Bemannte Raumflüge

Internationale Flug-Nr. 109

STS-61A

Challenger (9)

USA

D1 Logo

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Start-, Bahn- und Landedaten

Startdatum:  30.10.1985
Startzeit:  17:00 UTC
Startort:  Cape Canaveral (KSC)
Startrampe:  39-A
Bahnhöhe:  319 - 331 km
Inklination:  57,0°
Landedatum:  06.11.1985
Landezeit:  17:44 UTC
Landeort:  Edwards AFB

Crew auf dem Weg zum Start

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Besatzung

Nr.   Name Vorname Position Flug-Nr. Flugdauer Erdorbits
1  Hartsfield  Henry Warren, Jr. "Hank"  CDR 3 7d 00h 44m  112 
2  Nagel  Steven Ray  PLT 2 7d 00h 44m  112 
3  Dunbar  Bonnie Jeanne  MSP 1 7d 00h 44m  112 
4  Buchli  James Frederick  MSP 2 7d 00h 44m  112 
5  Bluford  Guion Stewart, Jr. "Guy"  MSP 2 7d 00h 44m  112 
6  Furrer  Reinhard Alfred  PSP 1 7d 00h 44m  112 
7  Messerschmid  Ernst Willi  PSP 1 7d 00h 44m  112 
8  Ockels  Wubbo Johannes  PSP 1 7d 00h 44m  112 

Sitzverteilung der Besatzung

Start
1  Hartsfield
2  Nagel
3  Dunbar
4  Buchli
5  Bluford
6  Furrer
7  Messerschmid
8  Ockels
Landung
1  Hartsfield
2  Nagel
3  Bluford
4  Buchli
5  Dunbar
6  Furrer
7  Messerschmid
8  Ockels

Ersatz-Besatzung

Nr.   Name Vorname Position
   Merbold  Ulf Dietrich  PSP

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alternatives Crewfoto

Flugverlauf

STS-81A startete von Cape Canaveral (KSC) und landete auf der Edwards AFB.

Erstmals befanden sich zwei deutsche Astronauten gleichzeitig im All. Zum ersten und einzigen Mal befanden sich acht Besatzungsmitglieder bei Start und Landung an Bord des Space Shuttle.

Bei diesem Raumflug wurde das Raumlabor Spacelab zum vierten Mal eingesetzt. Die drei europäischen Nutzlastspezialisten führten darin die Mission D1 (Deutschland 1) durch. Insgesamt wurden 75 Experimente auf den Gebieten Flüssigkeits-Physik, Biologie, Medizin, Kommunikation und Navigation ausgeführt. Dabei kam auch ein Gleitschlitten für Gleichgewichtsuntersuchungen zum Einsatz. Der Orbiter wurde vom JSC aus kontrolliert, die wissenschaftlichen Experimente dagegen vom Bodenkontrollzentrum der DLVLR in Oberpfaffenhofen bei München.

Zu Anfang des Fluges gab es Probleme mit der Experimentieranlage MEDEA. Während der ersten 40 Stunden mussten ausschließlich Fehlfunktionen behoben werden. Bei den Experimenten HPT und ELI konnte anfangs nicht das notwendige Vakuum für die Versuche erreicht werden.

Wie bei allen Spacelab-Missionen war die Mannschaft in zwei 12-Stunden-Schichten aufgeteilt, um die wissenschaftlichen Experimente rund um die Uhr betreuen zu können. Dem roten Team gehörten James Buchli, Guion Bluford und Ernst Messerschmid an, während das blaue Team sich aus Steven Nagel, Bonnie Dunbar und Reinhard Furrer zusammensetzte. Kommandant Henry Hartsfield und Wubbo Ockels waren keinem Team zugeordnet und halfen dort, wo sie gerade gebraucht wurden.

