Bemannte Raumflüge

Internationale Flug-Nr. 16

Gemini 7

USA

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Start-, Bahn- und Landedaten

Startdatum:  04.12.1965
Startzeit:  19:30 UTC
Startort:  Cape Canaveral
Startrampe:  LC-19
Bahnhöhe:  161 - 330 km
Inklination:  28,87°
Landedatum:  18.12.1965
Landezeit:  14:05 UTC
Landeort:  25° 25,1' N, 70,6° 7' W

Crew auf dem Weg zum Start

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Besatzung

Nr.   Name Vorname Position Flug-Nr. Flugdauer Erdorbits
1  Borman  Frank Frederick  Command Pilot 1 13d 18h 35m  206 
2  Lovell  James Arthur, Jr. "Shaky"  PLT 1 13d 18h 35m  206 

Sitzverteilung der Besatzung

1  Borman
2  Lovell

Ersatz-Besatzung

Nr.   Name Vorname Position
1  White  Edward Higgins II  Command Pilot
2  Collins  Michael  PLT

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alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

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Flugverlauf

Gemini 7 startete von Cape Canaveral. Die Wasserung erfolgte 1200 km südwestlich der Bermuda-Inseln im Atlantik.

Im Gegensatz zu den Mercury- und Apollo-Flügen, gab es bei Gemini keine Rettungsrakete, die beim Versagen der Titan-Rakete die Raumkapsel von der Startrakete weggerissen hätte. Die Titan-II-Rakete flog mit sogenannten hypergolen Treibstoffen, die im Falle des Versagens der Startrakete zwar zum Abbrennen, aber nicht zur Explosion neigen. Aus Gründen der Gewichtsersparnis wurden stattdessen in die Gemini-Raumschiffe Schleudersitze eingebaut. Das Verfahren wurde als "Ballute" bezeichnet. Bei einem erforderlich werdenden Ausstieg während der Startphase sollte sich das ballonähnliche Gebilde als erstes entfalten und den Flug des Astronauten stabilisieren, ehe der Fallschirm geöffnet wurde.

Gemini 7 war als Langzeitflug geplant. Frank Borman und James Lovell sollten den neuen Raumanzug testen. Zum ersten Mal sollte es möglich sein, den Anzug während bestimmter Phasen abzulegen. Der neue Anzug war aber nicht für lange Zeiten im Vakuum ausgelegt. Sollte ein Leck im Raumschiff auftreten, müsste die Mission abgebrochen und eine Notlandung eingeleitet werden.
Der Start von Gemini 6 war für den 25. Oktober 1965 vorgesehen, wurde dann aber abgesagt, weil der Zielsatellit GATV-6 nicht in die Erdumlaufbahn gebracht werden konnte. Drei Tage später gab der Präsident Lyndon B. Johnson bekannt, dass Gemini 6 und Gemini 7 eine Doppelmission durchführen würden: das erste gesteuerte Rendezvous bemannter Raumschiffe. Wegen der Änderung des Flugauftrages erhielt Gemini 6 den Zusatz "A".

Nachdem nach dem Start planmäßig auch die zweite Raketenstufe der Titan abgetrennt worden war, hatte die Mannschaft zunächst die Aufgabe, sich in unmittelbarer Nähe zur zweiten Raketenstufe zu halten und einige Zeit in Formation zu fliegen. Dieses Manöver wird von den Astronauten als "Station Keeping" bezeichnet. Danach wendete Frank Borman die Kapsel und versuchte ein Rendezvous-Verfahren mit eben dieser Stufe durchzuführen. Da aus der Stufe aber noch aus einer Leitung Treibstoff strömte geriet die Stufe ins Taumeln. Aus Sicherheitsgründen, blieb Frank Borman daher mit der Kapsel in etwa 6 m Abstand, so dass es nur zur Annäherung für etwa 15 Minuten kam.

