Bemannte Raumflüge

Internationale Flug-Nr. 15

Gemini 5

USA

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Start-, Bahn- und Landedaten

Startdatum:  21.08.1965
Startzeit:  14:00 UTC
Startort:  Cape Canaveral
Startrampe:  LC-19
Bahnhöhe:  349,8 km
Inklination:  32,61°
Landedatum:  29.08.1965
Landezeit:  12:55 UTC
Landeort:  29° 55' N, 69° 45' W

Crew auf dem Weg zum Start

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alternatives Crewfoto

Besatzung

Nr.   Name Vorname Position Flug-Nr. Flugdauer Erdorbits
1  Cooper  Leroy Gordon, Jr. "Gordo"  Command Pilot 2 7d 22h 55m  120 
2  Conrad  Charles Jr., "Pete"  PLT 1 7d 22h 55m  120 

Sitzverteilung der Besatzung

1  Cooper
2  Conrad

Ersatz-Besatzung

Nr.   Name Vorname Position
1  Armstrong  Neil Alden  Command Pilot
2  See  Elliot McKay, Jr.  PLT

Flugverlauf

Der Start der Mission erfolgte von Cape Canaveral. Gemini 5 wasserte 620 km südwestlich der Bermuda-Inseln im Atlantik.

Der ursprüngliche vorgesehene Starttermin (19. August 1965) musste zunächst wegen eines Computerproblems unterbrochen werden und wurde dann wegen schlechten Wetters um 2 Tage verschoben.

Im Gegensatz zu den Mercury- und Apollo-Flügen, gab es bei Gemini keine Rettungsrakete, die beim Versagen der Titan-Rakete die Raumkapsel von der Startrakete weggerissen hätte. Die Titan-II-Rakete flog mit sogenannten hypergolen Treibstoffen, die im Falle des Versagens der Startrakete zwar zum Abbrennen, aber nicht zur Explosion neigen. Aus Gründen der Gewichtsersparnis wurden stattdessen in die Gemini-Raumschiffe Schleudersitze eingebaut. Das Verfahren wurde als "Ballute" bezeichnet. Bei einem erforderlich werdenden Ausstieg während der Startphase sollte sich das ballonähnliche Gebilde als erstes entfalten und den Flug des Astronauten stabilisieren, ehe der Fallschirm geöffnet wurde.

Der Flug von Gemini 5 war auf acht Tage ausgelegt, doppelt so lang wie der vorgehende Flug von Gemini 4. Das Ziel von Gemini 5 war, die Zuverlässigkeit aller Systeme bei solch einer Dauer zu demonstrieren, und den Einfluss der Schwerelosigkeit auf die Astronauten zu untersuchen. Erstmals sollte die Energieversorgung nicht nur durch Batterien, sondern auch durch Brennstoffzellen erfolgen, außerdem war geplant, Rendezvous-Manöver mit einem Zielsatelliten durchzuführen, den Gemini 5 selbst aussetzen sollte. Der Zielsatellit REP (Rendezvous Evolution Pod) war 33 kg schwer, und hatte Ausmaße von 33 x 48 x 79 cm. REP verfügte über insgesamt drei Antennen. Das Gegenstück zu dem Zielsatelliten - die Gemini-Rendezvousanlage - war in der Raumschiffnase befestigt. Das Gerät war 23 x 25 x 48 cm groß und besaß eine Masse von 14,2 kg. Fünf Antennen sollten ein brauchbares Radarsignal gewährleisten, das zu zu einer Entfernung von gut 400 km empfangbar sein sollte.
Gemini 5 war der erste NASA-Flug, für den ein offizielles eigenes Missionspatch verwendet wurde. Gordon Cooper brachte hierzu einen Vorschlag mit einem Planwagen ein. Der Vorschlag wurde akzeptiert, doch das Motto "Eight days or bust" (etwa: Acht Tage oder Pleite) wurde abgelehnt.

Bereits nach 2 Stunden Flugzeit wurde der mitgeführte Zielsatellit REP ausgestoßen, um mit diesem Rendezvous-Manöver üben zu können. Doch kurz nach Absetzen des Satelliten gab es einen unverhofften Druckabfall in den Brennstoffzellen des Gemini-Raumschiffs, was dazu führte, dass einige Systeme abgeschaltet werden mussten. Das Rendezvous-Manöver konnte somit nicht mehr in der geplanten Form durchgeführt werden. Sogar der Abbruch des Fluges wurde erwogen, jedoch stabilisierte sich dieser Druck wieder (wenn auch auf geringerem Niveau), aber damit konnte man arbeiten. Am dritten Tag der Mission wurde stattdessen ein Rendezvous-Manöver mit einem fiktiven Satelliten geflogen. Dazu waren präzise Bahnänderungen nötig, die aber erfolgreich durchgeführt wurden. Dennoch endeten die technischen Schwierigkeiten nicht, so fielen nach einigen Tagen auch noch mehrere Steuerdüsen (für das Lageregulierungssystem) aus. Man verzichtete daher auf weitere Tests. Einige medizinische Tests (die gleichen, wie bei Gemini 4) wurden noch vorgenommen und verschiedene Fotoaufnahmen gemacht, aber alles in allem war es danach ein eher langweiliger Flug, mit dem Ziel, einen neuen Aufenthaltsrekord aufzustellen, was ja auch gelang. 17 Experimente waren ursprünglich geplant gewesen, eines davon wurde aber gestrichen. Charles Conrad beklagte sich später darüber, dass er kein Buch zum Lesen mitgenommen habe. Dazu kam, dass es während des antriebslosen Driftens mit der Kapsel, in dieser recht kühl wurde.

In der Nacht zum vierten Flugtag beklagten sich die beiden Astronauten über eine unangenehme Kälte im Raumschiff bzw. ihren Raumanzügen. Grund hierfür war offenbar ein neues Kühlsystem. Am 26. August 1965 stellten die Astronauten fest, dass zwei der sechszehn Triebwerke der Raumkapsel ausgefallen waren. Vermutlich waren sie eingefroren. Am folgenden Tag zeigten zwei weitere Triebwerke, die zur Lagesteuerung verwendet werden, Ausfallerscheinungen.

Da die Steuerdüsen nicht perfekt arbeiteten und sich ein Wirbelsturm dem vorgesehenen Landegebiet näherte, erhielt die Crew die Erlaubnis, eine Umlaufbahn weniger als vorgesehen zu fliegen. Durch fehlerhafte bzw. unvollständige Daten im Computer wurde der Landepunkt danach allerdings um 145 km verfehlt. Da aber mehrere Schiffe an der Bergung beteiligt waren, konnten Gordon Cooper und Charles Conrad von Tauchern der USS DuPont geborgen und im Helikopter zum Hauptschiff USS Lake Champlain gebracht werden.

Fotos / Zeichnungen

 

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Letztes Update am 15. Dezember 2013.