Bemannte Raumflüge

Internationale Flug-Nr. 56

Sojus 21

Baikal

UdSSR

hochauflösende Version (288 KB)

Start-, Bahn- und Landedaten

Startdatum:  06.07.1976
Startzeit:  12:09 UTC
Startort:  Baikonur
Startrampe:  1
Bahnhöhe:  193 - 253 km
Inklination:  51,59°
Ankopplung Saljut 5:  07.07.1976, 13:40 UTC
Abkopplung Saljut 5:  24.08.1976, 15:12 UTC
Landedatum:  24.08.1976
Landezeit:  18:33 UTC
Landeort:  200 km SW von Kokchetaw

alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

Besatzung

Nr.   Name Vorname Position Flug-Nr. Flugdauer Erdorbits
1  Wolynow  Boris Walentinowitsch  Kommandant 2 49d 06h 23m  791 
2  Sholobow  Witali Michailowitsch  Bordingenieur 1 49d 06h 23m  791 

Sitzverteilung der Besatzung

Start
1  Wolynow
2  Sholobow
Landung
1  Wolynow
2  Sholobow

Animationen: Sojus

(erfordert Macromedia Flash Player)
mit freundlicher Genehmigung von www.marscenter.it

1. Double-Besatzung

Nr.   Name Vorname Position
1  Sudow  Wjatscheslaw Dmitrijewitsch  Kommandant
2  Roshdestwenski  Waleri Iljitsch  Bordingenieur

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2. Double-Besatzung

Nr.   Name Vorname Position
1  Gorbatko  Wiktor Wassiljewitsch  Kommandant
2  Glaskow  Juri Nikolajewitsch  Bordingenieur

hochauflösende Version (538 KB)

Flugverlauf

Sojus 21 startete vom Kosmodrom Baikonur und landete 200 km südwestlich von Kokchetaw.

Nach eintägigem Alleinflug koppelte Sojus 21 am 07. Juli 1976 mit der Raumstation Saljut 5. Aufgrund eines Fehlers im Igla-System mussten die Kosmonauten die Kopplung manuell durchführen.

Es handelte sich um Tests einer bemannten militärischen Raumstation. Dazu zählten Erdbeobachtungen mit Handspektrografen, Erdaufnahmen mit verschiedenen Schwarz-Weiß- und Farbfilmen, Infrarot-Teleskop, Nachrichtenverbindung außerhalb der Reichweite bodengebundener Stationen über einen Molnija-Satelliten und Experimente zur selbständigen Navigation der Station (astrometrisch). Der Besuch auf der Raumstation fand zeitgleich mit dem „Sibir“-Manöver der Roten Armee in Sibirien statt. Die Kosmonauten beobachteten die Übung als Teil der Überprüfung der Station auf ihre militärische Eignung. Allerdings wurden auch weiter Grundlagenuntersuchungen zu medizinisch-biologischen Fragen langer Raumflüge untersucht (Untersuchungen an Guppys, Experiment „Levkoje“ zur Messung des Herzvolumens, Keimversuche mit Pflanzen). Daneben gab es Experimente zu Kristallentwicklung (Kalialaun) und zur Sonnenbeobachtung. Die Stammbesatzung hielt auch eine TV-Konferenz mit Schulkindern ab.

Wegen des Verdachts giftiger Dämpfe in der Raumstation kehrte die Mannschaft vorzeitig zur Erde zurück. Witali Sholobow litt außerdem stark an der Weltraumkrankheit und an Heimweh und die Besatzung insgesamt an psychischen Problemen. Bei der Landung befand sich die Crew in sehr schlechtem physischen und mentalen Zustand. Es wird allgemein nicht ausgeschlossen, dass die gemeldeten giftigen Dämpfe daher lediglich ein Vorwand gewesen sein könnten. Gesicherte Erkenntnisse liegen dazu aber nicht vor.

In ihren Raumanzügen hatten die Kosmonauten ihre Plätze im Landemodul eingenommen, nachdem sie die Luke zur Orbitalsektion geschlossen hatten. Dann richteten sie das Raumschiff so aus, das die Triebwerke des Geräteteils in Flugrichtung zeigten. Diese wurden kurz darauf für 105,6 Sekunden gezündet und leiteten den Abstieg zur Erdoberfläche ein. Im nächsten Schritt erfolgte das planmäßige Abtrennen der Orbitalsektion und des Geräteteils, die beide in der Erdatmosphäre verglühten. Das verbleibende Landemodul wurde so ausgerichtet, dass der Eintrittswinkel für eine möglichst genaue Landung in Kasachstan erreicht wurde. Nach dem Eintritt in die Erdatmosphäre brach der Funkkontakt wegen der heißen Plasmagase rund um die Kapsel ab. Dann löste sich der Deckel des Fallschirmbehälters und der Bremsfallschirm wurde ausgestoßen. Nachdem auch der Hitzeschutzschild abgetrennt worden war, schwebte die Sojus an ihrem Hauptfallschirm Richtung Erdboden. Kleine Feststoff-Bremsraketen, die kurz vor dem Berühren des Bodens ausgelöst worden waren, verminderten die Aufprallgeschwindigkeit. Sofort nach der erfolgreichen Landung wurden die Fallschirmleinen gekappt, damit die Kapsel nicht durch den Wind über den Boden gezogen werden konnte. Nach der Landung gehört es zum Ritual, dass die Kosmonauten das Raumschiff mit ihrer Unterschrift versehen.

Fotos / Zeichnungen

Mannschaftstraining
 

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Letztes Update am 19. September 2014.