Bemannte Raumflüge

Internationale Flug-Nr. 5

Wostok 3

Sokol

UdSSR

Start-, Bahn- und Landedaten

Startdatum:  11.08.1962
Startzeit:  08:30 UTC
Startort:  Baikonur
Startrampe:  1
Bahnhöhe:  180,7 - 234,6 km
Inklination:  64,98°
Landedatum:  15.08.1962
Landezeit:  06:52 UTC
Landeort:  48° 02' N, 75° 45' O

hochauflösende Version (486 KB)

alternatives Foto

alternatives Foto

Besatzung

Nr.   Name Vorname Position Flug-Nr. Flugdauer Erdorbits
1  Nikolajew  Andrijan Grigorjewitsch  Pilot Kosmonaut 1 3d 22h 22m  64 

Sitzverteilung der Besatzung

1  Nikolajew

1. Double-Besatzung

Nr.   Name Vorname Position
1  Bykowski  Waleri Fjodorowitsch  Pilot Kosmonaut

hochauflösende Version (360 KB)

2. Double-Besatzung

Nr.   Name Vorname Position
1  Wolynow  Boris Walentinowitsch  Pilot Kosmonaut

hochauflösende Version (758 KB)

Flugverlauf

Wostok 3 startete vom Kosmodrom Baikonur. Die Landung erfolgte 200 km südöstlich von Karaganda.

Der stellvertretende Ministerpräsident Dimitri Ustinow verlangte vom Leiter des sowjetischen Raumfahrtprogramms Sergei Pawlowitsch Koroljow einen Start noch im März 1962, was aber so kurzfristig nicht durchzuführen war. Zwei Fehlstarts von unbemannten Satelliten, die mit der gleichen Trägerrakete wie das Wostok-Raumschiff ins All gebracht werden sollten, verursachten weitere Verzögerungen. Beim zweiten dieser Fehlstarts explodierte die Rakete kurz nach dem Start und beschädigte die Startrampe, so dass umfangreiche Reparaturen notwendig wurden.

Wostok 3 startete schließlich am 11. August 1962 um 11:30 Uhr Moskauer Zeit vom Raketenstartplatz Baikonur und erreichte nach wenigen Minuten die Erdumlaufbahn mit einer Inklination von etwa 65 Grad. Nach knapp 24 Stunden folgte Wostok 4 mit Pawel Popowitsch an Bord. Das war das erste Mal, dass sich zwei Raumfahrer gleichzeitig im All aufhielten.

Es wurde ein zeitweiliger Gruppenflug mit Wostok 4 durchgeführt, wobei sich beide Raumschiffe bis auf ca. 6 km (Sichtweite) näherten. Die beiden Kosmonauten hielten über einen längeren Zeitraum hinweg die Funksprechverbindung aufrecht, wobei sie Beobachtungen und Angaben über Messwerte in ihren Raumfahrzeugen austauschten. Die Raumschiffe wurden indes nicht aktiv selbst gesteuert, sondern die Bahnen waren sorgfältig berechnet worden. Entsprechend schnell drifteten sie auch wieder auseinander. Zum Abschluss machte Andrijan Nikolajew noch Aufnahmen in Farbe sowohl von der Erde vom All aus, als auch vom Innern der Kabine. Auch der Raumanzug funktionierte einwandfrei. Es gab aber ein kleineres Problem mit einem Telemetrie-System.

Die Landung erfolgte in der gleichen Art, wie bei den bisherigen Wostok-Flügen.

Der Gruppenflug von Wostok 3 und Wostok 4 wurde als große Errungenschaft der sowjetischen Raumfahrt gefeiert. Auch wenn inzwischen bekannt ist, dass die Raumschiffe selbst nicht gesteuert werden konnten, ist es als großartige Leistung anzusehen, zwei Starts innerhalb von 24 Stunden durchzuführen. Auch die Übertragung von Sprache und Telemetrie zu zwei Raumschiffen gleichzeitig war eine besondere Leistung, schließlich gab es damals noch keine Nachrichtensatelliten und die Sowjetunion verfügte im Gegensatz zu den USA nicht über ein weltumspannendes Netz von Bodenstationen.

Fotos / Zeichnungen

Wostok

©      

Letztes Update am 29. August 2014.