Bemannte Raumflüge

Internationale Flug-Nr. 212

STS-99

Endeavour (14)

USA

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Start-, Bahn- und Landedaten

Startdatum:  11.02.2000
Startzeit:  17:43 UTC
Startort:  Cape Canaveral (KSC)
Startrampe:  39-A
Bahnhöhe:  233 km
Inklination:  57°
Landedatum:  22.02.2000
Landezeit:  23:22 UTC
Landeort:  Cape Canaveral (KSC)

Crew auf dem Weg zum Start

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alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

Besatzung

Nr.   Name Vorname Position Flug-Nr. Flugdauer Erdorbits
1  Kregel  Kevin Richard  CDR 4 11d 05h 39m  181 
2  Gorie  Dominic Lee Pudwill  PLT 2 11d 05h 39m  181 
3  Thiele  Gerhard Paul Julius  MSP 1 11d 05h 39m  181 
4  Kavandi  Janet Lynn  MSP 2 11d 05h 39m  181 
5  Voss  Janice Elaine  MSP 5 11d 05h 39m  181 
6  Mohri  Mamoru  MSP 2 11d 05h 39m  181 

Sitzverteilung der Besatzung

Start
1  Kregel
2  Gorie
3  Thiele
4  Kavandi
5  Voss
6  
7  Mohri
Landung
1  Kregel
2  Gorie
3  Mohri
4  Kavandi
5  Voss
6  
7  Thiele

Flugverlauf

Start von Cape Canaveral (KSC); Landung auf Cape Canaveral (KSC). Wegen technischer Probleme wurde der Start am 31. Januar 2000 und am 01. Februar 2000 abgesagt.

Ziel der Mission SRTM (Shuttle Radar Topography Mission) war eine Höhenkartierung der Erdoberfläche zwischen 60° nördlicher und 58° südlicher Breite - Lebensraum von 95% der Erdbevölkerung - durch ein aktives Radarsystem (Synthetic Aperture Radar, SAR). Aus den so gewonnenen SRTM-Daten konnte später ein hochgenaues Höhenmodell der Erde berechnet werden.

Ein Synthetic Aperture Radar (Abkürzung: SAR; deutsch etwa: "Radar mit synthetischer Apertur") gehört zur Klasse der abbildenden Radare und wird als Sensor zur Fernerkundung genutzt. Es wird wie ein Side-Looking-Airborne-Radar aus Flugzeugen oder Satelliten eingesetzt und liefert wie diese eine zweidimensionale Darstellung eines Geländeausschnitts durch Abtastung der Erdoberfläche mit elektromagnetischen Wellen, allerdings mit einem sehr viel höheren Auflösungsvermögen. Alle Radargeräte, die nicht das Verfahren für SAR anwenden, werden als Real Aperture Radar (Abkürzung: RAR; deutsch: "Radar mit echter Apertur") bezeichnet.
Die von einem SAR erzeugten Abbildungen sind aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit fotografischen Aufnahmen verhältnismäßig leicht interpretierbar und werden für Erderkundungs-, Kartierungs- und Aufklärungszwecke verwendet. Ein SAR ist im Gegensatz zu optischen Sensoren bei nahezu allen Witterungsbedingungen einsatzfähig, da Trübungen der Atmosphäre durch Nebel, Regen oder Schnee die Mikrowellenstrahlung im Vergleich zu Lichtstrahlen weitaus weniger schwächen. Darüber hinaus kann ein SAR, wie jeder aktive Radarsensor, auch bei Nacht eingesetzt werden. Man spricht in dieser Beziehung auch von einem aktiven Fernerkundungssystem, das die beobachteten Objekte selbst beleuchtet.
Das SAR-Prinzip erfordert eine senkrecht zur Strahlrichtung bewegte Antenne, deren Position jederzeit exakt bekannt ist. Die Bewegungsrichtung wird üblicherweise als Along Track oder Azimuth (dt.: ‚Flugrichtung oder Azimut') und die Querkoordinate dazu als Cross Track oder Range (dt.: ‚Querrichtung oder Entfernung') bezeichnet. In der Literatur wird Along Track auch als Cross Range bezeichnet. Footprint nennt man den Bereich, den die reale Antenne momentan erfasst, Swath (dt. Schwad) den Geländestreifen, den der Footprint durch die Fortbewegung der realen Antenne überstreicht. Die Geometrie entspricht der eines einfachen Side-Looking-Airborne-Radar.

Die erreichte (relative) Genauigkeit der Höhenstützpunkte wird dabei mit ±6 m angegeben und ist mit einer Gitterweite von ca. 30 x 30 m für Nordamerika und 90 m x 90 m für den Rest der Welt frei verfügbar. Solch ein genaues Höhenmodell ist bei verschiedenen Anwendungen in der Kartografie, Hydrographie, Flugnavigation oder Funkwellenausbreitung von Nutzen.
Derartige Höhenmodelle finden auch Anwendung in der Steuerung von Lenkflugkörpern - daher sind die veröffentlichten Daten von reduzierter Ortsauflösung, während die feiner gerasterten Elevationswerte (ca. 30 x 30 m) als geheime Daten gehandhabt werden und vornehmlich dem US-amerikanischen Militär zugänglich sind.

In der Umlaufbahn (Orbithöhe etwa 233 km) wurde ein 60 m langer Mast (dabei handelte es sich zu diesem Zeitpunkt um die größte von Menschen errichtete Konstruktion im Weltall) aus der Ladeluke des Shuttles ausgefahren. Im Shuttle-Laderaum sowie am Ende des Mastes befanden sich Antennen für den Empfang der Reflexionen der Signale des ebenfalls im Laderaum angebrachten Senders. Während des Überfluges über Landflächen sendete der Sender Radarwellen im C- und X-Band zur Erde. Die zurückgestreuten Signale wurden von der Mastantenne und der Bordantenne aufgenommen. Durch die Auswertung der minimalen Laufzeitdifferenzen der empfangenen Signale, die quer zur Flugrichtung durch den Abstand der Antennen und in Flugrichtung durch die Fortbewegung des Shuttles entstehen, konnte daraus später das Höhenmodell der Erdoberfläche erzeugt werden (Radarinterferometrie).

Am Boden waren weltweit mehrere Teams im Einsatz, die während der Mission die Winkelreflektoren (Cornerreflektoren) immer genau auf das Shuttle ausrichten mussten. Dadurch konnten die Daten später georeferenziert werden. Hierfür wurden weltweit in den Kreuzungsbereichen der auf- und absteigenden Bahnen mehrere Cornerreflektoren aufgestellt.

Fotos / Zeichnungen

Sahara
 

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Letztes Update am 16. Februar 2014.