Bemannte Raumflüge

Internationale Flug-Nr. 44

Skylab 2

USA

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Start-, Bahn- und Landedaten

Startdatum:  25.05.1973
Startzeit:  13:00 UTC
Startort:  Cape Canaveral (KSC)
Startrampe:  39-B
Bahnhöhe:  415 - 424 km
Inklination:  50,04°
Ankopplung Skylab:  26.05.1973, 21:56:00 UTC
Abkopplung Skylab:  22.06.1973, 08:55 UTC
Landedatum:  22.06.1973
Landezeit:  13:49 UTC
Landeort:  25° 45' N, 127° 2' W

Crew auf dem Weg zum Start

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alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

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Besatzung

Nr.   Name Vorname Position Flug-Nr. Flugdauer Erdorbits
1  Conrad  Charles Jr., "Pete"  CDR 4 28d 00h 50m  404 
2  Kerwin  Joseph Peter  PLT 1 28d 00h 50m  404 
3  Weitz  Paul Joseph  CMP 1 28d 00h 50m  404 

Sitzverteilung der Besatzung

1  Conrad
2  Kerwin
3  Weitz

Ersatz-Besatzung

Nr.   Name Vorname Position
1  Schweickart  Russell Louis "Rusty"  CDR
2  Musgrave  Franklin Story  PLT
3  McCandless  Bruce II  CMP

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Flugverlauf

Das Apollo-Raumschiff startete von Cape Canaveral (KSC) und wasserte 1320 km südwestlich von San Diego im Pazifik.

Seit dem Flug von Apollo 7 im Oktober 1968 waren keine Starts der Rakete Saturn 1B mehr vorgenommen worden. Die damalige Startrampe war nicht mehr zu verwenden, so dass für die bemannten Skylab-Starts eine Rampe im Kennedy Space Center umgebaut werden musste. Dabei wurde die kürzere Saturn 1B auf ein Podest gestellt, damit der für die Saturn V vorgesehene Startturm verwendet werden konnte.

Ursprünglich war der Start von Skylab 2 für den 15. Mai 1973 geplant, einen Tag nachdem mit Skylab 1 das Weltraumlabor in die Erdumlaufbahn gebracht wurde. Da das Labor aber beim Start beschädigt wurde, musste Skylab 2 so lange verschoben werden, bis man ein klares Bild von den Schäden und den Reparaturmöglichkeiten hatte.

Zehn Minuten nach dem Start war das Apollo-Raumschiff, das übrigens kein eigenes Rufzeichen hatte, im Orbit. Fünf Erdumrundungen später konnten die Astronauten erstmals die Raumstation sehen. Nach einer Kurskorrektur sendete Charles Conrad die ersten Fernsehbilder zur Erde. Er schilderte, dass das Solarpaddel Nr. 1 nur teilweise, nämlich höchstens zu 15 Prozent, ausgefahren war. Er sehe aber unbeschädigt aus. Auf der anderen Seite fehle der Solarflügel völlig und er könne lediglich ein paar Drähte und Schläuche sehen. Ebenso fehle auf einer Seite der Meteoritenschutzschild. Er sehe aus wie Gold.

Nach diesem ersten Lagebericht steuerte Charles Conrad das Apollo-Raumschiff an den Kopplungsstutzen von Skylab heran führte ein sogenanntes "Soft-Docking" aus. Dabei gehen das Raumschiff und die Station eine Verbindung ohne Verriegelung und ohne hermetischen Abschluss ein.

Nach einer Beratungspause koppelte die Apollo-Kapsel wieder von der Raumstation ab, um ein Außenbordmanöver zum Lösen des verklemmten Solarpaddels vorzunehmen. Charles Conrad steuerte sein Raumschiff so nah es ging an Skylab heran. Dann öffnete Paul Weitz am 25. Mai 1973 für das erste Außenbordmanöver (0h 35m) die Apollo-Luke. Während er sich hinausbeugte, hielt ihn Joseph Kerwin an den Beinen fest. Zuerst versucht Paul Weitz die verbogene Aluminiumlasche, die das Solarpaddel an der vollständigen Entfaltung hinderte, zur Seite zu biegen. Dafür benutzte er eine Art Enterhaken. Trotz hohem Kraftauswand scheiterte er in mehreren Versuchen. Er versuchte dann noch, den Enterhaken an der Verbindungsstelle zwischen Alulasche und Skylab anzusetzen. Auch dieser Versuch brachte nicht den gewünschten Erfolg. Daraufhin brach er die EVA ab.

Nach diesem gescheiterten Versuch sollte die Apollo endgültig an Skylab ankoppeln. Charles Conrad steuerte das Raumschiff zwar gegen den Kopplungsmechanismus, aber von dort prallte die Kapsel wieder zurück. Zwei weitere Versuche blieben ebenfalls erfolglos. Nach eingehenden Beratungen mit der Bodenstation legten die drei Astronauten ihre Raumanzüge wieder an, Charles Conrad steuerte die Apollo ein Stück von dem Raumlabor weg und die Besatzung baute den Kopplungsmechanismus der Kapsel aus. Dabei stellten sie fest, dass ein kleiner Motor aufgrund einer fehlerhaften Verkabelung nicht richtig funktionierte. Nach einer Neuverkabelung wurde der Kopplungsmechanismus wieder eingebaut und Charles Conrad unternahm einen neuen Kopplungsversuch. Erst im sechsten Anlauf konnte er sein Raumschiff erfolgreich an Skylab ankoppeln.

