Bemannte Raumflüge

Internationale Flug-Nr. 76

Sojus 39

Pamir

UdSSR

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Start-, Bahn- und Landedaten

Startdatum:  22.03.1981
Startzeit:  14:58 UTC
Startort:  Baikonur
Startrampe:  31
Bahnhöhe:  197.5 - 282.8 km
Inklination:  51,68°
Ankopplung Saljut 6:  23.03.1981, 16:28 UTC
Abkopplung Saljut 6:  30.03.1981, 08:15 UTC
Landedatum:  30.03.1981
Landezeit:  11:40 UTC
Landeort:  170 km SO von Dsheskasgan

Crew auf dem Weg zum Start

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alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

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Besatzung

Nr.   Name Vorname Position Flug-Nr. Flugdauer Erdorbits
1  Dshanibekow  Wladimir Alexandrowitsch  Kommandant 2 7d 20h 42m  124 
2  Gurragtschaa  Shugderdemidyn "Gurr"  Forschungskosmonaut 1 7d 20h 42m  124 

Sitzverteilung der Besatzung

Start
1  Dshanibekow
2  Gurragtschaa
Landung
1  Dshanibekow
2  Gurragtschaa

Animationen: Sojus

(erfordert Macromedia Flash Player)
mit freundlicher Genehmigung von www.marscenter.it

Double-Besatzung

Nr.   Name Vorname Position
1  Ljachow  Wladimir Afanassjewitsch  Kommandant
2  Gansorig  Maidarshavyn  Forschungskosmonaut

Flugverlauf

Sojus 39 wurde vom Kosmodrom Baikonur in den Orbit geschossen und landete 170 km südöstlich von Dsheskasgan. Mit dem achten Interkosmos-Flug gelangte der Mongole Shugderdemidyn Gurragtschaa in die Erdumlaufbahn.

Nach eintägigem Alleinflug koppelte Sojus 39 am 23. März 1981 problemlos an die Orbitalstation Saljut 6 an und es folgten gemeinsame Arbeiten mit der fünften Stammbesatzung.

Am 24. März 1981 installierten die Kosmonauten Detektoren für kosmische Strahlung in der Arbeits- und Übergangssektion. Am 26. März 1981 wurde das „Illuminator“-Experiment durchgeführt. Damit sollte die Beeinträchtigung der Sicht durch Kratzer infolge von Mircrometeoriten in den Bullaugen ermittelt werden. Dem gleichen Zweck diente am 27. März 1981 der „Hologramm“ genannte Versuch. Der Versuch wurde einen Tag später wiederholt. Gleichzeitig wurden Luft- und Mikrofloraproben der Stationsatmosphäre genommen und die Strahlungsdetektoren abgebaut, um sie wieder mit zur Erde zu nehmen. Wie schon bei den anderen Interkosmos-Expeditionen nahmen die Erdbeobachtungen des Heimatlandes des Besuches großen Raum ein (28. und 29. März 1981).

Wie bereits bei Sojus 38 wurde kein Raumschifftausch durchgeführt.

Kern der relativ einheitlichen Interkosmos-Missionen waren Originalübertragungen des Starts, von Gesprächen mit den jeweiligen Partei- bzw. Staatschefs und Grüße an die Heimatbevölkerung. Daneben wurden Beobachtungen und Aufnahmen (auch multispektral mit MKF 6 des Heimatlandes des Gastes, medizinisch-biologische Untersuchungen und Experimente mit landestypischen Produkten durchgeführt. Der Gastbesuch war auf ca. sieben Tage und 21,5 h (mit nur einer Toleranz von +/- einer Stunde) ausgelegt. Die Vorbereitung dieser Missionen benötigte nicht besonders viel Zeit, da auf meist in der Sowjetunion ausgebildete (also sprachkundige) Militärflieger zurückgegriffen werden konnte.

In ihren Raumanzügen hatten die Kosmonauten ihre Plätze im Landemodul eingenommen, nachdem sie die Luke zur Orbitalsektion geschlossen hatten. Dann richteten sie das Raumschiff so aus, das die Triebwerke des Geräteteils in Flugrichtung zeigten. Diese wurden kurz darauf für 105,6 Sekunden gezündet und leiteten den Abstieg zur Erdoberfläche ein. Im nächsten Schritt erfolgte das planmäßige Abtrennen der Orbitalsektion und des Geräteteils, die beide in der Erdatmosphäre verglühten. Das verbleibende Landemodul wurde so ausgerichtet, dass der Eintrittswinkel für eine möglichst genaue Landung in Kasachstan erreicht wurde. Nach dem Eintritt in die Erdatmosphäre brach der Funkkontakt wegen der heißen Plasmagase rund um die Kapsel ab. Dann löste sich der Deckel des Fallschirmbehälters und der Bremsfallschirm wurde ausgestoßen. Nachdem auch der Hitzeschutzschild abgetrennt worden war, schwebte die Sojus an ihrem Hauptfallschirm Richtung Erdboden. Kleine Feststoff-Bremsraketen, die kurz vor dem Berühren des Bodens ausgelöst worden waren, verminderten die Aufprallgeschwindigkeit. Sofort nach der erfolgreichen Landung wurden die Fallschirmleinen gekappt, damit die Kapsel nicht durch den Wind über den Boden gezogen werden konnte. Nach der Landung gehört es zum Ritual, dass die Kosmonauten das Raumschiff mit ihrer Unterschrift versehen.

Fotos / Zeichnungen

 

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Letztes Update am 29. November 2014.