Bemannte Raumflüge

Internationale Flug-Nr. 89

Sojus T-9

Proton

UdSSR

Start-, Bahn- und Landedaten

Startdatum:  27.06.1983
Startzeit:  09:12 UTC
Startort:  Baikonur
Startrampe:  1
Bahnhöhe:  201 - 229 km
Inklination:  51,6°
Ankopplung Saljut 7:  28.06.1983, 10:46 UTC
Abkopplung Saljut 7:  23.11.1983, 16:40 UTC
Landedatum:  23.11.1983
Landezeit:  19:58 UTC
Landeort:  160 km O von Dsheskasgan

Crew auf dem Weg zum Start

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Besatzung

Nr.   Name Vorname Position Flug-Nr. Flugdauer Erdorbits
1  Ljachow  Wladimir Afanassjewitsch  Kommandant 2 149d 10h 46m  2365 
2  Alexandrow  Alexander Pawlowitsch  Bordingenieur 1 149d 10h 46m  2365 

Sitzverteilung der Besatzung

Start
1  Ljachow
2  Alexandrow
Landung
1  Ljachow
2  Alexandrow

Animationen: Sojus

(erfordert Macromedia Flash Player)
mit freundlicher Genehmigung von www.marscenter.it

Double-Besatzung

Nr.   Name Vorname Position
1  Titow  Wladimir Georgjewitsch  Kommandant
2  Strekalow  Gennadi Michailowitsch  Bordingenieur

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Flugverlauf

Die Kosmonauten starteten vom Kosmodrom Baikonur und landeten 160 km östlich von Dsheskasgan.

Nach eintägigem Alleinflug koppelte Sojus T-9 am 28. Juni 1983 an Saljut 7-Kosmos 1443 an. Die Ankopplung am hinteren Kopplungsstutzen vom Saljut 7 am Folgetag funktionierte dieses Mal problemlos. Der vordere Kopplungsstutzen war seit über drei Monaten vom TKS-Frachter Kosmos 1443 belegt, der die Lageregelung des gesamten Systems übernommen hatte. Die Kosmonauten bildeten die zweite Stammbesatzung der Raumstation.

Die Kosmonauten entluden ungefähr 3,5 Tonnen aus Kosmos 1443, unter anderem auch das Solarmodul, das bei einem Außeneinsatz montiert werden sollte, sowie Ersatzteile für den Navigationscomputer Delta. Wladimir Ljachow und Alexander Alexandrow reparierten den Computer Delta, der anschließend von der Bodenstation aus neu programmiert wurde. Nach einer Woche konnte Saljut 7 die Lageregelung wieder selbst übernehmen.

Die Kosmonauten führten zahlreiche Experimente aus verschiedenen Bereichen der Wissenschaft durch. Unter anderem nahmen sie 3000 Bilder mit Spektrometer-Kameras auf, nicht nur von der Sowjetunion, sondern im Rahmen eines UNESCO-Programms auch von Australien, Afrika und Südamerika. Während des Fluges hatten Wladimir Ljachow und Alexander Alexandrow etwa 20 Konferenzen mit Wissenschaftlern auf der Erde. Andere Experimente waren aus den Bereichen Biologie, Medizin, Materialwissenschaft und Astrophysik.

Am 27. Juli 1983 schlug ein Fremdkörper in eins der Fenster von Saljut 7 ein und hinterließ einen Krater von 4 mm Tiefe. Dieser durchschlug aber nicht das äußere der Doppelfenster. Es blieb ungeklärt, ob es sich dabei um ein kleines Stück Weltraumschrott handelte oder um ein Objekt aus den südlichen Delta-Aquariden.

Während der nächsten Wochen beluden die Kosmonauten Kosmos 1443 mit 350 kg Experimentierergebnissen und nicht mehr benötigter Ausrüstung, die zur Erde zurückgebracht werden sollte. Der TKS-Frachter koppelte am 14. August 1983 ab, und die Rückkehrkapsel WA (Woswraschajemyj Apparat) landete am 23. August 1983. Die Orbitalsektion FGB (Funktionalno-grusowoj Block) blieb im Orbit und verglühte am 19. September 1983 über dem Pazifik .