Nach einer Nachtruhe in der Apollo wechselten die drei Astronauten in die Raumstation über. Dazu mussten sie zunächst den Kopplungsmechanismus wieder ausbauen und den Druckausgleich herstellen. Während im Kopplungsadapter wegen einer guten Wärmeisolierung nur eine Temperatur von 10 Grad Celsius herrschte, war im "Orbital Workshop" (OWS), dem Hauptteil von Skylab, die Temperatur auf über 40 Grad Celsius angestiegen. Die Astronauten überprüften alle Systeme und konnten feststellen, dass sich nirgendwo giftige Gase befanden. Daraufhin setzten sie alle Skylab-Systeme in Betrieb. Im nächsten Schritt sollte eine Art Sonnen-Schutzschirm installiert werden, um die Temperatur an Bord zu senken. Die Entwicklung und Herstellung dieser Folie war am Boden nach Bekanntwerden der Skylab-Probleme innerhalb von sieben Tagen durchgeführt worden. Der Mannschaft gelang es, durch eine der beiden kleinen Schleusen, die eigentlich für Experimente vorgesehen gewesen war, diese schirmartige Hitzeschutzfolie außerhalb der Station zu entfalten und aufzuspannen. Zwar entfaltete sich der Schirm nur etwa zu 80 Prozent, jedoch begann danach die Temperatur an Bord allmählich zu sinken.

Nach einer weiteren Nacht an Bord der Apollo-Kapsel deaktivierten die Astronauten die Systeme des Raumschiffes und wechselten endgültig in die Raumstation über. Für die weitere Inbetriebnahme waren zuerst Umzugsarbeiten nötig. Zahlreiche Versorgungsgüter wie Medikamente und Ersatzfilme wurden in die Station transferiert. Die an Bord von Skylab befindlichen Medikamente und Filme waren wegen der großen Hitze verdorben. Zu den ersten Arbeiten gehörte auch die Gangbarmachung der Wasserversorgung und der Abfallbeseitigung. Schließlich aktivierten die Astronauten einen Großteil der wissenschaftlichen Geräte.

In Skylab begann nun die wissenschaftliche Routinearbeit. Der Arzt Joseph Kerwin zapfte sich und seinen Kollegen täglich Blut ab, untersuchte es unter einen Mikroskop und konservierte die Proben für spätere genauere Untersuchung auf der Erde. Mit einem Unterdruckanzug, der Paul Weitz als erster Astronaut anlegen musste, wurden die körperlichen Funktionen und der Blutdruck unter Schwerelosigkeit gemessen. Zur Erhaltung der körperlichen Fitness mussten alle drei Astronauten täglich ein Trainingsrad oder ein Laufband benutzen.

In den nächsten Tagen rückte die Beobachtung der Sonne und ihrer Strahlungsausbrüche in den Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses. Dafür stand an Bord ein Teleskop (ATM) zur Verfügung. Im Verlauf der Mission lieferte es zahlreiche Ergebnisse von hoher wissenschaftlicher Qualität.
Schwierigkeiten bereitete den Astronauten anfangs die Ernährung. Sie hatten Mühe, in den vollen Nahrungsmittelschränken etwas zu finden. Dies legte sich aber im weiteren Verlauf des Fluges.

Am 31. Mai 1973 fielen fünf Speicherbatterien im ATM aus. Diese gehörten zu den wichtigsten Energiespendern, da von dem verbliebenen Solarpaddel weiterhin kaum Energie zufloss. Daraufhin wurden wissenschaftliche Versuche vorläufig eingestellt und die Astronauten schalteten das Raumlabor auf Notbeleuchtung um. Der Bodenstation gelang es, vier der fünf Batterien wieder aufzuladen, jedoch wurde das wissenschaftliche Programm weiter eingeschränkt. Da an diesem Tag ein 200.000 Kilometer großes Loch in der Sonnenkorona entdeckt worden war, blieb die Sonnenbeobachtung von diesen Einschränkungen aber ausgenommen.

In Anbetracht der Energieprobleme an Bord entschied die Missionskontrolle, die aufgeschobene EVA zur Reparatur des nicht ausgefahrenen Solarpaddels nunmehr durchzuführen. Zuvor war erwogen worden, diese Aufgabe mit der abschließenden Außenbordtätigkeit zur Bergung von Filmen und Experimenten zu kombinieren oder diese Arbeit von der zweiten Skylab-Besatzung durchführen zu lassen.