Zu Beginn des Fluges setzte die Mannschaft einen kleinen Kommunikationssatelliten, der im Frachtraum der Challenger untergebracht war, aus: GLOMR (Global Low Orbiting Message Relay) war im Auftrag des US-Militärs (DARPA = Defense Advanced Research Projects Agency) gebaut worden und war ein Demonstrationsmodell zur Fernabfrage militärischer Sensoren. Der Satellit, der einen Durchmesser von 60 Zentimetern hatte und 52 Kilogramm wog, ist nach 14 Monaten am 26. Dezember 1986 in die dichteren Schichten der Erdatmosphäre eingetreten und verglüht.

Zu den wissenschaftlichen Experimenten der D1-Mission gehörten unter anderen:

"Floating Zone Hydrodynamics": Mit diesem Experiment wurde das Verhalten von Flüssigkeitsbrücken unter Einwirkung von mechanischen Störungen bei Mikrogravitation untersucht. Der Versuch hatte auch Bedeutung für die Kristallzüchtung in der Halbleiterindustrie.

"Adhesion Forces in Liquid Films": Dieses Experiment sollte unter Schwerelosigkeit die Eigenschaften dicker Flüssigkeitsfilme untersuchen und die Adhäsionskräfte mit schwachen Kapillarkräften ausgleichen. Flüssigkeitsfilme finden insbesondere bei der Herstellung fotografischer Materialien Anwendung.

"Liquid Motions in Partially Filled Containers": Hierbei ging es um die Untersuchung von Flüssigkeiten in ihren Behältern. Das Experiment hat Bedeutung bei Treibstofftanks von Raumfahrzeugen, Satelliten und Tankschiffen.

"Blasenbewegungen hervorgerufen durch Temperaturgradienten": Mit diesem Experiment sollte eine Formel für die Geschwindigkeit von Blasen in Flüssigkeiten unter dem Einfluss eines Temperaturgradienten verifiziert werden.

"Marangonikonvektion in einem offenen Boot": Unter Manangonieffekten versteht man Flüssigkeitsbewegungen, die durch thermisch oder chemisch bedingte Inhomogenitäten der Grenzflächenspannung in freien Flüssigkeitsoberflächen zustande kommen.

"Marangoni Flows": Bei diesem Experiment wurde ganz allgemein die Marangonikonvektion untersucht, insbesondere ihre Effekte auf den Wärmetransport.

"Marangoni-Convection in Relation to Mass Transfer from Liquid to the Gasphase": Mit dem Experiment wurden die Unterschiede zwischen der Marangoni- und der Dichtekonvektion untersucht.

"Surface Tension Induced Convection around a Surface Tension Minimum": Bei diesem Experiment ging es darum, die Marangonikonvektion um ein Gebiet mit geringerer Oberflächenspannung als die Umgebung in Abhängigkeit von der Temperatur zu studieren.

"Blasentransport durch chemische Wellen": Durch dieses Experiment sollte gezeigt werden, welche Phänomene wie Oszillationen, Inhomogenitäten und chemische Wellen bei bestimmten chemischen Reaktionssystemen entstehen.

"Interdiffusion in Salzschmelzen": Für die industriell-technische Anwendung von Salzschmelzen ist die genaue Messung ihrer Stoffdaten und insbesondere des Diffusionskoeffizienten erforderlich.

"Kristallisation einer Siliziumkugel": Bei diesem Experiment sollte die unter Mikrogravitation veränderte Konvektion in einer Si-Schmelze ausgenutzt werden, um den Einfluss auf das Wachstum und die Perfektion von Siliziumkristallen zu untersuchen.

"Reaktion des menschlichen Vestibularapparates unter Raumflugbedingungen": Bei diesem Experiment ging es um die Erforschung der sogenannten Weltraumkrankheit insbesondere bei kurzen Raumflügen.

"Venendruckmessungen im Weltraum": Unter Schwerelosigkeit wird das Blut und andere Gewebsflüssigkeiten in die obere Körperhälfte gepumpt. Durch diese Flüssigkeitsverlagerungen entstehen erhöhte Druckwerte in den Venen, die gemessen wurden.

Fotos / Zeichnungen

STS-61A im Orbit

mehr Fotos Erdbeobachtung


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Letztes Update am 23. November 2014.