Bemannte Raumflüge

Internationale Flug-Nr. 166

STS-59

Endeavour (6)

USA

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Start-, Bahn- und Landedaten

Startdatum:  09.04.1994
Startzeit:  11:05 UTC
Startort:  Cape Canaveral (KSC)
Startrampe:  39-A
Bahnhöhe:  194 - 204 km
Inklination:  57,0°
Landedatum:  20.04.1994
Landezeit:  16:55 UTC
Landeort:  Edwards AFB

Crew auf dem Weg zum Start

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Besatzung

Nr.   Name Vorname Position Flug-Nr. Flugdauer Erdorbits
1  Gutierrez  Sidney McNeill "Sid"  CDR 2 11d 05h 49m  183 
2  Chilton  Kevin Patrick "Chilly"  PLT 2 11d 05h 49m  183 
3  Apt  Jerome "Jay"  MSP 3 11d 05h 49m  183 
4  Clifford  Michael Richard Uram "Rich"  MSP 2 11d 05h 49m  183 
5  Godwin  Linda Maxine  MSP 2 11d 05h 49m  183 
6  Jones  Thomas David  MSP 1 11d 05h 49m  183 

Sitzverteilung der Besatzung

Start
1  Gutierrez
2  Chilton
3  Apt
4  Clifford
5  Godwin
6  Jones
Landung
1  Gutierrez
2  Chilton
3  Godwin
4  Clifford
5  Apt
6  Jones

Flugverlauf

STS-59 startete von Cape Canaveral (KSC) und landete auf der Edwards AFB.

Trotz einer schlechten Wettervorhersage ließ die NASA den Außentank der Endeavour befüllen, um bei einer kurzfristigen Wetterbesserung schneller reagieren zu können. Während des gesamten Startfensters am 08. April 1994 waren die Seitenwinde jedoch zu stark, um einen Start durchführen zu können. Der Start wurde daher um einen Tag verschoben.

Mit diesem Flug wurde die Mission "Space Radar Laboratory" (SRL-1) durchgeführt. Ziele der Mission waren die Anfertigung neuer Karten, die Suche nach Bodenschätzen und vor allem ökologische Erkenntnisse über unterschiedlichste Formationen in rund 4000 verschiedenen Gebieten auf allen Kontinenten der Erde.

Um die Radarbeobachtungen rund um die Uhr durchführen zu können, war die Mannschaft in zwei Zwölf-Stunden-Schichten eingeteilt. Sidney Gutierrez, Kevin Chilton und Linda Godwin waren die rote Schicht, während Jerome Apt, Michael Clifford und Thomas Jones die blaue Schicht bildeten.

Die Mannschaft machte Radaraufnahmen von der Erdoberfläche, aber auch mehr als 14.000 Fotoaufnahmen mit unterschiedlichen Kameras.

So wurden auch Messungen zu Art und Umfang der Luftverschmutzung aus verschiedenen Gegenden der Erde vorgenommen. Mit dem X-Band Synthetic Aperture Radar (X-SAR) gab es einige Startschwierigkeiten, weil eine Sicherung zu "scharf" eingestellt worden war. Die Sicherung wurde aber überbrückt und das Problem gelöst.

Am Morgen des 10. April 1994 hatte das Radar-Labor bereits Daten von über 40 verschiedenen Orten gesammelt, unter anderem von Maine, der Macquarieinsel, dem Schwarzen Meer sowie Gibraltar. Auch erhielten die Wissenschaftler Informationen über drei der 19 „Supersites“, den Orten mit der höchsten Priorität an diesem Tag. Supersites an diesem Tag waren Kohlen- und Wasserkreisläufe in Duke Forest, USA; Otzal in Australien und geologische Daten über den Tschadsee in der Sahara. Weitere Beobachtungsorte an diesem Tag waren Gippsland in Australien; Sable Island; Toronta, Kanada; Bermuda; dem Bighorn-Basin, Wyoming; Chung Li, China und Mammoth Mountain, USA.

Die Supersites des Abends waren Beobachtungen des SIR-C und des X-SAR bezüglich den Interaktionen zwischen Pflanzen und Tieren in der Ökologie des Waldes von Raco in den USA; Wasserkreisläufe um Bebedouro in Brasilien; der Plattentektonik um die Galapagosinseln im Südpazifik sowie dem Hitze-Transfer durch Wellen im südlichen Ozean.

Neben SIR-C und X-SAR gab es an Bord der Endeavour noch eine dritte Hauptnutzlast: "Experiment Measurement of Air Pollution from Satellite" (MAPS). Während des gesamten Fluges sammelte das System Daten über die globale Verteilung von Kohlenmonoxid in der unteren Atmosphäre. Dieses stammt auf der Nordhalbkugel hauptsächlich aus industrieller Verbrennung, während es auf der südlichen Hemisphäre von der Brandrodung herrührt. MAPS flog schon bei STS-2 und STS-41G. Die Daten zeigten, dass das meiste Kohlenmonoxid entgegen den Erwartungen in den tropischen Gebieten der Erde zu finden war. Das bedeutet, dass die Brandrodung für die Verteilung von Kohlenmonoxid eine sehr viel größere Rolle spielt als bisher angenommen. Auch führten die Messungen zu dem Ergebnis, dass der April der sauberste Monat im Jahr für die Atmosphäre ist.

Bei STS-59 kam zum ersten Mal eine neuartige Hitzeschutzkachel zur Anwendung. Mehrere dieser "Toughened Uni-Piece Fibrous Insulation" (TUFI) waren am Hitzeschutzschild zwischen den Haupttriebwerken des Orbiters angebracht worden. Die gegenwärtig benutzten Kacheln bestehen aus einem starren Glasfaser-Verbundmaterial mit einer dünnen, aber dichten Glasbeschichtung. Wenn eine Kachel von Bruchstücken getroffen wird, entstehen Risse in der Oberfläche und Material splittert ab. Bei der TUFI-Kachel ist die obere Schicht des Isolationsmaterials verstärkt, so dass die Aufschlagschäden geringer sein sollen. Die neue Oberfläche lässt auch einmal entstandene Risse sich nicht weiter verbreitern.

Wie bei jedem Shuttle-Flug hatten die Astronauten mit dem "Shuttle Amateur Radio Experiment" (SAREX) zahlreiche Funkkontakte zur Erde. Mit Hilfe von SAREX war es auch wieder möglich, mit der russischen Raumstation MIR in Verbindung zu treten.

Das Instrument zur Messung der Luftverschmutzung von Satelliten aus setzte die Messung von Konzentration und Verteilung von Kohlenstoffmonoxid in der Troposphere weiter fort. Besatzungsmitglieder berichteten von guten Möglichkeiten zur Erstellung von Fotografien über dem nordöstlichen Pazifischen Ozean und den gefrorenen Flüssen des Raco sowie von Feuern in der Sierra Madre Occidental in Mexiko.

Insgesamt wurden 12% der Erdoberfläche erfasst, darunter ein Viertel der gesamten Landmasse unseres Planeten. Per Radar wurden sogar 25 % der Erdoberfläche erfasst. Die gewonnenen Daten würden 20.000 Enzyklopädien füllen.

Wegen starker Winde und Wolken am KSC wurde die Mission um einen Tag verlängert, die Landung musste dann aber doch zur Edwards AFB umgeleitet werden.

Fotos / Zeichnungen

 

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Letztes Update am 23. November 2014.