Bemannte Raumflüge

Internationale Flug-Nr. 17

Gemini 6A

USA

  hochauflösende Version (1,00 MB)

Start-, Bahn- und Landedaten

Startdatum:  15.12.1965
Startzeit:  13:37 UTC
Startort:  Cape Canaveral
Startrampe:  LC-19
Bahnhöhe:  311,3 km
Inklination:  28,89°
Landedatum:  16.12.1965
Landezeit:  15:28 UTC
Landeort:  23° 35' N, 67° 50' W

Crew auf dem Weg zum Start

hochauflösende Version (781 KB)

alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

Besatzung

Nr.   Name Vorname Position Flug-Nr. Flugdauer Erdorbits
1  Schirra  Walter Marty, Jr. "Wally"  Command Pilot 2 1d 01h 51m  16 
2  Stafford  Thomas Patten "Tom"  PLT 1 1d 01h 51m  16 

Sitzverteilung der Besatzung

1  Schirra
2  Stafford

Ersatz-Besatzung

Nr.   Name Vorname Position
1  Grissom  Virgil Ivan "Gus"  Command Pilot
2  Young  John Watts  PLT

Flugverlauf

Start von Cape Canaveral; Landung 1010 km südwestlich der Bermuda-Inseln.

Der Start glückte erst im dritten Anlauf. Ursprünglich war geplant, dass sich Gemini 6 einem zuvor gestarteten Zielsatelliten näherte, nämlich einer Agena-Rakete. Am 25. Oktober 1965, 6 Minuten nach dem Start der Agena, explodierte jedoch die Rakete mit dem Zielsatelliten, und die Astronauten, die schon fertig in ihrem Raumschiff lagen, mussten wieder aussteigen.

Der zweite Versuch verlief noch dramatischer. Da nun aus dem geplanten Rendezvous-Manöver nichts mehr wurde, entschied man zunächst, die Flugplanung umzuändern. Nunmehr startete das Raumschiff Gemini 7 zuerst, und die Mission Gemini 6 wurde mit der Zusatzbezeichnung "A" versehen, darauf hinweisend, dass die Mission nun ein anderes Ziel hatte. Gemini 6 sollte nämlich jetzt mit dem Raumschiff Gemini 7 ein Rendezvous-Manöver durchführen.

Am vorgesehenen Starttag, dem 12. Dezember 1965 überstürzten sich jedoch die Ereignisse. Zwar liefen die Vorbereitungen normal, die Triebwerke hatten auch bereits gezündet, als ein schlecht befestigtes Kabel sich von der Rakete löste. Alle Systeme zeigten, dass die Rakete abgehoben sei, aber tatsächlich bewegte sie sich nicht. Folglich schaltete das System die Triebwerke ab. Wäre allerdings die Rakete gestartet gewesen, wäre sie durch das Abschalten der Systeme wieder zurückgefallen und der ganze Komplex mit den Astronauten an Bord wäre explodiert. Für derartige Fälle gab es jedoch einen Schleudersitz, den die Astronauten hätten betätigen sollen. Da aber Walter Schirra tatsächlich keine Bewegung der Rakete gespürt hatte, entschied er, nicht den Schleudersitz zu betätigen, was sich als richtig erwies.

Bei der Untersuchung wurde festgestellt, dass nicht nur einige Kabel recht lose saßen, sondern dass auch eine Staubschutzhaube in einem der Triebwerke vergessen wurde, was unabhängig vom abfallenden Kabel zu einem Abbruch des Starts geführt hätte. Der Start musste folglich wieder um einige Tage verschoben werden.

Der dritte Startversuch am 15. Dezember 1965 gelang dann ohne Probleme und bereits nach der vierten Erdumkreisung glückte das Rendezvous-Manöver mit dem Raumschiff Gemini 7. Dieses Manöver war das erste gesteuerte Rendezvous in der Raumfahrt. Die sowjetischen Manöver beruhten seinerzeit ausschließlich auf exakten Bahnberechnungen. Gemini 6A als aktives Raumschiff näherte sich Gemini 7 teilweise bis auf 30 cm. Die beiden Mannschaften standen dazu auch im Funkkontakt.

Dieses Rendezvous-Manöver war die einzige Aufgabe von Gemini 6A. Nachdem das erfüllt war, kehrten die Astronauten zur Erde zurück. Zum ersten Mal wurde die Wasserung live im Fernsehen übertragen. Die Bergung der Crew erfolgte durch den Flugzeugträger USS Wasp.

Fotos / Zeichnungen

 

©      

Letztes Update am 26. August 2012.