Das neue Raumschiff
Sojus T-2 wurde vom Kosmodrom Baikonur in die
Erdumlaufbahn geschickt und landete 200 km südöstlich von
Dsheskasgan. Bei der Mission handelte sich um einen
Testflug des neuen
Sojus-T-Raumschiffes. Vorher waren bereits 6
unbemannte Flüge mit dem neuen Raumschiff durchgeführt worden.
Nach eintägigem Alleinflug koppelte
Sojus T-2 am 06. Juni 1980 mit der
Saljut 6-Orbitalstation und es folgten gemeinsame
Arbeiten mit der
vierten Stammbesatzung. Zum ersten Mal seit über zwei
Jahren bestand damit eine Besuchsmannschaft nur aus sowjetischen Kosmonauten,
ohne einen Gastkosmonauten aus einem anderen Land.
Hauptaufgabe dieser
Mission war das Testen aller Bordsysteme des neuen Raumschiffes unter realen
Bedingungen. Der Übergang zu einer digitalen, rechnergestützten
Steuerung wurde als sehr kritisch angesehen. Das endgültige
Andockmanöver musste dabei von der Mannschaft manuell durchgeführt
werden, nachdem das neu entwickelte Argon-Computersystem Anomalien
aufzeigte.
Nach dem erfolgreichen Andocken wurden Wartungsarbeiten an
der Station ausgeführt und mit dem Flug wurden neue Geräte zur
Station gebracht und Forschungsmaterial mit zurückgebracht.
Schließlich erfolgte nach der Abkopplung ein Inspektionsflug um die
Raumstation.
In ihren Raumanzügen hatten die Kosmonauten ihre
Plätze im Landemodul eingenommen, nachdem sie die Luke zur Orbitalsektion
geschlossen hatten. Dann richteten sie das Raumschiff so aus, das die
Triebwerke des Geräteteils in Flugrichtung zeigten. Diese wurden kurz
darauf für 105,6 Sekunden gezündet und leiteten den Abstieg zur
Erdoberfläche ein. Im nächsten Schritt erfolgte das
planmäßige Abtrennen der Orbitalsektion und des Geräteteils,
die beide in der Erdatmosphäre verglühten. Das verbleibende
Landemodul wurde so ausgerichtet, dass der Eintrittswinkel für eine
möglichst genaue Landung in Kasachstan erreicht wurde. Nach dem Eintritt
in die Erdatmosphäre brach der Funkkontakt wegen der heißen
Plasmagase rund um die Kapsel ab. Dann löste sich der Deckel des
Fallschirmbehälters und der Bremsfallschirm wurde ausgestoßen.
Nachdem auch der Hitzeschutzschild abgetrennt worden war, schwebte die
Sojus an ihrem Hauptfallschirm Richtung Erdboden.
Kleine Feststoff-Bremsraketen, die kurz vor dem Berühren des Bodens
ausgelöst worden waren, verminderten die Aufprallgeschwindigkeit. Sofort
nach der erfolgreichen Landung wurden die Fallschirmleinen gekappt, damit die
Kapsel nicht durch den Wind über den Boden gezogen werden konnte. Nach der
Landung gehört es zum Ritual, dass die Kosmonauten das Raumschiff mit
ihrer Unterschrift versehen.