Am 16. August 1983 begaben sich die beiden Kosmonauten in das Sojus-Raumschiff und koppelten ab. Nachdem die Raumstation eine halbe Drehung vollzogen hatte, koppelten sie an dem vorderen Kopplungsstutzen wieder an. Damit war der hintere Stutzen, der über Treibstoffpumpen verfügte, für den Transporter Progress 17 frei, der am 19. August 1983 ankoppelte.

Am 09. September 1983 kam es zu einem Zwischenfall, während Treibstoff vom Progress-Frachter in die Saljut-Tanks gepumpt wurde. Eine der Tankleitungen brach, und der Inhalt von zwei der drei Oxidator-Tanks verflüchtigte sich im Weltraum. Ein Abbruch der Mission wurde erwogen, aber verworfen als sich herausstellte, dass die Situation beherrschbar und stabil war. Die Hälfte der 32 Lageregelungsdüsen der Raumstation konnte nicht mehr verwendet werden, was auch größere Auswirkung auf viele Experimente hatte.

Am 22. Oktober 1983 koppelte mit Progress 18 wieder ein Frachter an Saljut 7 an. Die Ladung bestand hauptsächlich aus Treibstoff, um den Verlust der beiden Tanks auszugleichen, aber auch aus Solarzellen. Am 05. November 1983 wurden die Progress-Triebwerke gezündet, um die Raumstation auf eine höhere Flugbahn zu heben. Progress 18 blieb bis zum 13. November 1993 mit der Saljut verbunden.

Die erste EVA wurde von Wladimir Ljachow und Alexander Alexandrow am 01. November 1983 (2h 50m) unternommen. Die Kosmonauten entfalteten und installierten ein neues Sonnensegel am Ende des oberen Mastes von Saljut 7.

Beide Kosmonauten absolvierten am 03. November 1983 (2h 55m) eine weitere Außenbordtätigkeit. Bei dieser EVA wurde von den Kosmonauten ein weiteres Sonnensegel befestigt. Mit den beiden neuen Solarflächen erreichte Saljut 7 eine verfügbare elektrische Kapazität von 50%.

Am 21. November 1983 begannen die Vorbereitung für die Rückkehr zur Erde mit der Verladung von Experimenten und Gepäck in das Landemodul des Sojus-Raumschiffs. Das Orbitalmodul wurde mit nicht mehr benötigter Ausrüstung und anderem Müll gefüllt, es sollte später in der Erdatmosphäre verglühen.

In ihren Raumanzügen hatten die Kosmonauten ihre Plätze im Landemodul eingenommen, nachdem sie die Luke zur Orbitalsektion geschlossen hatten. Dann richteten sie das Raumschiff so aus, das die Triebwerke des Geräteteils in Flugrichtung zeigten. Diese wurden kurz darauf für 105,6 Sekunden gezündet und leiteten den Abstieg zur Erdoberfläche ein. Im nächsten Schritt erfolgte das planmäßige Abtrennen der Orbitalsektion und des Geräteteils, die beide in der Erdatmosphäre verglühten. Das verbleibende Landemodul wurde so ausgerichtet, dass der Eintrittswinkel für eine möglichst genaue Landung in Kasachstan erreicht wurde. Nach dem Eintritt in die Erdatmosphäre brach der Funkkontakt wegen der heißen Plasmagase rund um die Kapsel ab. Dann löste sich der Deckel des Fallschirmbehälters und der Bremsfallschirm wurde ausgestoßen. Nachdem auch der Hitzeschutzschild abgetrennt worden war, schwebte die Sojus an ihrem Hauptfallschirm Richtung Erdboden. Kleine Feststoff-Bremsraketen, die kurz vor dem Berühren des Bodens ausgelöst worden waren, verminderten die Aufprallgeschwindigkeit. Sofort nach der erfolgreichen Landung wurden die Fallschirmleinen gekappt, damit die Kapsel nicht durch den Wind über den Boden gezogen werden konnte. Nach der Landung gehört es zum Ritual, dass die Kosmonauten das Raumschiff mit ihrer Unterschrift versehen.

Fotos / Zeichnungen


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Letztes Update am 19. September 2014.