, dem 14. Januar 1997, hatte sich der Abstand zur Raumstation MIR auf gut 800 Kilometer verringert. Durch weitere Zündungen der Lagetriebwerke näherte sich die Atlantis der MIR immer weiter an. Das eigentliche Rendezvous-Manöver wurde von Michael Baker vom hinteren Flugdeck aus gesteuert, weil er durch die Dachfenster die Raumstation direkt sehen konnte. Diese hatte - wie schon bei den früheren Kopplungen - die passive Rolle übernommen. Dies spart nicht nur Treibstoff auf der MIR, sondern lässt im Notfall schnellere Flugmanöver durch das Space Shuttle zu. Die Ankopplung selbst verlief völlig problemlos.

Nach den üblichen Dichtigkeitsprüfungen konnten der Atlantis-Kommandant Michael Baker und der Kommandant der MIR Waleri Korsun die Luken öffnen. Nach einer kurzen Begrüßungszeremonie begannen die beiden Besatzungen mit der eigentlichen Arbeit. Gleich anschließend baute Jerry Linenger seinen speziell für ihn angepassten Schalensitz in das Raumschiff Sojus TM-24 ein. Damit wurde er offiziell als Forschungskosmonaut Mitglied der 22. MIR-Stammbesatzung. Den Schalensitz hätte er allerdings nur im Notfall bei einer unerwartet schnellen Heimkehr der MIR-Besatzung einnehmen müssen. Durch Einbau seines Sitzes im Mitteldeck der Atlantis wurde John Blaha als Missionsspezialist Teil der STS-81-Mannschaft.
Nach diesen Formalitäten wurden 625 Liter Wasser, mehr als drei Tonnen wissenschaftliches Material und Ausrüstungsgegenstände in die Station sowie 1181 kg Forschungsmaterial, darunter biomedizinische Proben, eine Bioprozess-Einheit, ein Experiment zum Züchten von Knorpelzellen und im Weltraum gewachsene Weizenpflanzen, in die Atlantis transportiert. An diesen logistischen Aufgaben beteiligten sich alle Astronauten und Kosmonauten. Den Wassertransport koordinierte in erster Linie Marsha Ivins. Im Gewächshaus der Raumstation wurde außerdem eine neue Aussaat vorbereitet. Durch spezielle Sensoren wurde die Stabilität des Komplexes, insbesondere am Kopplungsadapter und den Befestigungen der Solarzellenpaneele, bei Triebwerkszündungen untersucht. Des Weiteren wurden Wasserproben in verschiedenen Bereichen der Raumstation untersucht. Zur Vorbereitung einer EVA, die Jerry Linenger nach dem nächsten MIR-Besatzungswechsel mit Wassili Ziblijew unternehmen sollte, fotografierte und filmte er die äußere Struktur der Raumstation bis ins Detail. John Blaha wies seinen Nachfolger in die von ihm betreuten Experimente, zu denen insbesondere das Gewächshaus im Modul Spektr gehörte, ein.

Der 18. Januar 1997 stand ganz im Zeichen der Abkopplung am folgenden Tag. Nachdem alle Checklisten durchgearbeitet waren, nahmen Astronauten und Kosmonauten Abschied voneinander und verriegelten die Durchstiegsluken wieder. Für die folgende Nacht blieben die beiden Raumflugkörper noch miteinander gekoppelt. Am nächsten Tag, also dem 18. Januar 1997, gaben die beiden Piloten den Bordsystemen den Befehl, die Atlantis von der MIR abzukoppeln. Langsam entfernte sich der Orbiter bis auf rund 200 Meter. Von dort aus umflog das Space Shuttle mit Brent Jett an der Steuerung die Raumstation zweimal. Wie bei früheren Manövern dieser Art wurde die Station von Bord der Atlantis aus eingehend fotografisch dokumentiert.

In den verbleibenden Flugtagen kümmerte sich die Besatzung wieder verstärkt um die wissenschaftlichen Experimenten im Spacehab. Sie mussten aber auch die von der MIR mitgenommenen Gegenstände für die bevorstehende Landung sicher verstauen.

Anmerkung

Jerry Linenger am 24. Mai 1997 um 13:28 UTC mit STS-84 gelandet.

Fotos / Zeichnungen

STS-81 im Orbit
 

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Letztes Update am 04. Januar 2014.