Start von Cape Canaveral (
KSC);
Landung auf der Edwards
AFB. Nach dem Start trat ein Hydraulik-Verlust auf,
der aber nicht zu einem Minimum Duration Flight führte.
Nach
zweitägigem Alleinflug koppelte die Atlantis am 24. März 1996 an die
russische Raumstation MIR an. Shannon
Lucid blieb als
Forschungskosmonautin
an Bord der MIR. Während des gemeinsamen Fluges mit der
21. MIR Stammbesatzung
(24. - 29. März 1996) wurde eine
EVA durch Linda
Godwin und Michael
Clifford am 27. März 1996 (6h 2m) unternommen. Dabei
wurde das Experimentierpaket
MEEP (MIR Environmental Effects Payload) mit 4
unterschiedlichen Experimenten am Docking Module der Raumstation angebracht.
Mit dem Polished Plate Micrometeorid Debris Collector (PPMDC) wurde die Anzahl
und Stärke von Mikrometeoriteneinschlägen ermittelt. Es ließen
sich außerdem Aussagen über Größe, Ursprung und Wirkung
der Staubteilchen machen. Beim Orbital Debris Collector (ODC) handelte es sich
um einen weiteren Staubsammler. Damit wurden sowohl vom Menschen verursachte
Verunreinigungen als auch kosmische Partikel eingesammelt. Komplettiert wurde
der Experimentalkomplex von zwei Päckchen mit unterschiedlichen
Materialien, die beim Bau der Internationalen Raumstation zum Einsatz kommen
sollen (POSA I und II). Dazu gehörten Farbschichten, Glas, mehrlagiges
Isolationsmaterial und verschiedene Metalle. Alle vier Experimente sollten in
etwa 18 Monaten wieder abgebaut und zur näheren Untersuchung auf die Erde
transportiert werden. Zudem wurden neue Halteleinen und Fußhalterungen
erprobt und eine Videokamera vom Kopplungsmodul demontiert. Zum zweiten Mal
hatten die Raumfahrer das Rettungspaket
SAFER (Simplified Aid For
EVA Rescue) zur Verfügung. Dabei handelt es sich
um eine kleine Manövriereinheit mit 24 Stickstoffdüsen, mit denen
sich ein in Not geratener Astronaut zurück zum Shuttle bewegen kann. Die
Geräte sind auf dem Rücken der Raumfahrer montiert und erreichen eine
maximale Geschwindigkeitsänderung von drei Metern pro Sekunde.
Normalerweise werden die Astronauten aber durch Sicherungsleinen vor einem
Abdriften vom Raumfahrzeug bewahrt.
Im Rahmen dieses Fluges wurden 680
Kilogramm Versorgungsgüter, Ausrüstungen und Experimentiergut zur MIR
geliefert. Nach fünftägigem gemeinsamem Flug erfolgte die
Abkopplung.
Im Spacehab war das von der
ESA entwickelte BioRack im Einsatz. Mit ihm sollte die
Widerstandsfähigkeit gegen kosmische Strahlung sowie die Auswirkungen der
Schwerelosigkeit auf verschiedene biologische Proben erforscht werden.
Untersuchungsobjekte waren Knochengewebe, hematopoietische Zellen, das Enzym
PKC, Pflanzenwurzeln und Pflanzenzellen. Erstmals zum Einsatz kam das
Experiment KidSat, mit dem amerikanische Schüler selbst die Steuerung
einer Kamera übernehmen konnten. Deren Bilder wurden anschließend
direkt in die beteiligten Schulen übermittelt. Mit dem Shuttle Amateur
Radio Experiment (SAREX) konnten außerdem Schüler- und
Studentengruppen mit den Raumfahrern in direkten Funkkontakt treten. SAREX ist
seit vielen Jahren Bestandteil des Shuttle-Programms.
Weitere
Untersuchungen an Bord der Atlantis betrafen die Messung von
Interferenzsignalen im Bereich von 400 MHz bis 18 GHz in der Umgebung der
russischen Raumstation (Experiment MEFC) und Messungen der Intensität
eines erst vor wenigen Jahren entdeckten Gürtels niederenergetischer
Teilchenstrahlung (TRIS), bei dem insbesondere die Gefährdung von
empfindlichen elektronischen Geräten und Raumfahrern bei
Außenbordarbeiten im Mittelpunkt des Interesses steht. Mit Hilfe von
Polycarbonat-Detektoren lassen sich Art, Energie und Einschlagrichtung der
Partikel bestimmen. Außerdem will man theoretische Aussagen darüber
gewinnen, wie die elektrisch geladenen Kerne vom Magnetfeld der Erde
eingefangen werden. Durchgeführt wurden des Weiteren Experimente zur
Diffusion von Flüssigkeiten (QUELD), zur Herstellung von Proteinkristallen
für medizinische Zwecke, zur Erprobung eines neuen Gasanalysesystems
(GASMAP) und zur drahtlosen Vernetzung von Computern (WNE).
Wegen
schlechten Wetters am
KSC
musste der Flug um einen Tag verlängert und außerdem zur Edwards
AFB umgeleitet werden.