Start vom Kosmodrom Baikonur; Landung 200 km
südöstlich von Karaganda.
Wostok 3 startete schließlich
am 11. August 1962 um 11:30 Uhr Moskauer Zeit vom Raketenstartplatz Baikonur
und erreichte nach wenigen Minuten die Erdumlaufbahn mit einer Inklination von
etwa 65 Grad. Nach knapp 24 Stunden folgte
Wostok 4 mit Pawel
Popowitsch an Bord. Das war das erste Mal, dass sich zwei
Raumfahrer gleichzeitig im All aufhielten.
Es wurde ein zeitweiliger
Gruppenflug mit
Wostok 4
durchgeführt, wobei sich beide Raumschiffe bis auf ca. 5 km (Sichtweite)
näherten. Die beiden Kosmonauten hielten über einen längeren
Zeitraum hinweg die Funksprechverbindung aufrecht, wobei sie Beobachtungen und
Angaben über Messwerte in ihren Raumfahrzeugen austauschten. Die
Raumschiffe wurden indes nicht aktiv selbst gesteuert, sondern die Bahnen waren
sorgfältig berechnet worden. Entsprechend schnell drifteten sie auch
wieder auseinander. Zum Abschluss machte Andrijan
Nikolajew noch Aufnahmen in Farbe sowohl von der Erde vom All
aus, als auch vom Innern der Kabine. Auch der Raumanzug funktionierte
einwandfrei. Es gab aber ein kleineres Problem mit einem Telemetrie-System.
Die Landung erfolgte in der gleichen Art, wie bei den bisherigen
Wostok-Flügen.
Der Gruppenflug von Wostok 3 und
Wostok 4 wurde als große
Errungenschaft der sowjetischen Raumfahrt gefeiert. Auch wenn inzwischen
bekannt ist, dass die Raumschiffe selbst nicht gesteuert werden konnten, ist es
als großartige Leistung anzusehen, zwei Starts innerhalb von 24 Stunden
durchzuführen. Auch die Übertragung von Sprache und Telemetrie zu
zwei Raumschiffen gleichzeitig war eine besondere Leistung, schließlich
gab es damals noch keine Nachrichtensatelliten und die Sowjetunion
verfügte im Gegensatz zu den USA nicht über ein weltumspannendes Netz
von Bodenstationen.