Start vom Kosmodrom Baikonur; Landung 55 km
nordöstlich von Arkalyk.
Nach zweitägigem Alleinflug koppelte
Sojus T-15 am 15. März 1986 an die neue Raumstation MIR an.
Ursprünglich war geplant, dass es am vorderen Kopplungsstutzen anlegen
sollte, um den hinteren für Progress-Transporter frei zu halten. Denn wie
bei Saljut 6 und 7 waren bei der MIR die Treibstoffleitungen am hinteren Ende
der Station. Hier kam jedoch eine Inkompatibilität der
Annäherungssysteme ins Spiel. Sojus T-15 war, wie alle
Sojus-T-Raumschiffe, mit dem Igla-System ausgerüstet. Der vordere Port der
MIR hatte jedoch bereits das Nachfolgesystem Kurs installiert. Deshalb
näherte sich Sojus T-15 der Raumstation von hinten, wo ebenfalls ein
Igla-System vorhanden war. Die Annäherung erfolgte vollautomatisch, aber
in 200 m Entfernung brachen Leonid
Kisim
und Wladimir
Solowjow den Anflug ab und steuerten das Raumschiff von Hand
um die Station herum und koppelten am vorderen Stutzen an. Dort waren die
Kosmonauten die
erste
Stammbesatzung.
Nachdem die MIR in Betrieb genommen war und die
beiden unbemannten Transportraumschiffe Progress 25 und 26 entladen worden
waren, Anfang Mai bereiteten sich Leonid
Kisim
und Wladimir
Solowjow auf die Reise zu Saljut 7 vor. Alles notwendige
wurde an Bord von Sojus T-15 gebracht, für den Fall, dass eine
Rückkehr zur MIR nicht möglich sein würde. Die MIR hatte sich
durch zwei Bahnmanöver mit Saljut 7 synchronisiert. Danach unternahmen die
beiden Kosmonauten vom 05. Mai 1986 bis 26. Juni 1986 einen Flug zur bisherigen
Orbitalstation Saljut 7 (
sechste Stammbesatzung). Es war dies der erste fliegende
Wechsel zwischen zwei Raumstationen in der Geschichte.
Ähnlich wie
bei der
vierten
Langzeitbesatzung von Saljut 7 fanden die Kosmonauten die Station im Innern
dunkel und vereist vor. Sie konnten nach und nach alle notwendigen Systeme in
Betrieb nehmen und die Ergebnisse der wissenschaftlichen Experimente sichern,
die von der letzten Besatzung zurückgelassen wurden. Während des
Aufenthaltes auf der Saljut 7 gab es zwei
EVAs durch Leonid
Kisim
und Wladimir
Solowjow am 28. Mai 1986 (3h 50m) und am 31. Mai 1986 (5h
00m). Dabei wurden verschiedene Reparaturen an der Raumstation vorgenommen und
eine Trägerkonstruktion montiert, die sich aus zusammengefaltetem Zustand
innerhalb weniger Minuten auf 15 m Länge ausfahren konnte. Außerdem
wurden ein Meteoritendetektor und ein Stück Solarzelle demontiert, um
diese später auf der Erde untersuchen zu können.
Im Laufe der
nächsten Wochen entfernten die beiden Kosmonauten 20 Geräte aus
Saljut 7, unter anderem ein Mehrkanal-Spektrometer, und packten sie in das
Sojus-Raumschiff, um sie zur MIR zu bringen. Am 25. Juni 1986, nach etwa sieben
Wochen in der Saljut, koppelten sie ab und begaben sich auf den
Rückweg.
Nachdem die beiden Kosmonauten wieder zur MIR
zurückgekehrt waren, wurden einige auf Saljut 7 entfernte Systeme
installiert und wissenschaftliche Experimente durchgeführt. Zu diesen
zählte GEOEX 8, bei dem Gebiete der
DDR gleichzeitig von einem Flugzeug, einem Satelliten
und der MIR aus untersucht wurden. Dies lieferte Erkenntnisse für
Landwirtschaft, Geologie und Umweltschutz. Vor der Rückkehr zur Erde wurde
die MIR in einen automatischen Betriebsmodus versetzt.