Stammbesatzungen von Saljut 7

Saljut 7
6. Stammbesatzung

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Besatzung, Start- und Landedaten

Nr.: 1 2
Nation:
Name:  Kisim  Solowjow
Vorname:  Leonid Denissowitsch  Wladimir Alexejewitsch
Position:  Kommandant  Bordingenieur
Raumschiff (Start):  Sojus T-15  Sojus T-15
Startdatum:  13.03.1986  13.03.1986
Startzeit:  12:33 UTC  12:33 UTC
Raumschiff (Landung):  Sojus T-15  Sojus T-15
Landedatum:  16.07.1986  16.07.1986
Landezeit:  12:34 UTC  12:34 UTC
Flugdauer:  125d 00h 00m  125d 00h 00m
Erdorbits:  1980  1980

Double Crew

Nr.: 1 2
Nation:
Name:  Wiktorenko  Alexandrow
Vorname:  Alexander Stepanowitsch  Alexander Pawlowitsch
Position:  Kommandant  Bordingenieur

Expeditionsverlauf

Start vom Kosmodrom Baikonur; Landung 55 km nordöstlich von Arkalyk.

Der Basisblock der neuen Raumstation MIR wurde am 20. Februar 1986 mit einer Proton-Rakete in eine Erdumlaufbahn mit einer Inklination von 51 Grad befördert. Der Basisblock hatte eine Länge von 13,13 Meter und einen maximalen Durchmesser von 4,20 Meter. Seine Masse betrug etwa 21 Tonnen. An seinem Bug war ein kugelförmiger Kopplungsteil angebracht, an dem fünf weitere Raumschiffe oder Stationsmodule andocken konnten. Die Ankopplungen erfolgen linear zur Station. Bei Bedarf wurden Raumschiffe oder Module an die seitlichen Andockpunkte umgesetzt. Im Endausbau waren die weiteren Stationsmodule axial angeordnet. Am Heck der MIR befand sich ein weiterer Andockstutzen. Hier befanden sich auch die Anschlüsse für Versorgungsraumschiffe vom Typ Progress. Angelieferte Treibstoffe, Wasser oder Sauerstoff konnten darüber in die Stationstanks umgepumpt werden.
Zur Energieversorgung war der Basisblock mit zwei Solarzellenflächen von 76 Quadratmetern ausgestattet. Montagepunkte für weitere Solarzellenflächen waren vorhanden.
Die MIR konnte bis zu sechs Kosmonauten aufnehmen. Für jeden war eine Einzelkabine vorhanden. Im Vergleich zu den Saljut-Raumstationen waren verbesserte Sanitär- und Toiletteneinrichtungen eingebaut.
Um bei Langzeitflügen die körperliche Fitness der Kosmonauten zu erhalten, verfügte die neue Raumstation über diverse Sportgeräte, darunter ein im Boden versenkbares Laufband. Die Temperatur an Bord war regelbar zwischen 18 und 28 Grad bei einer Luftfeuchtigkeit von 30 bis 70 Prozent.
Für die Lageregelung waren im Heck zwei Triebwerke und rund um die Station 32 kleinere Triebwerke vorhanden.

Nach zweitägigem Alleinflug koppelte Sojus T-15 am 15. März 1986 an die neue Raumstation MIR an. Ursprünglich war geplant, dass es am vorderen Kopplungsstutzen anlegen sollte, um den hinteren für Progress-Transporter frei zu halten. Denn wie bei Saljut 6 und 7 waren bei der MIR die Treibstoffleitungen am hinteren Ende der Station. Hier kam jedoch eine Inkompatibilität der Annäherungssysteme ins Spiel. Sojus T-15 war, wie alle Sojus-T-Raumschiffe, mit dem Igla-System ausgerüstet. Der vordere Port der MIR hatte jedoch bereits das Nachfolgesystem Kurs installiert. Deshalb näherte sich Sojus T-15 der Raumstation von hinten, wo ebenfalls ein Igla-System vorhanden war. Die Annäherung erfolgte vollautomatisch, aber in 200 m Entfernung brachen Kisim und Wladimir Solowjow den Anflug ab und steuerten das Raumschiff von Hand um die Station herum und koppelten am vorderen Stutzen an. Dort waren die Kosmonauten die erste Stammbesatzung.

Anfang Mai bereiteten sich Leonid Kisim und Wladimir Solowjow auf die Reise zu Saljut 7 vor. Alles notwendige wurde an Bord von Sojus T-15 gebracht, für den Fall, dass eine Rückkehr zur MIR nicht möglich sein würde. Die MIR hatte sich durch zwei Bahnmanöver mit Saljut 7 synchronisiert. Beide Kosmonauten unternahmen am 05. Mai 1986 einen Flug zur bisherigen Orbitalstation Saljut 7. Es war dies der erste fliegende Wechsel zwischen zwei Raumstationen in der Geschichte.

Ähnlich wie bei der vierten Langzeitbesatzung von Saljut 7 fanden die Kosmonauten die Station im Innern dunkel und vereist vor. Sie konnten nach und nach alle notwendigen Systeme in Betrieb nehmen und die Ergebnisse der wissenschaftlichen Experimente sichern, die von der letzten Besatzung zurückgelassen wurden. Während des Aufenthaltes auf der Saljut 7 gab es zwei EVAs durch Leonid Kisim und Wladimir Solowjow am 28. Mai 1986 (3h 50m) und am 31. Mai 1986 (5h 00m). Dabei wurden verschiedene Reparaturen an der Raumstation vorgenommen und eine Trägerkonstruktion montiert, die sich aus zusammengefaltetem Zustand innerhalb weniger Minuten auf 15 m Länge ausfahren konnte. Außerdem wurden ein Meteoritendetektor und ein Stück Solarzelle demontiert, um diese später auf der Erde untersuchen zu können.

Im Laufe der nächsten Wochen entfernten die beiden Kosmonauten 20 Geräte aus Saljut 7, unter anderem ein Mehrkanal-Spektrometer, und packten sie in das Sojus-Raumschiff, um sie zur MIR zu bringen. Am 25. Juni 1986, nach etwa sieben Wochen in der Saljut, koppelten sie ab und begaben sich auf den Rückweg. Am Bug der MIR koppelten sie problemlos an.

Fotos / Zeichnungen

Mannschaftstraining
 

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Letztes Update am 06. April 2014.