Bemannte Raumflüge

Internationale Flug-Nr. 268

STS-129

Atlantis (31)

USA

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Start-, Bahn- und Landedaten

Startdatum:  16.11.2009
Startzeit:  19:28 UTC
Startort:  Cape Canaveral (KSC)
Startrampe:  39-A
Bahnhöhe:  337 - 345 km
Inklination:  51,64°
Ankopplung ISS:  18.11.2009, 16:51 UTC
Abkopplung ISS:  25.11.2009, 09:53 UTC
Landedatum:  27.11.2009
Landezeit:  14:44 UTC
Landeort:  Cape Canaveral (KSC)

Crew auf dem Weg zum Start

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alternatives Crewfoto

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alternatives Crewfoto

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Besatzung

Nr.   Name Vorname Position Flug-Nr. Flugdauer Erdorbits
1  Hobaugh  Charles Owen "Scorch"  CDR 3 10d 19h 16m  171 
2  Wilmore  Barry Eugene "Butch"  PLT 1 10d 19h 16m  171 
3  Foreman  Michael James  MSP 2 10d 19h 16m  171 
4  Satcher  Robert Lee, Jr. "Bobby"  MSP 1 10d 19h 16m  171 
5  Bresnik  Randolph James "Randy"  MSP 1 10d 19h 16m  171 
6  Melvin  Leland Devon "Lee"  MSP 2 10d 19h 16m  171 

Sitzverteilung der Besatzung

Start
1  Hobaugh
2  Wilmore
3  Melvin
4  Bresnik
5  Foreman
6  Satcher
7  
Landung
1  Hobaugh
2  Wilmore
3  Bresnik
4  Melvin
5  Foreman
6  Satcher
7  Stott

Flugverlauf

Start von Cape Canaveral (KSC); Landung auf Cape Canaveral (KSC).

Die Mission STS-129 (ISS ULF-3 ELC-1 ELC-2) brachte Versorgungsgüter, Ersatzteile und Experimente mit Hilfe der EXPRESS Logistics Carrier (ELC) 1 und 2 zur Internationalen Raumstation. Im Verlauf ihres Einsatzes montierten die Astronauten die beiden ELCs und verrichteten bei drei Außenbordeinsätzen anstehende Wartungsarbeiten an der Station.
Nicole Stott wurde als letztes Besatzungsmitglied mit dem Space Shuttle von der ISS zur Erde zurückgebracht.

Nach dem Erreichen der Erdumlaufbahn öffnete die Besatzung die Frachtraumtüren der Atlantis, testete den Greifarm RMS in seinen verschiedensten Funktionen, klappte die für das Rendezvous erforderliche Ku-Band-Antenne aus und begann mit der Angleichung der Flugbahn zur Internationalen Raumstation. Ebenso montierten sie im "Orbiter Docking System" die "Centerline Camera", die Kommandant Charles Hobaugh das spätere Docking erleichtern soll. Außerdem wurde der Hitzeschild der Atlantis auf eventuelle Schäden untersucht, die beim Start durch sich vom Außentank ablösende Isolierschaumstücke entstanden sein könnten. Dabei wurde der OBSS-Inspektionsarm eingesetzt, der nach dem Columbia-Unglück entwickelt wurde. Der OBSS ist ein 15 Meter langer "Aufsatz", der mit dem Roboterarm des Shuttles verbunden wird. Der Kopf des OBSS ist mit Laser-Sensoren und hoch auflösenden Kameras ausgestattet und tastet halbautomatisch die Hitzeschutzkacheln des Orbiters ab.