Am 07. Juni 1973 verließen Charles Conrad und Joseph Kerwin die Raumstation für die zweite EVA (3h 23m). Zuerst setzten die beiden Astronauten eine Blechschere zusammen, die an einer 7,5 Meter langen Stange aus mehreren Einzelteilen befestigt wurde. Dann kletterte Charles Conrad etwa 8 Meter entlang der Stange bis er den Bereich des klemmenden Solarpaddels erreicht hatte. Dort betätigte er die Blechschere und führte sie entsprechend an der Alu-Lasche ein. Mit großer Kraftanstrengung gelang es Joseph Kerwin an einem Zugseil ziehend nach mehreren Versuchen, die Alu-Lasche zu durchschneiden. Trotzdem klappte das Solarpaddel nicht aus, weil die Scharniere zwischenzeitlich in der Kälte des Weltraumes eingefroren waren. Im nächsten Schritt band Charles Conrad das Zugseil an den Solarflügel, während Joseph Kerwin das andere Ende am Skylab-Körper befestigte. Dann nahm Charles Conrad das Seil auf seine Schultern und zog mit aller Kraft daran. Um die Wirkung zu verstärken, stemmte er sich mit den Füßen gegen den Entfaltungsmechanismus der Solarfläche. Dadurch brachen die gefrorenen Stellen auf und das Paddel entfaltete sich vollständig.
Zum Abschluss der EVA befestigten Charles Conrad und Joseph Kerwin weitere Halteleinen an dem über Skylab provisorisch entfalteten und befestigten Sonnenschutzschirm, der sich damit voll entfaltete.

Befreit von allen Energieproblemen konnte das wissenschaftliche Programm intensiviert werden. Im Rahmen der Erdbeobachtungen machten die Astronauten Aufnahmen von Ozeanströmungen an der amerikanischen Atlantikküste, Rohstoffvorkommen in Illinois, Rohstoffvorkommen im Amazonasbecken und Erdöllagerstätten in Venezuela. Fortgesetzt wurden auch die Studien der Sonne und ihrer Korona. So machte Charles Conrad am 11. Juni 1973 mit dem Teleskop einige hochinteressante Aufnahmen der Sonne und ihrer Umgebung. Bei den Werkstoffexperimenten wurden verschiedene Metalle mit Laserstrahlen eingeschmolzen und ihr Verhalten unter Schwerelosigkeit untersucht. Zu den materialwissenschaftlichen Experimenten zählten auch Schmelz- und Lötversuche, Entflammbarkeitstests in reinem Sauerstoff und die Züchtung von Gallium-Arsenid-Kristallen. Medizinische Selbstversuche und Untersuchungen rundeten das wissenschaftliche Arbeitsprogramm ab.

Bis Mitte Juni 1973 war die Temperatur an Bord von Skylab bis auf 23 Grad Celsius gesunken. Um die Station nicht weiter auskühlen zu lassen, wurde sie ein wenig mehr zur Sonne gedreht.

Gegen Ende ihres Aufenthaltes an Bord von Skylab trainierten die Astronauten vermehrt die Rückkehr zur Erde und die Deaktivierung der Raumstation für die Zeit des unbemannten Betriebes. Charles Conrad holte durch die Experimenten-Luftschleuse ein Probensammelgerät zurück in die Station, mit dem Staubpartikel für die spätere Untersuchung auf der Erde eingesammelt werden sollten.

Vor der Landung stand am 19. Juni 1973 noch eine Außenbordtätigkeit durch Charles Conrad und Paul Weitz (1h 36m) auf dem Flugplan. Sie diente ausschließlich der Bergung von belichtetem Filmmaterial und dem Einsetzen neuer Filmkassetten. Die beiden Astronauten kletterten an den Solarflügeln des Teleskops ATM vorbei und erreichten die Montageschächte der Filmkassetten. Problemlos konnten sie die Filme mit über 30.000 Fotos entnehmen. Charles Conrad behob danach noch einen Wackelkontakt der bis zu letzt streikenden fünften Batterie des ATM. Zwischenzeitlich reinigte Paul Weitz die Linsen des ATM mit einem kleinen Handbesen.

In den letzten beiden Arbeitstagen räumten die drei Astronauten alle nicht mehr benötigten Gegenstände weg, reinigten die Schlafkabinen, entsorgten Kleidung und Hygieneartikel im Mülleimer und brachten die Experimentproben sowie Filme an Bord des Apollo-Raumschiffs. Nachdem Skylab in den automatischen Betriebsmodus umgeschaltet worden war, wurden die Luken zwischen Raumschiff und Raumstation geschlossen und die Apollo-Kapsel legte von der Station ab. Charles Conrad umkreiste Skylab ein Mal, ehe er die Landung einleitete.

Kapsel und Besatzung wurden nach der Wasserung vom Flugzeugträger USS Ticonderoga geborgen. Anders als bei den Mondflügen blieben die Astronauten nach der Landung an Bord des Raumschiffs und verließen es erst an Deck des Bergungsschiffs. Mit dieser Mission stellte die Besatzung einen neuen Daueraufenthaltsrekord auf.

Fotos / Zeichnungen

Skylab
Crew Skylab 2 Crew Skylab 2
Erdbeobachtung
 

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Letztes Update am 29. November 2013.