Start von Cape Canaveral; Landung in der
Nähe von Hawaii. Gemeinsames amerikanisch-sowjetisches Raumflugunternehmen
Apollo-Sojus.
Jack
Swigert war ursprünglich für diesem Flug
vorgesehen, wurde jedoch wegen seiner Verwicklung um den Briefmarkenschmuggel
bei
Apollo 15 zurückgesetzt.
Als Atmosphäre an Bord der Apollo wurde reiner Sauerstoff mit
einem Druck von 34 % der Erdatmosphäre verwendet. An Bord der Sojus wurde
dagegen normale Luft (Stickstoff-Sauerstoff-Gemisch) unter normalem Druck
geatmet. Der übliche Druck von 100 % der Erdatmosphäre wurde für
diese Mission auf 68 % reduziert, damit sich beim Umsteigen von einem
Raumschiff in das andere die Atmung leichter anpassen konnte.
Es wurde
am 17. Juli 1975 eine Kopplung mit
Sojus
19 vorgenommen. Hierzu wurde ein spezieller Kopplungsadapter von Apollo
mitgeführt. Es war die erste Kopplung in der Geschichte der bemannten
Raumfahrt, die von zwei Raumschiffen durchgeführt wurde, die aus
unterschiedlichen Ländern gestartet waren. Die beiden Mannschaften
führten einen 52-stündigen Gemeinschaftsflug mit gegenseitigem
Umsteigen und gemeinsamen Arbeiten durch. Nach der Trennung der Kapseln
erfolgte ein erneutes Kopplungsmanöver mit
Sojus 19 als aktivem Raumschiff. Dabei
erfolgten aber keine weiteren Besuche. Nach der endgültigen Trennung
führte die Apollo-Besatzung noch 23 verschiedene Experimente wie
Erdbeobachtung, geodynamische Experimente, Kristallwachstumsexperimente usw.
durch.
Aus einem nicht mehr nachvollziehbaren Grund wurden nach dem
Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zwei Schalter nicht betätigt, die
das automatische Landesystem auslösen sollten. Als in rund sieben
Kilometer Höhe die Hilfs-Bremsfallschirme nicht wie vorgesehen automatisch
ausgelöst wurden, nahmen dies die Astronauten manuell vor. Die
Stabilisationsdüsen, die automatisch hätten deaktiviert werden
sollen, zündeten jedoch, weil die Lage der Landekapsel nun nicht mehr mit
der voreingestellten übereinstimmte. Dadurch kam die Kapsel ins Trudeln.
Nach etwa einer halben Minute wurden die Düsen von den Astronauten
ausgeschaltet. Während dieser Zeit drangen aber unverbrannte Gase durch
ein Ausgleichsventil in die Kapsel ein. Da die Hauptfallschirme ebenfalls nicht
automatisch ausgelöst wurden, betätigte Vance
Brand
auch diese manuell in einer Höhe von 2700 Metern. Nach der etwas harten
Wasserung schwamm die Kapsel kopfüber und Vance
Brand
musste das Aufrichtsystem manuell betätigen, um sie in eine aufrechte
Position zu bringen.
Vance
Brand
war etwa 40 Sekunden bewusstlos. Thomas
Stafford gelang es, ihm eine Sauerstoffmaske
überzustülpen. Nachdem sich die Kapsel aufgerichtet hatte und die
Luke geöffnet werden konnte, strömte Frischluft herein und die Gase
verflüchtigten sich. Die Besatzung musste nach der Bergung noch zwei
Wochen im Krankenhaus zur Beobachtung bleiben.
Bergungsschiff war die
USS New Orleans. Dies war dann gleichzeitig für
längere Zeit der letzte Raumflug der USA bzw.
NASA. Das Apollo-Programm war endgültig
abgeschlossen. Die Planungen konzentrierten sich nur noch auf eine
wiederverwendbare Fähre.