Bemannte Raumflüge

Internationale Flug-Nr. 71

Sojus T-2

Jupiter

UdSSR

Start-, Bahn- und Landedaten

Startdatum:  05.06.1980
Startzeit:  14:19 UTC
Startort:  Baikonur
Startrampe:  1
Bahnhöhe:  202 - 249 km
Inklination:  51,6°
Ankopplung Saljut 6:  06.06.1980, 15:58 UTC
Abkopplung Saljut 6:  09.06.1980, 09:20 UTC
Landedatum:  09.06.1980
Landezeit:  12:39 UTC
Landeort:  200 km SO von Dsheskasgan

Crew auf dem Weg zum Start

hochauflösende Version (828 KB)

alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

Besatzung

Nr.   Name Vorname Position Flug-Nr. Flugdauer Erdorbits
1  Malyschew  Juri Wassiljewitsch  Kommandant 1 3d 22h 19m  62 
2  Axjonow  Wladimir Wiktorowitsch  Bordingenieur 2 3d 22h 19m  62 

Sitzverteilung der Besatzung

Start
1  Malyschew
2  Axjonow
Landung
1  Malyschew
2  Axjonow

Animationen: Sojus

(erfordert Macromedia Flash Player)
mit freundlicher Genehmigung von www.marscenter.it

Double-Besatzung

Nr.   Name Vorname Position
1  Kisim  Leonid Denissowitsch  Kommandant
2  Makarow  Oleg Grigorjewitsch  Bordingenieur

hochauflösende Version (501 KB)

Flugverlauf

Das neue Raumschiff Sojus T-2 wurde vom Kosmodrom Baikonur in die Erdumlaufbahn geschickt und landete 200 km südöstlich von Dsheskasgan. Bei der Mission handelte sich um einen Testflug des neuen Sojus-T-Raumschiffes. Vorher waren bereits 6 unbemannte Flüge mit dem neuen Raumschiff durchgeführt worden.

Nach eintägigem Alleinflug koppelte Sojus T-2 am 06. Juni 1980 mit der Saljut 6-Orbitalstation und es folgten gemeinsame Arbeiten mit der vierten Stammbesatzung. Zum ersten Mal seit über zwei Jahren bestand damit eine Besuchsmannschaft nur aus sowjetischen Kosmonauten, ohne einen Gastkosmonauten aus einem anderen Land.

Hauptaufgabe dieser Mission war das Testen aller Bordsysteme des neuen Raumschiffes unter realen Bedingungen. Der Übergang zu einer digitalen, rechnergestützten Steuerung wurde als sehr kritisch angesehen. Das endgültige Andockmanöver musste dabei von der Mannschaft manuell durchgeführt werden, nachdem das neu entwickelte Argon-Computersystem Anomalien aufzeigte.

Nach dem erfolgreichen Andocken wurden Wartungsarbeiten an der Station ausgeführt und mit dem Flug wurden neue Geräte zur Station gebracht und Forschungsmaterial mit zurückgebracht. Schließlich erfolgte nach der Abkopplung ein Inspektionsflug um die Raumstation.

In ihren Raumanzügen hatten die Kosmonauten ihre Plätze im Landemodul eingenommen, nachdem sie die Luke zur Orbitalsektion geschlossen hatten. Dann richteten sie das Raumschiff so aus, das die Triebwerke des Geräteteils in Flugrichtung zeigten. Diese wurden kurz darauf für 105,6 Sekunden gezündet und leiteten den Abstieg zur Erdoberfläche ein. Im nächsten Schritt erfolgte das planmäßige Abtrennen der Orbitalsektion und des Geräteteils, die beide in der Erdatmosphäre verglühten. Das verbleibende Landemodul wurde so ausgerichtet, dass der Eintrittswinkel für eine möglichst genaue Landung in Kasachstan erreicht wurde. Nach dem Eintritt in die Erdatmosphäre brach der Funkkontakt wegen der heißen Plasmagase rund um die Kapsel ab. Dann löste sich der Deckel des Fallschirmbehälters und der Bremsfallschirm wurde ausgestoßen. Nachdem auch der Hitzeschutzschild abgetrennt worden war, schwebte die Sojus an ihrem Hauptfallschirm Richtung Erdboden. Kleine Feststoff-Bremsraketen, die kurz vor dem Berühren des Bodens ausgelöst worden waren, verminderten die Aufprallgeschwindigkeit. Sofort nach der erfolgreichen Landung wurden die Fallschirmleinen gekappt, damit die Kapsel nicht durch den Wind über den Boden gezogen werden konnte. Nach der Landung gehört es zum Ritual, dass die Kosmonauten das Raumschiff mit ihrer Unterschrift versehen.

Fotos / Zeichnungen

 

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Letztes Update am 19. September 2014.