Bemannte Raumflüge

Internationale Flug-Nr. 147

STS-49

Endeavour (1)

USA

hochauflösende Version (0,99 MB)

hochauflösende Version (868 KB)

Start-, Bahn- und Landedaten

Startdatum:  07.05.1992
Startzeit:  23:40 UTC
Startort:  Cape Canaveral (KSC)
Startrampe:  39-B
Bahnhöhe:  361 km
Inklination:  28,35°
Landedatum:  16.05.1992
Landezeit:  20:57 UTC
Landeort:  Edwards AFB

Crew auf dem Weg zum Start

hochauflösende Version (1,07 MB)

alternatives Crewfoto

Besatzung

Nr.   Name Vorname Position Flug-Nr. Flugdauer Erdorbits
1  Brandenstein  Daniel Charles  CDR 4 8d 21h 17m  141 
2  Chilton  Kevin Patrick "Chilly"  PLT 1 8d 21h 17m  141 
3  Hieb  Richard James  MSP 2 8d 21h 17m  141 
4  Melnick  Bruce Edward "Mel"  MSP 2 8d 21h 17m  141 
5  Thuot  Pierre Joseph  MSP 2 8d 21h 17m  141 
6  Thornton  Kathryn Cordell Ryan  MSP 2 8d 21h 17m  141 
7  Akers  Thomas Dale  MSP 2 8d 21h 17m  141 

Sitzverteilung der Besatzung

Start
1  Brandenstein
2  Chilton
3  Hieb
4  Melnick
5  Thuot
6  Thornton
7  Akers
Landung
1  Brandenstein
2  Chilton
3  Thuot
4  Melnick
5  Hieb
6  Thornton
7  Akers

Flugverlauf

Start von Cape Canaveral (KSC); Landung auf der Edwards AFB.

Als Starttermin wurde ursprünglich der 04. Mai 1992 benannt. Dieser wurde jedoch um zwei Tage verschoben, da man so bessere Aufnahmen des startenden Shuttle bekommen konnte. Der Start wurde aufgrund schlechten Wetters an einem TAL-Landeplatz (Transoceanic Abort Landing) um 34 Minuten verschoben.

Mit STS-49 gelangte erstmals der neue Orbiter Endeavour in die Erdumlaufbahn. Hauptmissionsziel war das Einfangen des Satelliten Intelsat 603. Dieser Satellit war zwei Jahre vorher durch ein Versagen beim Abtrennen der zweiten Raketenstufe in einem zu niedrigen Orbit gestrandet. Erstmals in der Geschichte sollte ein Raketentriebwerk an einem Satelliten ausgewechselt werden.

In einer ersten EVA scheiterten Pierre Thuot und Richard Hieb am 10. Mai 1992 (3h 43m) und auch ein zweiter nicht eingeplanter Versuch dieser beiden Astronauten am 11. Mai 1992 (5h 26m) schlug fehl. Wie bei dem ersten Versuch konnte die Capture Bar zwar angedockt werden, allerdings funktionierten zwei Schnappvorrichtungen nicht. Der Satellit taumelte weiterhin und beim zweiten Versuch bekam man den Satelliten zwar zu fassen und konnte die Rotation sogar leicht abbremsen, bergen aber ließ sich der Satellit weiterhin nicht.

Die dritte erneut nicht vorgesehene EVA durch Thomas Akers, Pierre Thuot und Richard Hieb am 13. Mai 1992 (8h 29m) war erfolgreich. Zu Beginn der EVA begannen die drei Astronauten mit dem Zusammenbau des ASEM-Experimentes. Hierbei handelt es sich um ein Dreieck, das sich zwischen den beiden Seiten der Ladebucht erstreckte. Auf dieser Struktur konnte eine Fußhalterung angebracht werden, in der dann ein Astronaut den Satelliten halten kann, während der andere Astronaut die "capture bar" anbringen würde. Dazu musste der Satellit aber vorher von Hand eingefangen werden. Dies machte es aber nötig, dass die Endeavour so nah an den Satelliten heranfliegt, dass die Astronauten ihn mit ihren Händen erreichen konnten. Dies bedeutete bei unvorhergesehenen Satellitenbewegungen eine Gefahr für die Besatzung und den Orbiter. Die mitgeführte Capture Bar war nachher nur noch zum Justieren zu gebrauchen. Es war das erste Mal in der Geschichte der bemannten Raumfahrt, dass drei Astronauten gleichzeitig eine EVA durchführten. Der Satellit erhielt einen neuen Kick-Motor und wurde anschließend in seine geostationäre Umlaufbahn befördert. Auch das ging erst mit Verzögerungen vonstatten, weil die Endeavour andere elektrische Verbindungen hatte als der Satellit, so dass eine andere Schaltung eingestellt werden musste.

Eine vierte EVA am 14. Mai 1992 durch Thomas Akers und Kathryn Thornton (7h 45m) diente dazu, EVA-Werkzeuge und Strukturen für die zukünftige Raumstation zu testen. Thomas Akers testete als erstes die "Crew Propulsive Device", bei der eine mit Gas betriebene Pistole für die Fortbewegung des Astronauten sorgt. Er hatte Schwierigkeiten, den Auslöser mit seinen steifen Handschuhen festzuhalten. Außerdem gab es Probleme, die Pistole so ausgerichtet zu lassen, dass die gewünschte Richtung beibehalten werden konnte. Danach arbeiteten die beiden Astronauten in der Ladebucht mit der ASEM-Struktur, deren restliche Elemente zusammengesetzt wurden. Anschließend wurde die MPESS ("Multiple Purpose Experiment Support Structure") mit dem Greifarm ergriffen und versucht, das Andocken an eine bestehende Struktur zu testen. Hintergrund war, dass die geplante Raumstation ähnlich aufgebaut sein wird, wie die ASEM-Struktur. Wenn nun vorgefertigte Teile für die Raumstation an ihren Ort gebracht werden sollen, wird dies mit einem Greifarm geschehen. In diesem Test war das vorgefertigte Teil die MPESS-Struktur, während die ASEM-Struktur die Raumstation simulieren sollte.

Weitere Experimente waren: "Commercial Protein Crystal Growth" (CPCG), "Ultraviolet Plume Imager" (UVPI) und "Air Force Maui Optical Station" (AMOS) Investigation. Um alle Versuche durchführen zu können, wurde der Flug um zwei Tage verlängert.

Bei der Landung wurde erstmals ein Bremsfallschirm eingesetzt.

Fotos / Zeichnungen

EVA Thuot
EVA Akers, Hieb und Thuot
STS-49 im Orbit

mehr EVA-Fotos


©      

Letztes Update am 26. Juli 2014.