In den ersten Tag standen bereits mehrere Experimente auf dem Flugplan. Beim Überfliegen von Texas sollten Frank Borman und James Lovell nach dort aufgestellten Zeichen Ausschau halten, jedoch waren die Sichtverhältnisse nicht ausreichend. Ein anderes Experiment betraf die Stimmenübertragung per Laserstrahl. Nach White Sands abgesetzte Botschaften erreichten ihr Ziel nicht.

Während der nächsten Tage war stets einer der Astronauten im Raumanzug, der andere arbeitete und schlief in langer Unterwäsche. Das führte aber dazu, dass sich immer einer der beiden unwohl fühlte, denn die Klimaanlage konnte nicht beiden Bekleidungen gerecht werden. Aus Sicherheitsgründen verlangte die Flugleitung, dass zu keiner Zeit beide Astronauten ohne Raumanzug seien. Nach mehreren Tagen aber erhielten die Astronauten endlich die Erlaubnis, beide den Raumanzug abzulegen, außer während des Rendezvous mit Gemini 6A und während der Wiedereintrittphase.

Ein größerer Erfolg war dann dem Rendezvous-Manöver mit dem am 15. Dezember 1965 gestarteten Raumschiff Gemini 6A beschieden. Beide Raumschiffe näherten sich bis auf 30 cm und die Kapseln ließen sich problemlos navigieren - ein weiterer Meilenstein in der bemannten Raumfahrt. Die Hauptarbeit des Rendezvous hatte Gemini 6A zu leisten. Das Raumschiff verfügte über 270 Kilogramm Treibstoff für das Manöver. Dagegen sollte Gemini 7 im Hinblick auf die vorgesehene lange Flugzeit sparsam mit dem Treibstoff umgehen.
Schließlich drehte sich Gemini 6A um seine Querachse, so dass beide Raumschiffe bei der Annäherung mit der Nase zueinander flogen. Beide Gemini-Besatzungen fotografierten sich während des Formationsfluges gegenseitig. Gemini 6A umkreiste das Schwesterschiff in der senkrechten Umlaufebene. Nach fünfstündigem Formationsflug zündete Walter Schirra an Bord von Gemini 6A die Triebwerke, so dass sich beide Raumfahrzeuge auf etwa 70 Kilometer voneinander entfernten.

Erstmals erfolgte bei dieser Mission keine Arbeitsteilung der Astronauten - beide ruhten, beide arbeiteten. 20 Experimente standen auf dem Programm, von denen lediglich zwei scheiterten. Von den 20 Experimenten gehörten 8 zu den medizinischen Experimenten, in denen z.B. der Kalzium-Haushalt untersucht wurde oder das Verhalten des Blutkreislaufs im All im Hinblick auf physischen und mentalen Stress. Insgesamt gab es aber nur vier neue Experimente.

Am 16. Dezember 1965 berichteten die Astronauten der Bodenkontrolle, dass zwei Steuerdüsen Treibstoff verlieren. Allerdings beeinträchtigte dies den weiteren Raumflug nicht. Probleme bereiteten aber die Brennstoffzellen. In einer der beiden Brennstoffzellen waren zwei der drei Sektionen komplett ausgefallen. Nachdem die Ingenieure errechnet hatten, dass die Zellen noch für mindestens 150 Stunden Strom liefern würden, wurde die Mission fortgesetzt.

Die beiden Astronauten stellten einen neuen Aufenthaltsrekord im All auf. Nach den Highlights der Mission hatten die beiden Astronauten natürlich viel Zeit, die sie nun allerdings auch zum Lesen nutzen konnten. Im Gegensatz zu ihren Vorgängern hatten sie Bücher mitgenommen (Mark Twain bzw. Walter D. Edmonds).

Während des Fluges platzte ein gerade frisch befüllter Urinbehälter. Man konnte zwar die Flüssigkeiten bergen, aber es soll in der verbleibenden Zeit recht unangenehm gerochen haben.

Die Landung verlief allerdings problemlos und nur etwa 12 km vom berechneten Landepunkt entfernt. Auch diese Crew wurde von der USS Wasp geborgen.

Fotos / Zeichnungen

Mannschaftstraining Mannschaftstraining
Bergung Gemini 7

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Letztes Update am 25. November 2014.