Den Gesetzen der Bahnmechanik folgend holte die Atlantis von ihrer ersten Umlaufbahn und weiteren Triebwerkszündungen in den folgenden beiden Tagen immer mehr zur Internationalen Raumstation auf. Am dritten Flugtag, dem 18. November 2009, hatte die Atlantis einen Punkt 15 Kilometer hinter der Raumstation erreicht. Für den Anflug im Rahmen des sogenannten "R-Bar Approach" musste das Space Shuttle nochmals seine Bahn senken, so dass sich die Atlantis schließlich etwa 180 Meter unterhalb der Internationalen Raumstation befand. Ab dieser Distanz übernahm Charles Hobaugh die manuelle Steuerung und flog entlang des sogenannten "R-Bar" (gedachte Verbindungslinie zwischen der Raumstation und dem Erdmittelpunkt) hinauf zur ISS. In der Nähe der Station führte Charles Hobaugh ein spektakuläres 360°-Manöver - das Rendezvous Pitch Maneuver (RPM) - durch, wobei er die Raumfähre innerhalb weniger Minuten um ihre Querachse drehen ließ. Die Besatzung der Raumstation fertigte währenddessen hochauflösende Aufnahmen des Shuttle-Hitzeschildes an. Die Aufnahmen werden später zur Erde übertragen und von Fachleuten ausgewertet. Mit einer direkt vor der ISS reduzierten Annäherungsgeschwindigkeit auf zuletzt nur noch 3 Zentimeter pro Sekunde flog der Orbiter auf den Ankopplungsstutzen der Internationalen Raumstation zu. Wie die Kommandanten bei allen Kopplungsmissionen steuerte er den Raumgleiter von der hinteren Konsole im Flugdeck aus, weil er von dort freie Sicht auf die Raumstation hatte. Ohne Probleme konnte er sein Raumschiff an die ISS ankoppeln.
Um 18:28 UTC wurden die Luken zwischen den beiden Raumfahrzeugen geöffnet und die Besatzungen begrüßten einander. Mit dem Öffnen der Luken wurde Nicole Stott offiziell Teil der Atlantis-Besatzung.

Am dritten Flugtag und wenige Stunden nach der Ankopplung transportierten Leland Melvin und Randolph Bresnik den Express Logistics Carrier 1 (ELC-1) mit Hilfe des Shuttle-Greifarms von der Ladebucht der Atlantis zum Greifarm der ISS, der von Barry Wilmore und Jeffrey Williams gesteuert wurde. Damit installierten sie die Plattform am Port 3 Truss der Internationalen Raumstation.
Sie begannen ebenfalls mit dem Transfer von Ausrüstungsgegenständen für die geplanten Außenbordeinsätze. Um die in ihren Körpern gelösten Gase (speziell Stickstoff) zu reduzieren, begaben sich Michael Foreman und Robert Satcher in die Luftschleuse Quest und verbrachten die Nachtruhe dort, wobei sie unter reduziertem Luftdruck reinen Sauerstoff atmeten. Dieser Vorgang, Campout genannt, wird vor jedem Ausstieg durchgeführt

Die erste EVA durch Michael Foreman und Robert Satcher wurde am 19. November 2009 (6h 37m) unternommen. Michael Foreman und Robert Satcher arbeiteten zunächst daran, eine Reserve-S-Band-Antenne am Z1 Element anzubringen. Sie beendeten diese Aufgabe eine Stunde vor der geplanten Zeit und teilten sich dann auf. Michael Foreman installierte eine Funkantenne am Destiny-Modul bevor er zum Unity-Modul wechselte, wo er einen Handlauf gegen eine Klammer für eine Ammoniakleitung zum zukünftigen Tranquility-Knoten tauschte. Robert Satcher schmierte die Kopplungspunkte für den Stationsarm am Mobile Base System und für den Kibo-Arm ein. Nach diesen Aufgaben hatten sie zwei Stunden Zeit für weitere Aufgaben zur Verfügung. Man entschied sich, zusätzlich die Halterung für externe Nutzlasten (PAS) an der erdzugewandten Seite des Steuerbordauslegers S3 der Station auszubringen, anstatt dies erst während des zweiten Ausstiegs durchzuführen.

Während des Ausstiegs wurde im Unity-Modul damit begonnen, die für Februar 2010 geplante Ankunft des Tranquility-Moduls vorzubereiten. Die Expedition-21-Mitglieder Frank De Winne und Jeffrey Williams legten in diesem Zusammenhang Leitungen für Ventilation, Strom, Daten und zur Kühlung.

