Start von Cape Canaveral; Landung 1010 km
südwestlich der Bermuda-Inseln.
Der Start glückte erst im
dritten Anlauf. Ursprünglich war geplant, dass sich Gemini 6 einem zuvor
gestarteten Zielsatelliten näherte, nämlich einer Agena-Rakete. Am
25. Oktober 1965, 6 Minuten nach dem Start der Agena, explodierte jedoch die
Rakete mit dem Zielsatelliten, und die Astronauten, die schon fertig in ihrem
Raumschiff lagen, mussten wieder aussteigen.
Der zweite Versuch verlief
noch dramatischer. Da nun aus dem geplanten Rendezvous-Manöver nichts mehr
wurde, entschied man zunächst, die Flugplanung umzuändern. Nunmehr
startete das Raumschiff
Gemini 7
zuerst, und die Mission Gemini 6 wurde mit der Zusatzbezeichnung "A" versehen,
darauf hinweisend, dass die Mission nun ein anderes Ziel hatte. Gemini 6 sollte
nämlich jetzt mit dem Raumschiff
Gemini 7 ein Rendezvous-Manöver durchführen.
Am vorgesehenen Starttag, dem 12. Dezember 1965 überstürzten sich
jedoch die Ereignisse. Zwar liefen die Vorbereitungen normal, die Triebwerke
hatten auch bereits gezündet, als ein schlecht befestigtes Kabel sich von
der Rakete löste. Alle Systeme zeigten, dass die Rakete abgehoben sei,
aber tatsächlich bewegte sie sich nicht. Folglich schaltete das System die
Triebwerke ab. Wäre allerdings die Rakete gestartet gewesen, wäre sie
durch das Abschalten der Systeme wieder zurückgefallen und der ganze
Komplex mit den Astronauten an Bord wäre explodiert. Für derartige
Fälle gab es jedoch einen Schleudersitz, den die Astronauten hätten
betätigen sollen. Da aber Walter
Schirra tatsächlich keine Bewegung der Rakete
gespürt hatte, entschied er, nicht den Schleudersitz zu betätigen,
was sich als richtig erwies.
Bei der Untersuchung wurde festgestellt,
dass nicht nur einige Kabel recht lose saßen, sondern dass auch eine
Staubschutzhaube in einem der Triebwerke vergessen wurde, was unabhängig
vom abfallenden Kabel zu einem Abbruch des Starts geführt hätte. Der
Start musste folglich wieder um einige Tage verschoben werden.
Der
dritte Startversuch am 15. Dezember 1965 gelang dann ohne Probleme und bereits
nach der vierten Erdumkreisung glückte das Rendezvous-Manöver mit dem
Raumschiff
Gemini 7. Dieses
Manöver war das erste gesteuerte Rendezvous in der Raumfahrt. Die
sowjetischen Manöver beruhten seinerzeit ausschließlich auf exakten
Bahnberechnungen. Gemini 6A als aktives Raumschiff näherte sich
Gemini 7 teilweise bis auf 30 cm. Die
beiden Mannschaften standen dazu auch im Funkkontakt.
Dieses
Rendezvous-Manöver war die einzige Aufgabe von Gemini 6A. Nachdem das
erfüllt war, kehrten die Astronauten zur Erde zurück. Zum ersten Mal
wurde die Wasserung live im Fernsehen übertragen. Die Bergung der Crew
erfolgte durch den Flugzeugträger
USS Wasp.