Start vom Jiuquan Satelliten Startzentrum;
Landung in der Wüste Gobi in der zentralen Inneren Mongolei (nahe der
Siedlung Hongger, 60 km nördlich der Stadt Wulanha, der Hauptstadt von
Siziwang Banner in der Amugulang-Steppe).
Shenzhou VI war der
zweite bemannte Raumflug
Chinas. Die Mannschaft führte mehrere wissenschaftliche Experimente
durch. So wurden der menschliche Herzmuskel und die Knochenzellen untersucht,
digitale Fotos von der Erdoberfläche gemacht, aber auch Modifikationen am
Raumschiff getestet. Außerdem wurden erstmals Video-Aufnahmen aus einem
chinesischen Raumschiff zur Erde gesandt.
Alle geplanten Experimente
und Notfallübungen wurden wie vorgesehen durchgeführt. Die interne
Tür des Raumschiffs wurde geöffnet und wieder geschlossen, die
Taikonauten wechselten zwischen dem Orbitalmodul und dem Rückkehrmodul,
erprobten ihre Raumanzüge und testeten das System zur Extrahierung des
Kondenswassers. Während der Übungen wurden Extremereignisse
simuliert, um die Auswirkungen der Reaktionen auf das Raumschiff zu
überprüfen. Die Resultate ergaben, dass
Shenzhou VI während aller angenommen
Störfälle seine Funktionstüchtigkeit beibehielt. Die
Körperfunktionen beider Taikonauten zeigten Normalwerte, die Systeme des
Raumschiffs bestanden alle Tests und funktionierten ohne Probleme.
Am
vierten Missionstag wurde eine Reihe von orbitalen und ergonomischen
Experimenten durchgeführt, durch die man Daten für die
Weltraumwissenschaften gewann. Eine der Hauptaufgaben war die Durchführung
von wissenschaftlichen Tests im Orbitalmodul und im Rückkehrmodul.
Während der weiteren Tage führten die Taikonauten Modifikationen an
den Weltraumanzügen durch, um sie später für verschiedene Zwecke
nutzen zu können. Ergänzt wurden sie durch ergonomische Tests der
Ausrüstung. Mittels des Wechsels zwischen dem Orbital- und dem
Rückkehrmodul und dem Schließen der Türen des
Rückkehrmoduls untersuchten die Raumfahrer die Veränderungen des
Zustands in den jeweiligen Modulen, die Auswirkungen und
Gesetzmäßigkeiten von Bewegungen der Astronauten und die
psychologischen Auswirkungen und Schemata. Alle Bewegungen der Astronauten und
die relevanten Erschütterungen wurden aufgezeichnet, um mit Hilfe dieser
Daten später die Flugbahn des Raumschiffs korrigieren zu können. Die
Taikonauten führten Tests im Bereich der Zellforschung und des
räumlichen Vorstellungsvermögens beim Menschen durch. Diese dienten
zu weiteren Untersuchungen der Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf den
Menschen und zur Entwicklung von Methoden, diese zu verhindern oder
abzuschwächen.
Shenzhou VI bestand aus einem Rückkehrmodul und
einem Orbitalmodul. Während das Rückkehrmodul nach Ende der
eigentlichen Mission nach fünf Tagen wieder auf die Erde
zurückkehrte, blieb das Orbitalmodul weiter in der Umlaufbahn, um weitere
Tests und Experimente durchzuführen. Die Ergebnisse sollen in die
Entwicklung und in das Design der geplanten chinesischen Raumstation
einfließen, die zwischen 2009 und 2012 errichtet werden soll.
Das
Orbitalmodul verblieb in der Umlaufbahn. Das Kontrollzentrum zündete um
den 20. Oktober 2005 die Triebwerke des Raumschiffes zweimal, so dass eine
Höhe von maximal 355 Kilometern erreicht wurde. Im Laufe der nächsten
Monate wurden mehrere ferngesteuerte Experimente durchgeführt. Am 15.
April 2006 wurde diese Phase beendet. Das Modul befindet sich immer noch in der
Erdumlaufbahn, bis es in einigen Jahren in der Erdatmosphäre
verglühen wird.