Start vom Kosmodrom Baikonur; Landung 75 km
westlich von Karaganda.
Es war der erste Nachtstart der bemannten
Raumfahrt. Zu den Aufgaben der Besatzung gehörten visuelle und
fotografische Beobachtung der Erdoberfläche sowie verschiedene
astrophysikalische und physiologische Experimente. Nach einigen Tagen
funktionierte eine Solarzelle nicht richtig, was aber keine gravierenden
Auswirkungen auf die Mission hatte. Die Kapsel wurde nunmehr in eine langsame
Rotation zur Sonne versetzt, um eine möglichst lange Sonneneinstrahlung
auf das Sonnenpaddel zu haben, weil sich sonst die Batterien erschöpfen
könnten. Kosmonautin
Tereschkowa und ihre Tochter hatten zwischenzeitlich
Gelegenheit mit Ehemann und Vater
Nikolajew über Funk zu sprechen. Der Flugtag 10 war
für die Kosmonauten ein freier Tag, sie nutzten das, um mit Kosmonaut
Gorbatko auf der Erde über Funk Schach zu spielen. Ab
Flugtag 12 hatten die Kosmonauten aber mit Müdigkeit und
Konzentrationsproblemen zu kämpfen, die in einigen kleineren Fehlern
mündeten.
Die Landung verlief ohne Schwierigkeiten, allerdings
hatte man seitens der Sowjets offensichtlich die Auswirkungen der
Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper unterschätzt. Die
Kosmonauten konnten nicht gehen und mussten gestützt werden, nachdem sie
aus der Kapsel herausgekommen waren. Die Kosmonauten wirkten ausgesprochen
krank. Es waren auch keine Vorbereitungen getroffen worden, um ihnen die
Rückkehr zu erleichtern (z.B. Sessel, wie es heute üblich ist). Sie
wurden aber anschließend in ein Krankenhaus transportiert. Alles in allem
gelang es jedoch, mit diesem Flug einen neuen Langzeitrekord aufzustellen. Aber
es war auch der letzte Rekord, der von einem Raumschiff aufgestellt wurde, das
nicht an einer Orbitalstation angedockt sein würde.