Vor dem zweiten Weltraumspaziergang hoben die beiden Operatoren des Roboterarms der Atlantis Leland Melvin und Robert Satcher den Express Logistics Carrier 2 (ELC-2) aus der Ladebucht des Space Shuttles. Der Arm des Shuttle übergab den ELC-2 dem Greifarm der Internationalen Raumstation, mit dem der ELC-2 an das Starboard 3 Segment der Station anfügt wurde. Die fast 6500 Kilogramm schwere Plattform enthält Ausrüstungsgegenstände zur Verlängerung der Betriebszeit der ISS.

Die zweite EVA durch Michael Foreman und Randolph Bresnik erfolgte am 21. November 2009 (6h 08m). Michael Foremans und Randolph Bresniks erste Aufgabe bestand in der Installation einer als GATOR bezeichneten Antenne, die anfliegende Raumfahrzeuge identifizieren und Funkkontakt mit ihnen ermöglichen soll. Sie konnten die Aufgabe mit einer Zeitersparnis von 40 Minuten abschließen und begaben sich danach zum P1-Segment und veränderten die Position einer Messeinheit für das elektrische Potential der Station, so dass der für 2010 zur Montage vorgesehene Alpha-Magnet-Spektrometer dort angebracht werden kann. Die beiden Astronauten begaben sich anschließend zum S1-Segment und entfalteten eine weitere Halterung für externe Nutzlasten (PAS), bevor sie am S3-Segment einen Empfänger für die Signale der drahtlosen Helmkameras anbrachten. Da auch bei dieser Aufgabe Zeit gewonnen werden konnte, wurde den Astronauten aufgetragen, ein weiteres PAS an S3 zu öffnen. Sie arbeiteten danach an einigen Antennenkabeln, welche während der vorhergehenden Shuttle-Mission STS-128 nicht verbunden werden konnten. Eine Verbindung gelang zwar, jedoch waren die Signale der Antennen nicht wie erwartet. Nach einigen weiteren Aufgaben am PMA-1-Modul beendeten die Astronauten den Ausstieg.

Die dritte und letzte EVA durch Robert Satcher und Randolph Bresnik wurde am 23. November 2009 (5h 42m) ausgeführt. Die Astronauten installierten einen Sauerstofftank, welcher auf ELC-2 geliefert wurde, an der Quest-Luftschleuse und brachten das MISSE-7-Paket auf ELC-2 an. Sie entfernten einige Mikrometeoritenschilde von Quest und sicherten sie an der externen Lagerplattform ESP-2. Robert Satcher arbeitete danach an einem Ammoniaktank, welchen er zur Vorbereitung auf die bei STS-131 vorgesehene Installation des Tranquility-Knotens an Unitys Backbord-Seite teilweise löste und installierte einige Hitzeschutzmatten an den Kameras des Mobile Servicing Systems und am Greifmechanismus des Stationsroboterarms. Randolph Bresnik arbeitete an der Elektronik der Station.

Der achte Flugtag diente den Vorbereitungen auf die Abkopplung der Atlantis. Außerdem übertrug Frank De Winne das Kommando über die Station an Jeffrey Williams. Dies war das erste Mal, dass dies im Beisein einer Gastbesatzung durchgeführt wurde. Die Luken wurden schließlich um 18:12 UTC geschlossen.

Am 25. November 2009 koppelte die Atlantis-Besatzung mittels Federkraft wieder von der ISS ab. Dadurch werden Beschädigungen oder Verunreinigungen der Station vermieden. Erst danach wurden die Steuerungstriebwerke aktiviert und die Raumfähre entfernte sich von ihr bis zu einer Distanz von etwa 150 Meter. Von dort aus umflog Barry Wilmore die Orbitalstation eineinhalb Mal, ehe die Triebwerke der Atlantis erneut gezündet wurden und der Raumgleiter seine Distanz vergrößerte. Der Orbiter stoppte dann in einer Entfernung von etwa 75 Kilometern. Mit Hilfe des OBSS wurde eine letzte Überprüfung des Hitzeschutzschildes vorgenommen. Im Notfall hätte das Space Shuttle zur Internationalen Raumstation zurückkehren können.

Fotos / Zeichnungen

 

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Letztes Update am 14. April 2014.