Start von Cape Canaveral (
KSC);
Landung auf Cape Canaveral (
KSC). Mission
ISS-03-2A.2B. Hauptaufgaben der Mission waren der
Transport von Versorgungsgütern, die Vorbereitung der Station auf die
Ankunft der
ersten
Stammbesatzung und Montagearbeiten außerhalb der Station.
Nach zweitägigem Alleinflug koppelte die Atlantis am 10. September
2000 an die Raumstation
ISS an.
Die einzige
EVA des Fluges wurde durch Edward
Lu und
Juri
Malentschenko am 11. September 2000 (6h 15m) unternommen.
Dabei wurden Kabel zwischen Swesda und dem Sarja-Modul verlegt und ein
Magnetometer installiert. Das Magnetometer gehört zu einem
Navigationssystem, mit dem die Lage der Station im Raum anhand der Richtung und
Stärke des Erdmagnetfeldes bestimmt werden kann.
Nach dem
Öffnen der 12 Luken wurde zunächst die Qualität der Luft im
neuen Modul Swesda überprüft. Zu den insgesamt rund 3 Tonnen
Material, die aus einem Doppel-Spacehab-Modul in der Ladebucht der Atlantis und
aus dem angedockten Transportraumschiff Progress M1-3 entladen wurden,
gehörten Nahrungsmittel, Bekleidung, 6 gefüllte Wasserbehälter,
medizinische Ausrüstung, ein Amateurfunkgerät, Computer nebst
Zubehör und persönliche Artikel der
ersten Stammbesatzung.
Zu den Montagearbeiten der Crew gehörte auch die Installation einer
Toilette, eines Sauerstoffgenerators vom Typ Elektron, bei dem auf
elektrolytischem Wege Sauerstoff aus Wasser gewonnen wird, eines
Kohlendioxidfilters und eines Laufbandes. Letztlich wurden zwei russische
Raumanzüge vom Typ Orlan an der Ausstiegsluke befestigt.
Im Shuttle
flogen mehrere Experimente mit, die weitgehend automatisch abliefen. Dazu
gehörten Untersuchungen zum Einfluss der Schwerelosigkeit auf die
Entwicklung des Nervensystems von Fruchtfliegen sowie zu Veränderungen des
Erbgutes von Nierenzellen und der Bildung von Nierengewebe (Commercial Generic
Bioprocessing Apparatus), Experimente von Schülern und Studenten
verschiedener amerikanischer Schulen in Spezialbehältern (Getaway Special
782 und Space Experiment Module 8), die Erprobung eines aus kleinen, autonomen
Einheiten bestehenden Mess- und Aufzeichnungssystems, das seine Daten drahtlos
an eine Zentrale übermittelt (HTD 1403 Micro Wireless Instrumentation
System) und die Demonstration der Funktionsfähigkeit eines neuen,
preiswerten Systems zur Gewinnung großer und reiner Proteinkristalle
(Protein Crystal Growth Enhanced Gaseaus Nitrogen Devar). Dabei werden
Materialproben auf der Erde schockgefroren und in einem Gefäß mit
flüssigem Stickstoff untergebracht. Im Weltraum siedet und verdampft der
Stickstoff dann langsam und gibt damit die Kristallisation der Proben frei.
Diese geschieht sehr langsam, wodurch extrem große Proteinkristalle
entstehen. Proteine spielen bei allen Lebensprozessen im menschlichen
Körper eine große Rolle. Große Kristalle lassen sich durch
Röntgenstrahlung gut untersuchen und ihr Aufbau
feststellen.
Weitere Routineexperimente betrafen die Navigation mit
Hilfe des Global Positioning Systems, die Reaktivierung ruhender Viren in der
Schwerelosigkeit, die Funktion des Immunsystems und die Untersuchung von
Gleichgewichtsstörungen und der Wiederanpassung an die Schwerkraft nach
dem Raumflug.